Ausstellungseröffnung des Stipendiaten Jens Isensee

„Im Kern der Dinge“

Eine aus Karton gearbeitete Feuerstelle ist Teil der Ausstellung des Stipendiaten Jens Isensee. - Foto: Husmann

Heiligenrode - Von Dagmar Voss. Zwar verspricht die neue Ausstellung in der Künstlerstätte Heiligenrode etwas vom Kern der Dinge, doch sind die Exponate weder kernig noch haben sie ein essentielles Innenleben. Das muss sich schon jeder Besucher der Werkschau von Jens Isensee selbst hinzuerfinden oder aus dem eigenen Inneren rausholen.

Was allerdings beim Betrachten der Plastiken und Installationen leicht fällt, denn schließlich bieten sich die figürlichen Pappe-Objekte geradezu an, zu fantasieren über weiße Wesen, die an den Einzug in die Arche Noah erinnern, oder die Massen kleiner Klammeraffen in Deutschlandfarben an einem Kartonbaum.

Am Samstagnachmittag eröffnete der stellvertretende Bürgermeister Uwe Schweers die Ausstellung „Im Kern der Dinge“ mit dem Wunsch, dass vielleicht manch einem Anwesenden neue Einsichten und Anregungen zuteil würden.

Letzteres klappte bei der Vernissage sehr bald, denn schon die raumgreifende Installation, die an eine Lagerfeuer mit Umgebung erinnerte, regte zu Gesprächen an über das, was sich erblicken und vielleicht interpretieren ließ. Auf den ersten Blick ein gemütlicher Platz mit Tisch und Bänken, auf den zweiten Blick dann doch zum Nachdenken zwingend: die Feuerstelle umgeben von Müll – ebenfalls aus Karton gearbeitet – mit Hochhäusern auf Baumstümpfen und vielen kleinen Kunststoffäxten an einem Baumstumpf.

Der 34-jährige Künstler meinte: „Ich konstruiere raumfüllende Installationen aus temporären Materialien. Diesen Plastiken wohnt die Dynamik inne, Bezug zu nehmen und zu kontrastieren.“ Laudatorin Manuela Prost aus Braunschweig sah im Wirken Isensees zunächst den Recyclingaspekt: „Natürliches Material aus nachwachsendem Rohstoff und hauptsächlich als Verpackung erfüllt es seine Einweg-Funktion, um dann von uns entsorgt zu werden.“

Für Prost sei es die Vergänglichkeit unserer Zeit, die der Kunstschaffende in der Wahl dieses Werkstoffes zum Thema macht. „Jedoch ist der Recycling-Aspekt des Künstlers ein besonderer und die Form, in der er das Material zurück in unsere Wirklichkeit holt, hat eine eigene Qualität.“

Mit Alltagsmaterialien wie Pappkarton, Lack und Kunststoff konzentriert sich Isensee auf seine Konzeption, in der manches Mal technische Komponenten auftauchen; da dreht sich ein Objekt, ein anderes lädt ein, durch Sehschlitze zu schauen.

Für seine in einem Extra-Raum installierte Videoshow – erst um Mitternacht vor der Vernissage fertig geworden – hat er eine eigene Computersoft- und -hardware geschaffen. Da werden die Besucher in die Kunst eingebunden, räumlich können sie durch eigene Bewegungen das Bild verändern. „Auf alle Fälle gibt es viel zu sehen und hinzuschauen“, formulierte eine Besucherin.

Die Ausstellung wird bis zum 5. Juni in der Künstlerstätte, An der Wassermühle 5, gezeigt. Die Öffnungszeiten sind freitags und sonnabends von 15 bis 18 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr.

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