Das Künstlerehepaar Doris und Peter John zeigt seine Werke im Rathaus

„Paarungen“ fordern Fantasie des Betrachters

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Doris und Peter John zeigen „Paarungen“.

Stuhr - Von Angelika Kratz. „Paarungen“ ist die Ausstellung von Doris und Peter John überschrieben, die am Donnerstagabend ihre Eröffnung feierte. Die zahlreichen Kunstinteressierten erwartete im oberen Geschoss des Rathauses eine interessante sowie die Sinne und Fantasie fordernde Präsentation des Bremer Künstlerpaars.

Peter John hatte im vergangenen Jahr bereits in der Sudweyher Wassermühle seine meist großformatigen Bilder gezeigt, einige Jahre davor hatte er in der Sparkasse in Moordeich ausgestellt.

Schon vor der eigentlichen Einführung nahm sich das Publikum Zeit zum Schauen und Entdecken der Gemeinsamkeiten der paarweise aufgehängten Bilder. Die ehemaligen Kunstlehrer sind im Ruhestand durchaus nicht ruhig geworden, sondern nutzen den gewonnenen Freiraum zur Selbstverwirklichung.

Die Bilder von Doris und Peter John erzählen auf ganz unterschiedlichen Wegen und Formaten Geschichten. Wie in einem ehelichen Dialog nähern sich die Gedanken dennoch an und lassen sich, wie es im Rathaus bewiesen wird, zu Paaren oder Gruppen zusammenstellen. Da zeigt sich ein männlicher Rücken-Akt von Doris John neben „Alles nur Theater“, den großformatigen Masken von Peter John. „Colour the world“ lautet der Titel eines anderen Werks von Peter John. Dazu gesellen sich eher kleinformatig Fantasiebäume und Spielkarten und stellen die weibliche Sicht eines gemeinsamen Themas dar. Paarungen gibt es bei Doris John auch mit einem eher humoristischen Blick in den Schuhschrank: Pumps und Sandalen geben sich die Ehre und werden so manchen Betrachter sicherlich an den eigenen Fundus erinnern.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Doris Karin Hofmann betonte die Bedeutung der Entfaltung von Kunst und Kultur in Stuhr abseits großer Ausstellungsorte. Laudator Gerd Wittenburg warnte die Gäste gleich vorab: Von Kunst habe er keine Ahnung, erklärte er augenzwinkernd. Sein halbes Leben war der Physik gewidmet, die andere Hälfte dem Theater.

Er nahm seine Zuhörer mit auf den Weg der Bildbetrachtung. „Wir haben es mit zwei Meistern der Technik zu tun“, gab es von ihm die klare Einschätzung zum perfekt erlernten Handwerk beider. Etwas schwieriger wurde dann der Exkurs mit Erklärungen, Zeitreisen zu Platon, Euklid, Pythagoras und Archimedes bis hin zu Gottes oder Adams Zeigefinger und der Frage des Katholizismus. Ein wenig schaffte sich der Laudator ein eigenes wortreiches Kunstwerk, das vielleicht so manchen Zuhörer leicht überforderte.

„Jeder darf Abstriche machen“, gab es von Gerd Wittenburg den Ratschlag. Dazu noch die weitere Empfehlung, einen Kopfstand vor den Bildern zu machen, um alles aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Wenn jetzt also bis zum 15. Mai im ersten Stock des Rathauses so mancher auf Händen steht, ist dies möglicherweise einer besonderen Betrachtungsweise von „Paarungen“ zu verdanken.

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