Zwei zusätzliche Wagen in Stuhr möglich

Kreis bietet Konzessionen für Taxen an

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Zwei Taxen könnten zusätzlich den Bedarf in der Gemeinde Stuhr decken.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Als der Berliner Gustav Hartmann, bekannt als Eiserner Gustav, 1885 sein eigenes Fuhrunternehmen in Berlin gründete, beförderte er seine Fahrgäste noch in einer Droschke.

Seitdem hat sich vieles verändert. Heute ruft sich der Kunde ein Taxi, das überdies motorisiert daherkommt. Dies müssen die Unternehmen werktags und an Wochenenden sicherstellen, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Und daran könnte die Vergabe zweier freier Konzessionen in Stuhr scheitern, vermutet Landrat Cord Bockhop. Damit bildet die Gemeinde innerhalb des Landkreises Diepholz eine Ausnahme.

„Normalerweise stehen die Unternehmen im Kreis Schlange, wenn es um die Vergabe einer Taxikonzession geht“, sagt der Landrat. „Das ist zwar ein hartes Geschäft, aber es lässt sich etwas damit verdienen.“

Die Besonderheit in Stuhr sei, dass der Landkreis dort nur zehn von zwölf möglichen Konzessionen besetzen kann. Die Fahrzeuge verteilen sich auf insgesamt drei Taxiunternehmen. Sämtliche drei Betriebe haben laut Bockhop auf Anfrage seiner Behörde abgelehnt, ihr Kontingent aufzustocken. Laut Bockhop sind die beiden Konzessionen jetzt schon länger offen. Deshalb hat der Landrat die Suche nach Interessenten zur Chefsache erklärt.

Nachbarschaft zu Bremen ist ein Problem

Stuhr sei in Sachen Taxigewerbe kein leichtes Pflaster, gibt Bockhop zu. Es gebe zwar genug Menschen, für die Mobilität eine große Rolle spiele. Wegen des Bedarfs habe der Landkreis für die Gemeinde ein Dutzend Konzessionen festgelegt. Doch die Nachbarschaft zu Bremen wirke sich nachteilig auf die hiesigen Unternehmen aus. 

Die Taxen aus der Hansestadt würden gerne auch den Speckgürtel bedienen. In diesem Wettbewerb rund um die Uhr ein zusätzliches Auto mit Fahrer zu unterhalten, könnte Betreiber abschrecken, vermutet Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier.

Gewerbe hat durch Konzession auch Pflichten

Die Konzession sei ein staatliches Privileg in einem umkämpften Markt, sagt Bockhop. Damit seien aber auch Pflichten verbunden. „Wir suchen keine Taxifahrer, die nur tagsüber Krankentransporte machen. Jedes Fahrzeug muss auch nachts laufen, zu garantierten Preisen“, erklärt der Landrat und spricht von Fällen, in denen Bürger sich geärgert hätten, weil sie abends über einen längeren Zeitraum erfolglos nach einem Taxi telefoniert hätten. „Diesen Fällen gehen wir nach.“ Bußgelder, höhere Bußgelder und der Entzug der persönlichen Eignung seien Instrumente, mit denen die Kommune die Anforderungen sukzessive durchsetzen könne.

Wer sich für eine Konzession interessiert, kann sich unter Telefon 05441/976 16 01 an Karsten Buschmann wenden. Voraussetzungen sind laut Bockhop neben der persönlichen Eignung, einem Fahrzeug und der nächtlichen Bereitschaft der Sitz des Unternehmens in Stuhr.

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