Komplexe Technik und bewegende Geschichte

Neues Buch über die Klostermühle erschienen 

Die Autoren Rudolf Franke (r.) und Hartmut Rust präsentieren ihr Buch über die Klostermühle vor der Klostermühle. - Foto: Ehlers

Heiligenrode - Von Andreas Hapke. Gerade erst haben die Bewohner Heiligerodes in einer Umfrage das Mühlenensemble als einen ihrer Lieblingsorte genannt, da erscheint ein neues Buch über das nostalgische Bauwerk. „Klostermühle Heiligenrode – Geschichte und Technik“ lautet der Titel der Publikation, die zunächst in einer Auflage von 500 Exemplaren erschienen ist. Der Verkauf startet zum Mühlentag am Pfingstmontag, 5. Juni.

Als Autoren treten Rudolf Franke und Hartmut Rust auf, die seit vielen Jahren Mitglieder der Heiligenroder Mühlengemeinschaft sind. Das vergangene „halbe, Dreivierteljahr“ haben sich die beiden nach eigener Auskunft intensiv mit der Erstellung des Buches befasst. Eine Neuauflage sei notwendig gewesen, weil die bis dato letzte Veröffentlichung über die Klostermühle „schon ein paar Jahrzehnte“ zurückliege, begründen sie. Den Inhalt haben sich die Männer untereinander aufgeteilt: Rust war für die Geschichte, Franke für die Technik der Mühle zuständig. „Es ist aber kein Lehrbuch“, betont Franke.

Das rund 100 Seiten umfassende Buch kommt in einer ansprechenden Aufmachung daher. Dafür sorgen nicht zuletzt knapp 200 Farbfotos, die zum Teil einseitig oder als Panorama über zwei Seiten abgedruckt sind. Den Auftakt macht Rust mit dem historische Teil – von der Mühle in den Anfangsjahren des Klosters Heiligenrode über das Wirken der Müller bis hin zu der Entstehung der einzelnen Gebäude.

Es folgt der technische Abschnitt, den Franke als gelernter Ingenieur übernommen hat. Er habe zwar nie als Müller gearbeitet, sagt Franke. „Aber in Heiligenrode hatten wir das große Glück, dass es in der Anfangszeit der Mühlengemeinschaft noch einige Müllermeister gab. Bei denen habe ich eine Ausbildung genossen.“ Franke spricht von einer „komplexen Technik“, beginnend mit dem zweigeteilten Antrieb über Wasserrad und -turbine.

„Besonders ist auch, dass die Komplexität noch vollständig vorhanden ist. Kein Bauteil wurde verkauft“, ergänzt Rust. Die Mühle sei betriebsbereit. „Wir könnten jederzeit anfangen zu mahlen.“

„Jeden Winkel der Mühle inspiziert“

Im Kapitel „Wissenswertes rund um die Klostermühle“ gehen die Autoren unter anderem auf die Künstlerstätte, den Mühlenteich, die Fischtreppe und die 1986 gegründete Mühlengemeinschaft ein. Letztere hat die müllereitechnischen Anlagen betriebsfähig gemacht und kümmert sich um deren Pflege und Unterhaltung. Zusätzlich betreuen die Mitglieder Besuchergruppen – ganz gleich, ob es sich dabei um ein Bremer Altenheim handelt, dessen Bewohner mit Rollatoren und Rollstühlen anrücken, oder um eine Hochzeitsgesellschaft in Anzügen und langen Kleidern. „Damit haben sie jeden Winkel der Mühle inspiziert“, erinnert sich Franke. „Anschließend musste man nicht sauber machen, die haben alles weggewischt.“ Häufig hat die Mühlengemeinschaft auch Kinder zu Gast. Wichtig sei das, sagt Franke. „Die Kinder glauben ja, dass das Mehl von Rewe kommt.“

Die letzten Seiten des Werkes sind Friedrich Wilhelm Steffens (1897-1982) gewidmet, dem letzten Müller der Klostermühle. Franke hatte ihn und dessen Ehefrau bereits als Kind kennengelernt. Damals hatte er bei den Steffens Körnerfutter für die Hühner eingekauft.

Das Buch ist in der Mühle und im Bürgerbüro des Rathauses erhältlich. Es soll am Pfingstmontag fünf, danach zehn Euro kosten. Unter anderem dank des Sponsorings durch die Volksbank und die Kreissparkasse sei dieser Preis möglich, betonen Rust und Franke. Die Gemeinde habe das Projekt sogar „finanziell und moralisch“ unterstützt. Nicht zuletzt sei auch ein Teil des Preisgeldes aus dem vergangenen Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in die Produktion geflossen. Da trifft es sich gut, dass das Buch rechtzeitig vor der erneuten Heiligenroder Teilnahme erschienen ist.

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