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Kita-Betreuung in Stuhr: Eltern lassen im Ausschuss Dampf ab

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Von: Andreas Hapke

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Kita Marsstraße.
Kita Marsstraße. © Jysch

Personalmangel führt in Stuhrer Kitas zu verkürzten Betreuungszeiten. Ihrem Ärger darüber haben Eltern in der jüngsten Ausschuss-Sitzung Luft gemacht.

Stuhr – Über die 22 offenen Stellen in den Stuhrer Kitas hat diese Zeitung kürzlich berichtet. Ebenso über Reduzierungen von Diensten in Varrel, Brinkum-Marsstraße, Blocken, Stuhr I und Groß Mackenstedt (Krippe) seit Anfang des Jahres. Dahinter verbirgt sich nicht nur eine Mehrbelastung für die Erzieherinnen, sondern auch viel Frust aufseiten der Eltern.

Dies wurde am Donnerstag im Ausschuss für Jugend, Freizeit und Kultur deutlich.

Mutter: Kita-Situation „seit geraumer Zeit untragbar“

Die Mutter eines Sohnes etwa findet die Situation in der Kita Brinkum-Marsstraße „seit geraumer Zeit untragbar“. Mit der verkürzten Betreuungszeit sei es „nicht hinzubekommen, sich zu strukturieren, wie man arbeitet. Eltern tun sich zusammen und betreuen die Kinder. Es kann nicht sein, das so zu kompensieren.“

Tanja Masur, deren Tochter auch an Marsstraße untergebracht ist, berichtete von „20 Arbeitsstunden die uns im Monat fehlen und von uns zu lösen sind. Wie versuchen Sie, Bewerber zu gewinnen?“, fragte Masur. Sie komme aus der Wirtschaft. Da gebe es die Möglichkeit der übertariflichen Bezahlung. Isabell Baden hat bereits ihr zweites Kind in der Kita untergebracht. „Seit ich da bin, ist es dramatisch. Das wird von Kind zu Kind schlimmer.“ Zwecks Gleichbehandlung schlug sie vor, Personal aus anderen Einrichtungen abzuzweigen. „Damit nicht immer die gleichen Eltern betroffen sind.“

Betreuung reduziert, „aber verlässlich“

Kerstin Frohburg, Leiterin des Verwaltungsbereichs Bildung, Soziales und Freizeit, sieht für die Kita Marsstraße generell „keine besonders prekäre Lage“. Die Betreuung sei zwar reduziert, aber seit Januar grundsätzlich verlässlich. Sie dauere bis 14 Uhr sowie mit einer Notbetreuungsgruppe bis 15 Uhr statt von 15 bis 16 Uhr.

Auf Anfrage der Kreiszeitung teilte Frohburg am Freitag mit, dass „in dieser Woche knapp 50 Prozent der Beschäftigten erkrankt sind, was zu einer vollständigen Schließung einer Gruppe geführt hat. Zudem konnte die Notbetreuungsgruppe bis 15 Uhr von Mittwoch bis heute nicht angeboten werden, das heißt die Betreuung musste schon um 14 Uhr enden.“ Dies sei in anderen Häusern aktuell auch immer mal wieder erforderlich, genauso wie die vorübergehende Schließung aufgrund Quarantäneanordnungen des Gesundheitsamts. Durch die im Januar vorgenommene Reduzierung wirke sich dies für die Eltern belastender aus.

Stuhr will sich offensiver bemühen, offene Stellen zu besetzen

Stuhr sei nach wie vor ein attraktiver Arbeitgeber mit besseren Bedingungen, als dies bei anderen Trägern der Fall sei, so Frohburg. Die Wahrheit sei aber auch, dass es in den vergangenen 13 Monaten 16 Stellenausschreibungen gegeben habe, doch sechs von 22 Vorstellungsrunden ergebnislos verlaufen seien. „Die Leute kommen nicht oder nutzen unser Angebot, um bei ihrem Arbeitgeber mehr rauszuholen.“

„Die Situation ist bundesweit gleichermaßen schlecht. Im Verhältnis zu anderen Kommunen geht es Stuhr noch gut“, sagte Bürgermeister Stephan Korte im Ausschuss. Er kündigte an, bei den „Akquisebemühungen deutlich offensiver vorzugehen“.

Helfen soll dabei die neu geschaffene Stelle der/des Kommunikationsreferent/in, der/die das Image der Gemeinde nach außen vertreten soll.

Von Andreas Hapke

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