Ideen Colja Beyers in Rathausarbeit integriert

Klimaschutz lebt auch ohne verantwortlichen Manager weiter

Stuhr / Weyhe - Von Andreas Hapke. Vor knapp acht Monaten hat Colja Beyer seine Tätigkeit als kommunaler Klimaschutzmanager für Stuhr und Weyhe beendet. Ist mit ihm auch das Thema von der Bildfläche verschwunden? Nein, heißt es aus den beiden Rathäusern unisono.

Seine Aufgaben, sagte Beyer bei seinem Abschied, sollten künftig die einzelnen Fachbereiche wahrnehmen, in Stuhr unter Federführung des Umweltschutzbeauftragten Marc Plitzko. „Die Idee des Klimaschutzes läuft in der Verwaltung weiter. Wir machen uns in allen internen Abläufen Gedanken darüber“, sagt Plitzko und nennt Dienstfahrten als Beispiel. Dafür werde der in Beyers Zeit angeschaffte Elektro-BMW „viel genutzt“. Mit dem Kauf von Elektrorädern, der ebenfalls auf Beyer zurückgeht, ist zurzeit Kollege Mike Langhans beschäftigt. 5000 Euro stehen dafür im Haushalt 2018 zur Verfügung.

Colja Beyer

Beyer habe viel bewegt, vor allem den Klimaschutz in den Köpfen der Bürger verankert, sagt Plitzko. Doch der Geldgeber – 65 Prozent der Stelle war durch die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gefördert – habe sich etwas dabei gedacht, das Projekt nur auf drei Jahre anzulegen. „Beyer sollte Dinge anschieben“, sagt Plitzko. Nicht alles davon könne er aus Zeitgründen weiterführen, etwa das Stadtradeln oder die Öffentlichkeitsarbeit. Sein Schwerpunkt bleibe der Naturschutz, der ebenfalls der Nachhaltigkeit diene. Bei Beratungsbedarf, etwa zum energieeffizienten Bauen, könnten er und seine Kollegen an die entsprechenden Stellen vermitteln, in diesem Fall an den Verein Stuhr Plus.

Ziele „vollständig in Weyhe angekommen“

In Weyhe seien die Klimaschutzziele „vollständig in der Verwaltung angekommen“, sagt Baudirektor Steffen Nadrowski. Ihre Umsetzung erfolge in der alltäglichen Arbeit der jeweiligen Organisationseinheiten. In Sachen Energieeffizienz nennt Nadrowski unter anderem die kontinuierliche energetische Sanierung des kommunalen Gebäudebestands sowie die Fortführung und aktive Begleitung des Handwerkernetzwerks „Klimaschutz Weyhe Plus“ als Beispiele. Aktuell prüfe die Gemeinde eine energetische Quartierssanierung im Rahmen des Projekts „Ortskern Leeste“.

Laut Nadrowski hat auch Weyhe seinen Fuhrpark durch Elektroautos ergänzt. Das Thema „Verkehr und Mobilität“ beinhalte viele weitere Ideen, etwa die angedachte Entwicklung eines Bürgertickets und das 2018 neu aufgelegte Wohnbaulandkonzept, das Zersiedelung vermeiden und CO2 einsparen soll.

Nachhaltigkeit

Vom 30. Mai bis 5. Juni wurde die Europäische Nachhaltigkeitswoche (ESDW) begangen. Diese europaweite Initiative hat zum Ziel, Aktivitäten, Projekte und Veranstaltungen, die zur nachhaltigen Entwicklung beitragen, sichtbarer zu machen. Daher stellen wir einige Aktivitäten von Kommunen und Bürgern im Landkreis Diepholz vor, die Nachhaltigkeit im Alltag umsetzen – oder eben nicht. Nachhaltig leben ist eine Herausforderung. Hier geht es zur Übersicht

Rubriklistenbild: © juk

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