Mentoringprogramm „Frau.Macht.Demokratie“

Kommunalwahl: Zwei Frauen mit Power bei den Stuhrer Grünen

Die Grünen-Politikerinnen Britta Buttelmann (r.) und Anne-Lene Alyanak (l.) vor dem Stuhrer Rathaus. In der Tür Dörthe Siemers-Wulff.
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Mit einem Fuß schon im Rathaus: Britta Buttelmann (r.) und Anne-Lene Alyanak (l.) machen in der kommenden Wahlperiode im Rat für die Grünen Politik. Ihre Mentorin Dörthe Siemers-Wulff hält die Tür auf.

Anne-Lene Alyanak und Britta Buttelmann haben das Mentoringprogramm „Frau.Macht.Demokratie“ durchlaufen, das Frauen auf die Politik vorbereiten will. Ihre Mentorin Dörthe Siemers-Wulff ist von den künftigen Grünen-Ratsfrauen überzeugt: „Die beiden sind gewohnt, vor Leuten aufzutreten. Die werden das reißen im Rat.“

Stuhr – Nach den Kommunalwahlen werden die Grünen ihre politische Arbeit in einer veränderten Besetzung aufnehmen. Mit dabei sind dann zwei Frauen, die ihre Premiere im Gemeinderat feiern: Britta Buttelmann, die im Wahlbereich 1 auf Listenplatz 2 steht, und Anne-Lene Alyanak, die die Liste des Wahlbereichs 2 anführt. Beide fühlen sich nach eigener Auskunft sehr gut auf ihr neues Ehrenamt vorbereitet. Das liegt zum einen an ihrem forschen und selbstsicheren Auftreten. Zum anderen an dem Mentoringprogramm „Frau.Macht.Demokratie“, das sie in Begleitung der Grünen-Ratsfrau Dörthe Siemers-Wulff absolviert haben.

Auf das Programm sei sie in der Presse gestoßen, sagt Britta Buttelmann. Zuvor sei sie politisch noch gar nicht aktiv gewesen. „Ich hatte keine Ahnung, was alles zur Kommunalpolitik gehört. Doch ich habe generell ein Faible für Engagement und dafür, mich für andere Leute einzusetzen.“ Während des Programms habe sie überall reinschnuppern dürfen und mit Schrecken festgestellt, wie viele alte Politiker im Rat sitzen und wie hoch der Anteil der Männer dort ist. „Da bin ich vielleicht eine Brücke“, sagt die 45-Jährige. „Im Zusammenhang mit Kommunalpolitik höre ich immer wieder: ,Man kann eh nix machen.’ Doch, man muss. Selbst ist hier die Frau. Das lebe ich meinen beiden Töchtern im Teenager-Alter vor.“

Initialzündung durch Bürgermeister-Wahlkampf

Alyanak (38), Mutter einer fünfjährigen Tochter, ist seit 2017 Mitglied der Grünen und seit 2019 stellvertretende Vorsitzende des Ortsvereins. Politisch so richtig auf den Geschmack gekommen sei sie durch den Haustürwahlkampf für Stephan Korte, den die Grünen bei seiner Bürgermeister-Kandidatur unterstützt hatten. „Das war meine Initialzündung“, sagt Alyanak. Sie habe aber schon mit 16 Jahren die Grünen gewählt. Sie habe sich nie zwischen zwei Parteien entscheiden müssen.

Für Buttelmann musste es unbedingt eine Partei sein, die sich eine soziale Politik auf ihre Fahnen geschrieben hat. Die SPD habe durchaus zur Debatte gestanden. „Ich fand den Empfang durch die Grünen sehr nett, ebenso die Mischung im Ortsverband“, begründet sie ihre Entscheidung. Als Lehrerin – Buttelmann unterrichtet in der Grundschule Seckenhausen – betrachtet sie ihre Mitarbeit im Schulausschuss als „gesetzt“. Familie und Soziales sowie die Stuhrer Ortskernentwicklung interessierten sie ebenfalls, vor allem was Anlaufstellen für Jugendliche und sichere Radwege angeht. „Die Finanzen sind nicht so meins, aber das muss auch gemacht werden.“

Frauen- und Gleichstellungspolitik bezeichnet Anne-Lene Alyanak als Herzensangelegenheit. Seit 2018 gehört sie zum Vorstand des Treffpunkts „Sie(h)da“, gerne würde auch sie sich in der Fraktion um die Themen Familie und Soziales kümmern. „Als junge Mutter und Buchhändlerin würde der Ausschuss Jugend, Freizeit und Kultur passen. Ich scheue mich aber nicht vor anderen Verantwortungsbereichen. Ich möchte Britta und den anderen nichts wegnehmen.“

Schon am Wahlprogramm der Grünen mitgefeilt

Sie sei offen für Neues und zugewandt, sagt Buttelmann über ihre Stärken. „Ich kann zuhören und Belange weitergeben.“ Der Blick über den Tellerrand sei ihr wichtig, dies belege ihr Frankreichaufenthalt von 2015 bis 2017. Als ehrlich und direkt bezeichnet sich Alyanak. Dies finde ihr Gegenüber nicht immer positiv. „Und in Sachen, wo ich mich reinhänge, bin ich sehr leidenschaftlich“, sagt sie.

Im Mentoringprogramm, das zu 50 Prozent online, dafür aber ein halbes Jahr länger über die Bühne ging, haben die beiden Newcomerinnen das Netzwerken zu schätzen gelernt. Sie habe mit Teilnehmern aller Parteien Kontakt, sagt Buttelmann, der auch die regionale Ausrichtung von „Frau.Macht.Demokratie“ zusagte. Alyanak hat sich nach eigener Auskunft auch auf Xing mit den Referentinnen vernetzt. In den Workshops habe sie unter anderem gelernt, wie man Sitzungen vorbereitet und Reden strukturiert. „Ich fand die Angebote bei Zoom sogar intensiver.“ Ebenfalls via Zoom haben die beiden bereits an dem Wahlprogramm der Grünen mitgefeilt.

„Wir haben uns sofort gut verstanden und zusammengearbeitet“, sagt Dörthe Siemers-Wulff. Aus dem Mentoringprogramm heraus habe sich eine Freundschaft entwickelt. Was ihre Mentees angeht, hat die 70-Jährige keine Bedenken: „Die beiden sind gewohnt, vor Leuten aufzutreten. Die werden das reißen im Rat.“ Alyanak fügt hinzu: „Wir sind nicht angetreten, um mit Krawall alles umzudrehen. Wir werden uns aktiv beteiligen.“

Von Andreas Hapke

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