Gesprächsrunde am 1. März

Wie kommen Betriebe mehr in die Schulen?

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Bei der Messe „Studium & Beruf“ informieren sich die angehenden Abiturienten in der KGS Brinkum.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels wünschen sich Stuhrer Firmen intensivere Kontakte zu den weiterführenden Schulen vor Ort. Aus Reihen der Interessengemeinschaft Stuhrer Unternehmen (Isu) kommt außerdem die Idee, eine eigene Messe im Rathaus zu veranstalten.

„Die Schulen müssen unbedingt Kenntnis von den hiesigen Betrieben haben“, sagt Wolfgang Wiechers von der Brinkumer Werbeagentur „Wir könnens“. Aus seiner früheren Erfahrung als Vater schulpflichtiger Kinder wisse er jedoch, dass den Jugendlichen häufig Bewerbungen bei großen Bremer Konzernen wie Airbus und Mercedes nahegelegt werden. „Das kann es nicht sein. Diese jungen Leute sind für den heimischen Markt verloren.“

Darauf, dass an den Schulen bereits diverse Aktionen in Sachen Berufsorientierung laufen, machte Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier während des Isu-Dämmerschoppens am Montagabend aufmerksam. Die Leiter der beiden Kooperativen Gesamtschulen (KGS) bestätigen das auf Nachfrage.

Sowohl in Brinkum als auch in Moordeich läuft neben mehrwöchigen Praktika die Aktion „Beruf des Monats“, bei der sich Firmen in der Schule vorstellen. „Wir haben ein sehr umfangreiches Programm für die Berufsorientierung“, sagt Jürgen Böckmann, Leiter der Lise-Meitner-Schule in Moordeich. 

Dies spiegele sich auch in der Zertifizierung als ausbildungsfreundliche Schule wider, für die sich die KGS erneut beworben hat. Auch in Brinkum ist die Berufsorientierung ein fester Bestandteil. „Jeden Mittwoch fährt ein Bus zur BBS Syke, wo die Schüler in Berufe hineinschnuppern können“, sagt Leiter Michael Triebs. In der Oberstufe setze sich das Thema mit der Messe „Studium & Beruf“ fort.

Verschiedenste Vertreter zum Treffen eingeladen

Gleichwohl treffen sich am 1. März Vertreter der Isu, der Brinkumer Interessengemeinschaft (Big), des Unternehmerinnenforums (Ufo) sowie Wirtschaftsförderer Wimmelmeier mit den KGS-Leitern, um sich über dieses Thema auszutauschen. Können die Schulen über ihre bisherigen Bestrebungen hinaus noch etwas leisten, um den Betrieben bei der Suche nach Azubis zu helfen?

Mehr Schüler von der KGS Moordeich in die ausbildenden Firmen zu bekommen, findet Böckmann schwierig, denn: „Nicht nur unsere Gymnasiasten gehen weiter auf die KGS Brinkum, um ihr Abitur zu machen und anschließend zu studieren. Das trifft auch auf Real- und sogar auf einige Hauptschüler zu.“ Dass sich für viele Schüler eine Lehre eher anbiete als ein Studium, müsse in der Sekundarstufe II geklärt werden. Zudem gibt es für Böckmann bei gleichbleibenden Schülerzahlen und expandierender Wirtschaft schlichtweg „zu wenig Köpfe“.

KGS-Leiter Michael Triebs könnte sich analog zur Messe „Studium & Beruf“ eine Infobörse mit heimischen Betrieben für die Sekundarstufe I, speziell für Haupt- und Realschüler, mit verbindlicher Teilnahme vorstellen. Darüber hinaus möchte er eine Sozialpädagogin als Verbindung zwischen Wirtschaft und Schule einsetzen.

Persönlicher Kontakt sei wichtig

„Sie wäre den Firmen bekannt und könnte Schüler auf freie Stellen aufmerksam machen“, sagt Triebs. Wie wichtig der persönliche Kontakt sei, zeige sich an den regelmäßigen Gesprächen mit der gegenüberliegenden Firma Eggers. „Da sind schon viele unserer Schüler gelandet.“

Kommunikation – darum geht es auch Isu-Sprecher Henning Sittauer bei dem Austausch mit den Schulen. „Was wollt ihr? Was wollen wir? Dadurch haben wir zwar am nächsten Tag keine 30, 40 Azubis mehr, aber es wäre ein Anfang“, sagt er. Die zum Beispiel Isu könnte den Schulen eine Liste mit Betrieben sowie ihren Praktikums- und Ausbildungsplätzen zukommen lassen. 

Vor einer Messe der heimischen Betriebe im Rathaus sei zu klären, in welchem Rahmen dies geschehe. „Wann ist der beste Zeitpunkt im Jahr beziehungsweise in der Woche? Könnte die Messe für Schüler verbindlich sein?“, fragt Sittauer. Seien Fragen wie diese geklärt, sei eine solche Veranstaltung auch mit wenig Aufwand umzusetzen.

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