Kollegium der Grundschule Moordeich bedauert Abschied von Hella Ludolphi

„Besonderer Mensch“ geht

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Konrektorin Hella Ludolphi verlässt heute die Grundschule Moordeich.

Moordeich - Von Andreas Hapke. „Sie war kaum zu bremsen“, sagt die pädagogische Mitarbeiterin Annkathrin Hinrichs. „Sie hat immer die Ruhe behalten“, sagt Lehrerin Birgit Rosien-Lange. Beide meinen dieselbe Person: Hella Ludolphi, Konrektorin der Grundschule Moordeich, die sich heute nach 44 Jahren im Schuldienst in den Ruhestand verabschiedet.

Eigentlich hätte Ludolphi bereits vor einem halben Jahr gehen können. „Aber das hier ist so eine tolle Schule, so ein tolles Kollegium, und da habe ich mir gedacht: Wenn es so viel Spaß macht, bleibe ich länger.“ Innerhalb der vergangenen sechs Monate sei sie aber zu dem Ergebnis gekommen: „Es ist auch gut, jetzt zu gehen.“

Umso schwerer dürfte das Kollegium an ihrem Weggang zu knabbern haben. Rosien-Lange überschlägt sich förmlich, wenn es um Komplimente für die Bremerin geht: „Sie hat eine starke, fröhliche Ausstrahlung. Sie ist ein besonderer Mensch – streng, aber immer mit Herz und Blick auf die Entwicklung der Kinder. Wir bedauern ihr Ausscheiden sehr.“ Zumal Ludolphi auch vor Ideen gesprüht habe. Die 66-Jährige selbst nennt eine Ausstellung von Hundertwasserhäusern in der Kreissparkasse Syke, Theateraufführungen in englischer Sprache und die Einführung eines Faschingsumzugs als Beispiele.

Hella Ludolphi ist in Delmenhorst aufgewachsen und hat ihr Lehramtsstudium an der pädagogischen Hochschule in Oldenburg absolviert. Sie trat 1971 in den Schuldienst ein und war die meiste Zeit als Konrektorin an der Orientierungsstufe der Pestalozzi-Schule in Delmenhorst beschäftigt. Das politische Aus für die Orientierungsstufe bedeutete auch für ihre Karriere einen Einschnitt: Sie wechselte 2004 als Konrektorin nach Moordeich, wo sie sich nach eigener Auskunft umorientieren musste. „Plötzlich steht ein Kind vor einem und fragt: ‚Kannst du mir die Schuhe zumachen?‘“, erinnert sich Ludolphi an ihre Anfänge im neuen Umfeld. Vergrämt sei sie aber nie gewesen. „Es hat mir Spaß gemacht, diese neue Herausforderung anzunehmen.“

Sowohl in Delmenhorst als auch in Moordeich war sie schon stellvertretend als Schulleiterin tätig. Sich selbst einmal auf diesen Posten zu bewerben, kam für sie nie in Frage: „Ich wollte lieber unterrichten und als Konrektorin Puffer zwischen Kollegium und Leitung sein“, erklärt sie.

In dieser Funktion hat sie sich neben dem Unterricht für fünf Stunden pro Woche um Vertretungspläne und die Koordination von Schulaktionen gekümmert. Mit Einführung der eigenverantwortlichen Schule im Jahr 2007 wurde dieser Aufwand größer, fortan war sie nicht mehr als Klassenlehrerin im Einsatz.

Was sich im Laufe ihrer Schullaufbahn verändert hat? „Die Kinder sind unruhiger geworden und können sich schlechter konzentrieren“, sagt Ludolphi. „Sie sind zwar weniger diszipliniert, aber viel lebendiger als frühere Generationen.“

Künftig möchte Ludolphi mehr Zeit mit Freunden und Bekannten verbringen; natürlich auch mit ihrem Mann, mit dem sie für November eine Reise nach Südafrika plant. Doch zunächst steht heute der Abschied an. „So traurig er ist, so schön wollen wir ihn gestalten. Es wird eine Überraschung geben“, kündigt Rosien-Lange an. Um eine Büttenrede, wie Ludolphi sie schon zum letzten Arbeitstag einer Kollegin gehalten hat, dürfte es sich dabei wohl nicht handeln.

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