Künstlerinnen von „Machart II“ zeigen ihre Arbeiten / 30 Werke zu sehen

Pummelige Küken in Acryl

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Die Künsterinnen von „Machart II“ zeigen ihre Arbeiten im Gutshaus Varrel.

Stuhr - Von Dagmar Voss. Nicht nur rätselhaft, wie es der Titel der gleichnamigen Ausstellung versprach, sondern auch herrlich witzig sind die neuen Werke der Gruppe „Machart II“ geworden. Am Wochenende stellten die sieben malenden Frauen im Gutshaus Varrel ihre rund 30 Bilder im Rahmen des Gemeindekulturfestes aus. Dass bei einem solch vielsagenden Thema die Ergebnisse ebenso vielsagend werden können, hatten sie zwar angenommen, aber zur Vernissage am Sonnabend begeisterten sie damit die Besucher.

Viel Acryl auf Leinwand, kuriose Ideen und dazu keine weiteren Titel sorgten dafür, dass die Gäste genau hinschauten – wobei sich oft ein amüsiertes Lächeln auf die Gesichter schlich. Denn bei den vorwiegend figürlichen Darstellungen wurde der individuelle Humor der jeweiligen Malerin deutlich: Hintergründig und mit Nachhall oder offensichtlich und zum lauten Lachen anregend, oder eher doch mehr abstrakt, jedes Bild verführte auf seine Weise zum nochmaligen Betrachten.

Das pummelige Küken von Ute Gräf ist wohl vor allem was für Werder-Fans, denn dessen Schwanzfedern bestehen doch tatsächlich aus den typischen grünen Ws des Fußballvereins. Auf Judith Frickes Bild radelt einer in einer monochromen Landschaft bergab, einzig seine rote Kappe bringt Farbe ins Geschehen.

Und dann dessen aus dem Bild herausragenden Flügel, ausgeschnitten aus einer Red-Bull-Dose. Da ist das großformatige Bild von Ursel Egenstein, auf dem im Vordergrund ein komisch-pummeliger blau gekleideter Mann einen Affen betrachtet, der auf einen Pfahl klettert. Unten hängt das Schild „Zutritt verboten“, das wahrscheinlich das Grün-in-Grün im Hintergrund schützen soll. Bei Margot Wegeners Gemälde hockt ein nachdenklicher Anzugträger mit Aktenkoffer auf einer Eisscholle inmitten einer Wüste.

Brigitte Münch hat auf ihren Arbeiten eine Vielzahl von Frauen in absonderlichen Zusammenhängen dargestellt. So die drei in farbenprächtigen Kleidern, die je auf einer Treppenstufe in einem Garten liegen. Noch rätselhafter wird es bei Ulrike Steins abstraktem Bild, bei dem Sternbilder zu erkennen sind, vor allem der große Bär. Das andere bleibt unklar. Auch Gudrun Volmer hatte sich dieser Schaffung neuer Bildwelten nicht verschließen können.

Für Laudatorin Ingrid Bernhardt, die die Malerinnen in den vergangenen 24 Jahren begleitet hat, war deutlich: „Der Charakter der Bilder kann fremdartig komponiert sein, traumschwer oder mechanisch erscheinen – es geht um das zufällig oder künstlich provozierte Zusammentreffen von mehreren Realitäten, um eine neue Wirklichkeit oder Traumwelt zu schaffen.“

„Neugier hat mich hergeführt“, sagte eine Stuhrer Besucherin. „Das hier finde ich gelungen. Ich bin angetan davon, denn ich weiß, wie schwer das ist, ich zeichne selbst in einer kleinen Gruppe“, so die Frau.

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