Konzertlesung mit dem John-Lennon-Double Johnny Silver im Varreler Gemeindesaal

Liebe und Leidenschaft für den Frieden

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Sänger und Gitarrist Johnny Silver (51) aus Osnabrück spielt im Varreler Gemeindehaus Lieder von Ex-Beatle John Lennon.

Varrel - Von Rainer Jysch. Zu einer stimmungsvollen, nachdenklichen, informativen, am Ende aber auch sehr unterhaltsamen Konzertlesung hatte die evangelische Kirchengemeinde Varrel für Sonntagnachmittag ins Gemeindehaus geladen. Wolfgang Bönisch (Evangelische Kirche Deutschland), seine Ehefrau Andrea sowie Angela Keller-Reibert und Dieter Stahl aus dem Gemeindekirchenrat trugen Texte in Verbindung mit dem Leben des Ex-Beatles John Lennon vor. Johnny Silver (51), Sänger, Gitarrist und Mitglied in der Beatles-Cover-Band „The Silverbeatles“, sorgte für die musikalischen Beiträge. Bönisch hatte die Konzertlesung eigens für Kirchengemeinden entwickelt.

Lennon habe sich viele Jahre auch dem friedlichen Miteinander der Menschen gewidmet, sagte Bönisch im gut besuchten Gemeindesaal der Kirche. „Durch die schrecklichen Ereignisse in Paris hat das Friedensthema eine besondere Aktualität erhalten.“

Der 1980 durch ein Attentat gestorbene Lennon gilt als einer der größten Popstars aller Zeiten, aber auch als ein Pionier der Friedensbewegung. Er sei ständig auf der Suche nach dem Sinn des Lebens gewesen, so Bönisch.

Lennon verlor durch einen Autounfall früh seine Mutter und hatte deshalb ein gespaltenes Verhältnis zum Glauben. „Nowhere Man“ sang Johnny Silver vom Beatles-Album „Rubber Soul“. Lennon hatte das Lied komponiert, als er das Gefühl hatte, mit einer Schreibblockade ins Leere zu laufen: „Mann nach nirgendwo.“

„Ich bin kein Atheist, bin aber auch nicht fromm“, hatte John Lennon einmal gesagt. Er, der nach dem Tod seiner Mutter bei deren Schwester, Tante Mimi, wohlbehütet, aber ohne Liebe aufgewachsen war, fand Ende der 1950er-Jahre Bestätigung und seinen künstlerischen Ausdruck im Rock’n’Roll, dem er zeitlebens treu blieb. „You've got to hide your love away“, spielte Silver dazu.

„Ende der 1960er-Jahre, auf dem Höhepunkt der ,Beatlemania‘ genannten Begeisterung vieler Jugendlicher, war das ,Yeah, yeah, yeah‘ wie ein Ruf nach Freiheit“, sagte Andrea Bönisch. Der Aufstieg der Beatles sei ab da nicht mehr aufzuhalten gewesen. Lennon stellte für sich aber fest, dass er durch die öffentliche Aufmerksamkeit nicht frei war. Einen großen Skandal löste er im März 1966 aus, als er in einem Zeitungsinterview sagte, „das Christentum wird abtreten. Es wird verschwinden. Ich habe recht. Es wird sich erweisen, dass ich recht habe. Wir Beatles sind jetzt schon beliebter als Jesus“. Diese anscheinend blasphemische Aussage sorgte insbesondere in den USA für Wirbel.

„John Lennon wollte nie ein Popstar sein. Die Liebe und seine Leidenschaft für den Frieden waren ihm wichtiger“, sagte Pastorin Eike Fröhlich. „Come together“ und „Let it be“ ließ Silver erklingen, wobei die Zuhörer beim letzteren Stück mit Lichtstäben über den Köpfen im Takt winkten.

„Give peace a chance“ sangen alle zusammen und klatschten begeistert mit. Zwei Zugaben musste Silver auf Drängen seines Publikums noch abliefern, darunter „I want to hold your hand“.

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