Kinder lernen im Ferienspaß das japanische Pa Kua

Die Kunst des Schwertziehens

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Detlef Laabs-Wrieden und Tanja Mahlberg demonstrieren die japanische Schwertkunst.

Seckenhausen - Von Sandra Bischoff. „Hey!“, „Hey!“ – Was klingt wie eine freundliche Begrüßung, ist in der Schwertkunst die Kampfaufforderung. Im Ferienspaß der Gemeinde machen Detlef Laabs-Wrieden und Tanja Mahlberg Kinder mit der Kunst vertraut, das Schwert zu ziehen.

Zwölf Kinder ab sieben Jahren haben sich an diesem Nachmittag im Pa-Kua-Zentrum an der Hauptstraße eingefunden. Pa Kua, acht Wandlungen, heißt die japanische Kampfkunst übersetzt. Der Sport habe sich auf dem Feld entwickelt, erklärt Laabs-Wrieden. „Damals haben die Bauern sich mit ihren Arbeitsgeräten, etwa dem Stock oder der Harke verteidigt, wenn sie angegriffen wurden.“

Heute gehe es in dieser Form des Schwertkampfes nicht mehr um das Gewinnen, sondern darum, zu entspannen und sein inneres Gleichgewicht zu finden, aber auch um das aktive Miteinander mit dem Gegenüber.

Detlef Laabs-Wrieden und seine Kollegin Tanja Mahlberg machen es den Kindern vor: Mit dem „Hey!“-Laut gibt der Kursleiter bekannt, dass er angreifen will. Dann führt er sein Baumbusschwert geschmeidig durch die Luft und trifft nur Mahlbergs Schwert, das sie schützend vor sich hält. Wie ein harmonischer Tanz wirkt das Zusammenspiel der beiden, nur unterbrochen vom leisen Klacken, wenn das Holz aufeinanderschlägt. „Es geht immer um Angriff und Abwehr, aber immer kontrolliert, denn auch mit den Bambusschwertern kann man schon ganz schön zuschlagen“, erklärt Laabs-Wrieden.

Dann geht es für die Mädchen und Jungen endlich los. Bevor sie jedoch zum Schwert greifen dürfen, heißt es aufwärmen. „Wie in jeder anderen Sportart auch, müssen wir die Muskeln warm machen“, sagt der Kursleiter. Also läuft die Gruppe auf der großen Matte im Kreis, mal links, mal rechts herum, dann seitwärts, und während des Joggens boxen die Kinder mit den Fäusten in die Luft. Das erfordert Koordination.

Laabs-Wrieden gibt den Kindern schließlich die Schwerter in die Hände und zeigt ihnen, wie sie die Hölzer halten sollen. „Am Anfang steht das Erlernen der Technik. Wie halte ich das Schwert? Wie führe ich es, damit es nicht zu Verletzungen kommt?“ Das ist gar nicht so einfach. Die siebenjährige Sarina ist trotzdem begeistert. „Es macht Spaß, ich wollte es einfach mal ausprobieren“, sagt sie, auch wenn für sie als Kleinste die Koordination mit dem großen Schwert nicht ganz leicht ist.

Für Laabs-Wrieden, der den Sport seit 2009 betreibt, machen eben diese Koordination sowie die Konzentration auf das Schwert und den Gegner den Reiz aus. „Sich im Raum mit vielen anderen zu bewegen, mit dem Schwert Bewegungen auszuführen, ohne einander zu verletzen, das ist das Besondere an Pa Kua.“

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