Förderung der Gemeinde Stuhr

Amina Brotz bekommt Kunst-Stipendium

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Amina Brotz zeigt ihre Diplomarbeit. Die Künstlerin wird nun für zehn Monate in Stuhr leben und arbeiten. 

Heiligenrode - Von Julia Kreykenbohm. Was sie an Stuhr so schätzt? „Die Ruhe, die das konzentrierte Arbeiten möglich macht“, antwortet Amina Brotz und lächelt etwas verlegen. Das Interesse der Presse an ihr ist der 31-jährigen Künstlerin noch nicht so ganz geheuer. Drückt sie sich richtig aus? Versteht man, was sie meint, wenn sie über ihre Werke und Intentionen spricht?

Doch da muss sie nun durch, denn Brotz hat das Kunst-Stipendium der Gemeinde Stuhr bekommen und sich damit gegen 50 Bewerber durchgesetzt. „Ich habe mich darüber total gefreut“, betont die junge Frau, die nun für zehn Monate in der Künstlerstätte Heiligenrode leben und arbeiten wird.

Geboren ist sie in Henstedt-Ulzburg. Schon als Kind habe sie gern gezeichnet und gemalt. Ein Studium in Architektur oder Bühnenbild habe ihr vorgeschwebt, doch dann sei ihr klar geworden, dass das, was sie möchte, eher Kunst ist. 2009 begann sie ein Studium an der Bremer Hochschule für Künste. Erst seit ein paar Tagen ist sie offiziell mit ihrem an das Diplom anschließenden Meisterschülerstudium fertig. Für Brotz ist es angenehm, dass Arbeitsplatz und Wohnort nun zusammenfallen.

Kunstwerk kann Material werden

Doch was genau macht Brotz? „Performances, Installation und Filmen“, zählt die 31-Jährige auf. Dabei geht es ihr vor allem darum, Alltägliches zu hinterfragen. „So können aus alten Malereien von mir schon mal Materialien für ein neues Kunstwerk sein. Ich möchte eigentlich keine Trennung zwischen beiden vornehmen.“

Zurzeit ist ein Exponat von Brotz noch in der Weserburg in der Meisterschülerausstellung zu sehen. Dafür habe sie alle Arten von Notizzetteln gesammelt, Einkaufszettel oder To-do-Listen, und diese dann in einer Rauminstallation an einer Wand befestigt. Doch damit sei das Kunstwerk noch nicht abgeschlossen. Es kommen immer noch neue Zettel hinzu oder Brotz ordnet sie neu an. Dieses „Prozesshafte“ sei ein wesentliches Merkmal ihrer Arbeit.

Schön sei es auch, wenn während ihrer Arbeit Besucher vorbeikämen, stehen blieben und man ins Gespräch käme. Denn Brotz ist keine eigenbrötlerische Künstlerin, die am liebsten im stillen Kämmerlein vor sich hinwerkelt, sondern mag den Dialog mit kunstinteressierten Menschen: „Ist ist interessant, zu erfahren, wie sie die Werke wahrnehmen oder auf sie reagieren. So gewinnt man auch selber neue Blickpunkte auf seine Arbeit.“

Alle Stuhrer im Atelier willkommen

So sind auch Stuhrer eingeladen, mal im Atelier reinzuschauen, sofern Brotz gerade dort ist. Ein paar Kontakte hat sie bereits auf dem Erntefest sammeln können, dass sie als „Neubürgerin“ besucht hat.

Große Pläne für die Zukunft habe sie im Moment nicht. „Ich plane eher immer so Schritt für Schritt“, erklärt die 31-Jährige. So fasst sie jetzt ihre nächste Ausstellung im Dezember in der Kunsthalle Bremen ins Auge.

Zum Abschluss des Gesprächs zeigt sie noch ihre Diplomarbeit: maschinell und händisch bedruckte Zettel, die ingesamt zu acht Büchern gebunden wurden. Darin finden sich in unterschiedlicher Anzahl die Sätze: „Woher kommt Zeit? Und wohin geht Zeit?“ Das Thema Zeit beschäftige sie ebenfalls oft, so Brotz. „Unter anderem, weil der Produzent des Objekts ein anderes Gefühl von Zeit hat, als der Betrachter.“

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