Dem kleinen Ingenieur ist nichts zu schwör

Elf Jungen bereiten sich auf das Regionalturnier der „First Lego League“ vor

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Diese Jungen vertreten die KGS Brinkum beim Regionalturnier der „First Lego League“.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Der Roboter soll zehn Motorenumdrehungen geradeaus fahren, dann anhalten und „Goodbye“ sagen. Auf seinem Display soll ein Stoppschild erscheinen. So jedenfalls hat ihn Linus, Fünftklässler der KGS Brinkum, zu Vorführungszwecken programmiert. Nach einem Linksdrall im ersten Versuch klappt das im zweiten Anlauf ausgezeichnet.

„In der Realität kommen noch andere Faktoren wie die Mechanik des Fahrzeugs hinzu“, erklärt Informatiklehrer Henning Brandt, warum der Roboter zunächst ausgebrochen sein könnte. „Vielleicht haben beim Start nicht alle Räder gerade gestanden.“

Brandt ist Leiter der Arbeitsgruppe „First Lego League“ (FFL) der KGS Brinkum. Dort bereiten sich elf Jungen auf das FFL-Regionalturnier am 9. Dezember in der Mensa ihrer Schule vor. Weil kürzlich noch Tom von der Lise-Meitner-Schule in Moordeich hinzugestoßen ist, muss Brandt zwei Mannschaften ins Rennen schicken. „Phönix“ und „Pegasus“ haben die Jungen sich genannt. Abgesehen von einem Siebt- und zwei Achtklässlern kommen sie aus dem fünften Jahrgang. Angemeldet sind insgesamt sieben Teams, ein achtes aus Bremen rutscht vielleicht noch zusätzlich ins Feld.

„Der Roboter muss gute Funktionen haben“

Die beiden Gruppen programmieren jeweils einen aus Lego-Materialien konstruierten Roboter, der auf einem genormten Spielfeld Aufgaben zum Thema „Hydro Dynamics“ bewältigen muss. Es geht unter anderem um die Nutzung, Lagerung und Bewegung von Wasser. „Pegasus“-Teamleiter Linus erklärt, wie der Roboter an einer Station ein Wasserfass umheben muss; an einer anderen muss er ein defektes Stück einer Rohrleitung austauschen. Die notwendigen Befehle reihen die Jungen zunächst auf ihren Laptops mit grafischen Symbolen aneinander. Anschließend übertragen sie das Programm per USB-Verbindung auf den Roboter.

„Der Roboter muss gute Funktionen haben“, sagt Linus. „Er darf nicht schief fahren und muss schnell umzubauen sein.“ Grund: Für unterschiedliche Aufgaben sind vielleicht unterschiedliche Ausstattungen notwendig, die dann auszutauschen sind. Nur zweieinhalb Minuten haben die Mannschaften für ihre Demonstration Zeit. „Die Schüler müssen sich überlegen, was ihr Roboter machen soll“, sagt Brandt. „Ob er zwei, drei Aufgaben ohne Umbau bewältigen oder noch einmal zurück zum Startpunkt soll, um beispielsweise einen anderen Motor zu bekommen.“

FFL ist ein Förderprogramm, welches Kinder und Jugendliche in einer sportlichen Atmosphäre an Wissenschaft und Technologie heranführt. Es geht nicht nur um das Bauen und Programmieren von Robotern. Laut Brandt bewertet die Jury neben dem Design und der Funktion der Maschinen auch einen Forschungsauftrag, den sich die Schüler selbst geben. „Sie könnten sich zum Beispiel fragen, wie Fische im Wasser Barrieren überwinden, und dies in einem Vortrag, Theaterstück oder Lied erklären“, sagt Brandt. In einem weiteren Prüfungsgebiet ist Teamwork Trumpf. „Im vergangenen Jahr“, erinnert sich Brandt, „mussten die Kinder zum Beispiel einen Teppich umdrehen, auf dem sie standen, ohne diesen zu verlassen.“

Geht es nach Erfahrung, haben die Brandt-Teams nur Außenseiterchancen auf das Erreichen des Semifinals in Dresden im Januar 2018. Allein „Phönix“-Leiter Christian war 2016 schon dabei. Die Besten bestreiten im März das Finale in Aachen, die Allerbesten im April die Weltmeisterschaft in den USA.

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