Sportvereine setzen Betrieb aus

Kirchen verschieben Konfirmationen - vorerst alle Gottesdienste abgesagt

Stuhr / Weyhe – Nichts geht mehr. Das Coronavirus legt das öffentliche Leben lahm. Bereits Ende vergangener Woche haben die Gemeinden, Vereine und andere Veranstalter zahlreiche Termine in Stuhr und Weyhe aus dem Kalender gestrichen.

Am Samstag und Sonntag trafen weitere E-Mails mit Veranstaltungsabsagen in unserer Redaktion ein. Sportvereine stellen ihren Trainings- und Spielbetrieb ein, Kirchengemeinden verzichten auf Gottesdienste, Konfirmationen werden verschoben. Die Gemeinden bemühen sich indes um Kinder-Notbetreuung.

Sport

Um die Verbreitung des Virus einzudämmen, hat der TV Stuhr beschlossen, seinen Trainings- und Spielbetrieb bis auf Weiteres einzustellen.

Die Sportler und Kursteilnehmer beim TSV Heiligenrode setzen vorerst bis zum Ende der Osterferien aus. „Die Jahreshauptversammlung, die für den 27. März festgesetzt war, muss ebenfalls verschoben werden“, teilt der Vorstand mit.

Die Verantwortlichen des TuS Sudweyhe haben entschieden, zunächst bis zum 30. März das SGL zu schließen und den Trainings- und Kursbetrieb einzustellen.

Kirche

Der Vorstand der Kirchengemeinde Heiligenrode hat beschlossen, alle Gottesdienste bis zum 19. April abzusagen. Die Klosterkirche bleibt lediglich für das persönliche Gebet geöffnet. Alle Gemeinderäume sowie die Kapelle in Fahrenhorst bleiben ebenfalls zu. Die Konfirmation am 26. April wird verschoben. Das Pfarrbüro bleibt für die Öffentlichkeit geschlossen. Es ist aber über Telefon, E-Mail und Fax erreichbar. Ähnliche Einschränkungen gibt es bei den Kirchengemeinden Stuhr und Varrel: Alle Veranstaltungen entfallen bis zum 30. April, auch Gottesdienste und Konfirmationen. Kirchenbüros sind per Telefon und E-Mail erreichbar.

In der Kirchengemeinde Seckenhausen sind bis zum 19. April alle regelmäßigen Termine gestrichen, also auch die Gottesdienste. Für Andacht und stilles Gebet stehen die Türen sonntags von 9.30 bis 10.30 Uhr offen.

Bis zum 19. April gibt es auch keine Gottesdienste in der Felicianusgemeinde Kirchweyhe und der Mariengemeinde Leeste. Die anderen Veranstaltungen der beiden Gemeinden sind ebenfalls eingestellt beziehungsweise verschoben worden. In Anbetracht der Lage wird somit auch der für Freitag geplante „Atempause”-Gottesdienst in Leeste abgesagt.

Auch in den katholischen Kirchengemeinden der Pfarreiengemeinschaft Emmaus sind die Gottesdienste erst einmal auf Eis gelegt. Pfarrer Peter Grundwaldt: „Die Pfarrheime bleiben geschlossen und alle sonstigen Veranstaltungen werden abgesagt.“ Die Pfarrbüros seien per Telefon oder per E-Mail erreichbar. „Die Seelsorger und Seelsorgerinnen bleiben natürlich erreichbar und die Pfarrkirchen bleiben wie bisher für das persönliche Gebet geöffnet. Trauerfeiern und Beerdigungen in kleinem Rahmen sind selbstverständlich möglich“, so Grundwaldt.

Jugend

Die Gemeinde Stuhr hat entschieden, die Jugendeinrichtungen, alle Sporthallen und -anlagen sowie die Bibliotheken bis auf Weiteres zu schließen. Die Bibliotheken verlängern die Leihfrist aller fälligen Medien automatisch.

Vereine und Spenden

Der Hospizverein Stuhr verschiebt seine Mitgliederversammlung (Ersatztermin steht noch nicht fest) und sagt den Hospizabend im Haus Lohmann mit dem Titel „Kinder und Jugendliche im Trauerprozess unterstützen“ am 2. April ab.

Beim Schützenverein Fahrenhorst fallen das wöchentliche Übungsschießen, das Frühjahrsschießen und das Osterfeuer aus (Keine Annahme von Strauchschnitt).

Der Sozialverband Kirchweyhe bietet in den Monaten März und April keine Spielenachmittage in der Sudweyher Wassermühle an. Wie es mit den Veranstaltungen im Mai und Juni weitergeht, steht noch nicht fest.

Ursprünglich wollten die Mitglieder des TSV Blau-Weiss Melchiorshausen ihre Jahreshauptversammlung am 27. März abhalten. Das Virus hat einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Versammlung wird nachgeholt.

Das Louise-Ebert-Zentrum (Im Bruch 17) ist vorübergehend geschlossen. Daher können keine Sachspenden für den Umsonstladen entgegengenommen werden. Wie die Gemeinde informiert, gilt der Aufnahmestopp bis auf Weiteres. Er korrespondiere mit der generellen Wiedereröffnung der Einrichtung. „Durch die entfallenden Ausgabezeiten sind die Lagerkapazitäten für die Spendenannahme erschöpft“, heißt es in der Pressemitteilung. Spender werden daher gebeten, keine Gegenstände vor dem Gebäude abzustellen. Weitere Infos erteilt Christina Scheele (04203 / 71 221).

Kinderbetreuung

Schulen und Kitas in Niedersachsen bleiben bis zum 18. April geschlossen. Sowohl in Stuhr als auch in Weyhe wird es Notbetreuung für Kinder geben, deren Eltern in kritischen Infrastrukturen arbeiten (Gesundheitsbereich, Pflege, Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr etc.).

Weyhe: Die Schulen sind in Weyhe selbst für die Notdienste zuständig. Bei den Kitas liegt die Koordination in den Händen der Gemeinde. Bürgermeister Frank Seidel: „Wir bedauern, dass die allermeisten Familien keine Notbetreuung bekommen können. Aber den Kreis der Berechtigten zu weit zu fassen, würde dem Ziel widersprechen, die Gruppen möglichst klein zu halten.“ Er wisse von Initiativen, bei denen sich privat oder im Unternehmen zusammengeschlossen werde, so Seidel. Diese gegenseitige Unterstützung begrüßt er prinzipiell. Der Bürgermeister weist aber darauf hin, dass der Rahmen dabei überschaubar gehalten werden sollte. Er appelliert an Arbeitgeber, flexible Lösungen im Sinne der Angestellten mit Kindern zu finden.

Der Anspruch auf Notbetreuung gilt laut der Gemeinde auch bei Härtefällen, zum Beispiel drohender Kündigung oder Verdienstausfall aller Erziehungsberechtigten. Kinder, die seit dem 2. März in der vom Coronavirus betroffenen Kinderarztpraxis in der Gemeinde Stuhr behandelt worden sind, haben vorerst keinen Anspruch auf Notbetreuung. Alles Weitere sowie die Anmeldung zur Notbetreuung finden Eltern unter www.weyhe.de

Stuhr: In Stuhr ist der Bedarf für eine Notbetreuung bei der Leitung der jeweiligen Kita anzumelden. Die Betreuung können ab Mitte dieser Woche erfolgen, heißt es seitens der Gemeinde.

Rubriklistenbild: © kom

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