TV Stuhr stellt Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung / Trikots gesponsert

Kicken als Integrationshilfe

Viel Spaß beim gemeinsamen Fußballspiel haben die Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak. - Foto: Jysch

Moordeich - Von Rainer Jysch. Der Spaß steht im Vordergrund, wenn sich einige Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak regelmäßig auf dem Kunstrasenplatz des TV Stuhr treffen. Dadurch haben die Jugendlichen und Männer eine Möglichkeit gefunden, sich sportlich zu betätigen und die freie Zeit sinnvoll zu füllen. „Wir planen, dass die Gruppe bei der Sportwoche Anfang August eine eigene Mannschaft stellt und so an dem Freizeit-Fußballturnier teilnehmen kann“, sagt das langjährige Vereinsmitglied Torsten Herrmann.

Als ehemaliger Teamleiter im Verkauf beim Bremer Karstadt-Sporthaus hatte sich der 54-Jährige dafür eingesetzt, dass sein früherer Arbeitgeber 17 einheitliche Trikots und ein Torwartdress zur Verfügung stellt. Beim jüngsten Training wurden die neuen Trikots an die Sportbegeisterten verteilt. „Jetzt müssen die Kicker nicht mehr in Jeans und T-Shirt spielen, sondern sehen wie richtige Fußballer aus“, sagt Sohn Steffen Herrmann (26), der zusammen mit Hamit Karakaya (28) als Trainer der 3. Herren beim TV Stuhr aktiv ist. „Hamit engagiert sich auch ehrenamtlich im Flüchtlingsnetz Stuhr. So ist der Kontakt entstanden. Er hat einen großen Anteil daran, dass es diese Trainingsmöglichkeit gibt“, lobt Steffen Herrmann seinen Sportlerkollegen. Seit Herbst vergangenen Jahres besteht die Kooperation mit dem TV Stuhr. „Wir haben von Vereinsmitgliedern abgelegte Fußballschuhe und Sportbekleidung gespendet bekommen. Die Hilfsbereitschaft im Verein ist wirklich groß“, berichtet Herrmann junior, „aber erst durch die einheitlichen Trikots können die Spieler jetzt auch eine Mannschaft bilden. Das war meinem Vater mit Blick auf die fünftägige Sportwoche im August sehr wichtig.“ Die Spieler erhalten nach den vielen Trainingseinheiten auch Gelegenheit, im Turnier Wettkampfatmosphäre zu schnuppern.

„Es kommen zwischen 17 und 25 Spieler zum Training“, berichtet Hussein Moubarak. Der 31-Jährige ist ebenfalls im Stuhrer Flüchtlingsnetzwerk aktiv, betreut die syrisch-irakischen Kicker im Alter zwischen 18 und 45 Jahren und leistet als Übersetzer wichtige Aufgaben. Die Migranten sind nach ihrer Flucht zwischen drei Monaten und einem Jahr in Deutschland, die meisten wohnen in Brinkum und besuchen Sprachkurse, so Moubarak.

„Die Möglichkeit, hier Sport zu treiben ist auch ein Teil der Integrationsarbeit“, bestätigt er. Einige Vereine in der Gemeinde hätten sich schon gute Spieler ins reguläre Training geholt, weiß Steffen Herrmann zu berichten. „Wir können auch in Brinkum auf dem Platz der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst trainieren. Das machen wir mittwochs“, sagt Moubarak. In Moordeich trainieren sie montags.

„Hamit und Hussein sind die Initiatoren des Fußballteams, und der Verein steht voll dahinter“, hebt Torsten Herrmann hervor. „Ich habe festgestellt, dass das Fußballtraining sehr gut angenommen wird“, sagt Moubarak, „weil die Sportler selbst ein großes Interesse am Fußballspielen haben.“

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