Algenwachstum leicht gestiegen

Wasserqualität des Silbersees ist laut Umweltbeauftragtem Plitzko gut

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Diese Luftaufnahme des Stuhrer Silbersees macht deutlich, dass das Gewässer von viel Grün und landwirtschaftlichen Flächen umgeben ist. 

Stuhr - Von Sandra Bischoff. Zwar laden die Temperaturen derzeit nicht gerade zum Baden ein, aber dennoch ist der Silbersee ein beliebter Anlaufpunkt. Die Kreiszeitung sprach mit dem Umweltbeauftragten Marc Plitzko über die Wasserqualität, Blaualgen und Alternativen zu Bentophos.

Was macht den Silbersee Ihrer Meinung nach aus?

Er bietet die einzige kostenfreie Bademöglichkeit in Stuhr. Und er hat eine gute Größe: Wenn man einmal von Ufer zu Ufer schwimmt, hat man ordentlich was geschafft. Mitten auf dem See hat man außerdem ein schönes Naturerlebnis, auch durch die Bäume drumherum. An den Autobahnlärm gewöhnt man sich schnell...

Wie ist es um die Wasserqualität bestellt?

Die ist gut, bei einigen Werten sogar hervorragend, wie die Juli-Proben des Landkreises zeigen. Es gibt keine sichtbare Verunreinigung. Allerdings ist das Algenwachstum im Vergleich zum Vorjahresmonat von gering auf mittel gestiegen. Je höher die Temperatur steigt, je mehr Badende kommen und den Boden aufwühlen, desto mehr Nährstoffe werden ins Gewässer gebracht und lassen die Algen wachsen, unter bestimmten Bedingungen auch Blaualgen. Das ist das Damoklesschwert, das über dem See hängt.

Ein erhöhtes Blaualgenaufkommen hatte die Gemeinde dazu veranlasst, in den Jahren 2006, 2009 und 2012 das Mittel Bentophos in den See zu kippen. Wie ist die Bilanz?

Marc Plitzko ist Umweltbeauftragter der Gemeinde Stuhr.

Das Mittel, das den Phosphor bindet und den Blaualgen damit die Nahrung entzieht, hat sich bewährt. Es handelt sich beim Silbersee um ein nährstoffreiches Gewässer, das bedeutet nicht per se, dass die Wasserqualität schlecht ist. Er ist im Niedermoor entstanden, umgeben von Laubbäumen, und mit Landwirtschaft in der Nachbarschaft. Da ist die Gefahr hoher Nährstoffgehalte, die sich auch in vermehrtem Algenwachstum niederschlagen können, natürlich größer. Der Steller See hat das Problem nicht. Der liegt in einem nährstoffarmen Gebiet und ist so glasklar, dass es sogar das Gerücht gab, er sei gechlort. Ist er aber nicht.

Entnimmt noch jemand außer dem Landkreis Proben?

Das Institut Dr. Nowak untersucht das Wasser ebenfalls regelmäßig. Es gab im vergangenen Sommer schon die eine oder andere Spitze beim Gesamtphosphorgehalt, aber nicht so, dass wir hätten handeln müssen. Wir als Gemeinde behalten das selbstverständlich im Auge. Ob es kippt, hängt natürlich stark vom Wetter ab. Allerdings haben wir schon zwei Mal Hinweise erhalten, die Wasserpflanzen, die vom Grund des Sees hochwachsen, zu mähen. Die sind ein Zeichen für gute Wasserqualität, denn sie gedeihen nur bei relativ klarem Wasser.

Bentophos steht in der Kritik, nicht nachhaltig zu sein. Sie hatten vor einigen Jahren bereits gesagt, man müsse sich nach Alternativen umschauen. Wie sieht es damit aus?

Ich habe mich zwischenzeitlich nach anderen Möglichkeiten umgesehen. Es gibt eine ganze Liste von Dingen, die man tun könnte, aber die meisten sind nicht geeignet beziehungsweise nicht effizient. Was immer funktioniert, ist das Ausbaggern. Aber die Kosten hierfür – und die anschließende Entsorgung – dürften im sechsstelligen Bereich liegen. Außerdem bringt diese Maßnahme das gesamte Ökosystem durcheinander. Alternativ zu Bentophos könnten Aluminiumsalze zur Phosphorbindung eingebracht werden. Dabei stellt sich jedoch das Problem, dass bei niedrigem pH-Gehalt des Wassers für tierische Organismen toxische Aluminiumkonzentrationen auftreten können. Das wäre, als treibe man den Teufel in Form der Blaualgen mit dem Beelzebub aus.

Aktualisierung: Kurz nachdem dieses Interview geführt wurde, hat das Gesundheitsamt des Landkreises Diepholz eine Badewarnung für den Silbersee ausgesprochen. Lesen Sie dazu mehr:

Warnung: Blaualgen im Silbersee

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