Shanghai Chinese Orchestra begeistert Publikum 

Klänge zwischen Mond und Meer in der Gutsscheune

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Mit traditionellen Instrumenten aus ihrem Land ziehen die Musiker die Zuhörer in ihren Bann. 

Varrel - Von Angelika Kratz. Wie wunderbar es ist, auf den „Hund“ zu kommen, hat das Publikum am Donnerstagabend in der ausverkauften Gutsscheune beim traditionellen chinesischen Neujahrskonzert erlebt. Am 16. Februar begann das chinesische „Jahr des Hundes“.

Dieses Mal gab es mit dem Shanghai Chinese Orchestra unter Leitung von Dirigent Muhai Tang „Klänge zwischen Mond und Meer“. Die große und treue Fangemeinde erlebte eine ganz besondere Überraschung, denn das Shanghai Chinese Orchestra verließ die gewohnten traditionellen musikalischen Sphären und ließ einen neuen modernen Shanghaier Musikstil erklingen. Das überraschte auf äußerst angenehme Art und überzeugte auch die Neulinge in der Gutsscheune.

Wer sich nicht bereits eine Stunde vor Beginn des mitreißenden Neujahrskonzerts Richtung Varrel aufgemacht hatte, hatte das Nachsehen bei der Parkplatzsuche und besonders bei den gepolsterten Stühlen in der Gutsscheune. So wurde die Winterjacke zum Sitzpolster, und glücklich waren diejenigen, die noch eine Eintrittskarte ergattert hatten. Das chinesische Neujahrskonzert ist längst ein wahres Geschenk für alle Musikfreunde geworden, die sich an teils ganz andere Tonfolgen und Instrumente gewöhnt haben.

Statt der gewohnten Moderation von Gerhard Schmidt-Thiel, der seinen Abschied im vergangenen Jahr zum großen Bedauern verkündet hatte, begrüßte Peter Thöle von China Entertainment die Gäste aus China und das Varreler Publikum. Er beschränkte sich im Gegensatz zu Schmidt-Thiels Informationen, die sich wie ein roter Faden durch das Programm zogen, auf knappe Fakten vor den beiden Programmblöcken. Die charmante Moderation von Schmidt-Thiel fehlte zwar ein wenig, aber hinsichtlich der „Klänge zwischen Mond und Meer“ richtete sich der Fokus auf die mitreißende märchenhafte Musik. Die startete nach dem Einzug der vielen Musiker, deren Anzahl an die Grenzen der Gutsscheune stieß, mit einer Überraschung: Die Sheng aus der Familie der Mundorgel, gilt als ältestes Musikinstrument in China. In Zhao Zhen hat sie ihren Meister gefunden, und der ließ den ungewöhnlichen Klang seines Instruments mit seinen Musikerkollegen Wang Yang und Li Chunxu vom Eingang ertönen. „Harmonie“ war der Einstieg in das gut zweistündige Konzert überschrieben, dem der „Schwarze Bambus“ folgte. Der erste Programmteil war der Vorstellung der Instrumente gewidmet, die von der „Crème de la Crème“ chinesischer Spitzenmusiker dargeboten wurde. Guzheng, Pipa, Jinghu, Erhu und die Chinesische Trommel verfehlten ihre Wirkung nicht und so flatterte der Schmetterling zum Tanz des Phoenix durch die Scheune. Über die Seidenstraße zum Mondschein ging es im zweiten orchestralen Teil, und gewaltig wummerte die Steintrommel. Fliegende Bienen und frühlingshafte Blumenpracht gab es in den Zugaben, und viel zu schnell war der Musikgenuss vorüber.

„Stell dir mal vor, gestern noch in Hamburg in der Elbphilharmonie für über 100 Euro gespielt und heute hier in der Scheune für 30 Euro“, konnte eine begeisterte Zuhörerin solch ein Schnäppchen in der Provinz kaum fassen. „Wir kommen im nächsten Jahr wieder“, waren sich die Neulinge sicher. Mit dem Shanghai Chinese Orchestra war den Organisatoren ein großer Wurf gelungen.

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