Kleine Pfarrei hat viel zu bieten

Kirchengemeinde St. Paulus Moordeich bekommt Lob aus Münster

+
Freuen sich über ihren Pastoralplan: der Pfarreirat von St. Paulus unter Leitung von Pfarrer Helmuth Schomaker (5.v.l.) und Wilhelm Fritscher (3. v.r.). Mit dabei Matthias Soika (1.v.r.) und Stephan Trillmich (4.v.r.) vom Offizialat in Vechta.

Moordeich - Klein, aber oho. So könnte das Fazit lauten, das die Vertreter des Münsterschen Offizialat über die katholische Kirchengemeinde St. Paulus in Moordeich gezogen haben. Denn diese hatte kürzlich – gemeinsam mit vielen anderen Kirchengemeinden im Oldenburger Land – ihren Pastoralplan vorgelegt.

In einem Pastoralplan schildert die Gemeinde unter anderem, was bei ihnen so los ist, wie sie aufgebaut sind und welche Angebote sie machen. 38 Seiten kamen für Stuhr zusammen. „Für eine kleine Pfarrei haben Sie enorm vielfältige Aktivitäten“, lobte Stephan Trillmich von der Vechtaer Kirchenbehörde. Vor allem im Bereich Weltkirche und Ökumene sei die Pfarrei gut aufgestellt. Soziale Brennpunkte gebe es zurzeit nicht in Stuhr, sei im Pastoralplan zu lesen. Allerdings steige die Belastung von berufsbedingten Alleinerziehenden immer mehr. Durchschnittlich 16 Prozent der Gläubigen und damit deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt besuchen den Sonntagsgottesdienst.

Generationenwechsel bereitet Sorge

Angesichts eines reichen Schullebens auf dem Gemeindegebiet und einer hohen Teilnahmequote am katholischen Religionsunterricht empfiehlt Trillmichs Kollege Matthias Soika, eng mit den Religionslehrern der Grundschulen zusammenzuarbeiten.

Was den Vertretern des Offizialats Sorge bereitet, ist der Generationswechsel in der Zukunft. Die Gründer zögen sich wegen ihres Alters zurück, und deswegen sei es jetzt wichtig, junge Familien einzuladen und ihre Bedürfnisse zu berücksichigen.

Pfarrer Helmuth Schomaker bleibt gelassen. „Ich sehe das nicht so dramatisch. Diese Sorgen hat schießlich jede Gemeinde. Unsere Kirche ist eigentlich immer voll und wir haben einige Jugendliche, die regelmäßig in den Gottesdienst kommen. Die habe ich angesprochen und ihnen einen biblischen Gesprächskreis angeboten.“

Schomaker setzt auf behutsame Kontaktaufnahme

Einfach mal ansprechen, behutsam Kontakt aufbauen, ohne mit der Tür ins Haus zu fallen und die Leute gleich zu vereinnahmen – das ist Schomakers Rezept. Als Beispiel liefert er eine kleine Anekdote, die er mit zwei Flüchtlingen erlebt hat: „Die beiden kamen aus einer Nachbargemeinde und waren auf der Suche nach einer katholischen Kirche. Sie nahmen am Gottesdienst teil, und als sie hinterher noch vor der Kirche standen, habe ich mit ihnen geredet.“

In dem Gespräch stellte sich dann heraus, dass der eine ein Mönch ist, der wegen seines Glaubens hatte fliehen müssen. Schomaker lud ihn zu einem Gespräch ein, und so baute sich langsam aber stetig ein Kontakt auf.

Das ist die Art und Weise, wie man Schomakers Meinung nach auf die Leute zugehen sollte. „Und darum glaube ich auch nicht, dass wir uns über die Besetzung von Posten in der Kirche Sorgen machen müssen. Nicht, so lange Leute in die Kirche kommen.“

Schomaker, der die Gemeinde seit fast 33 Jahren leitet, geht in etwa vier Jahren in den Ruhestand, aber „darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken“, verrät der Pfarrer. 

juk

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

3:1 übertüncht Defizite: Bayern "nicht im siebten Himmel"

3:1 übertüncht Defizite: Bayern "nicht im siebten Himmel"

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt

Spanien: Polizei vermutet organisierte Terror-Zelle

Spanien: Polizei vermutet organisierte Terror-Zelle

Sommerfest der SPD in Verden 

Sommerfest der SPD in Verden 

Meistgelesene Artikel

Gerätehaus in Leeste feierlich übergeben

Gerätehaus in Leeste feierlich übergeben

Aus der Disco direkt gegen eine Laterne und in eine Schlägerei

Aus der Disco direkt gegen eine Laterne und in eine Schlägerei

Doppeltes Grün an der Ampel? Autos kollidieren auf der B214

Doppeltes Grün an der Ampel? Autos kollidieren auf der B214

Technischer Defekt setzt Keller komplett unter Wasser

Technischer Defekt setzt Keller komplett unter Wasser

Kommentare