Unbekannte zerstören 100 Jahre alte und „unwiederbringliche“ Dachpfannen am Backhaus des Guts Varrel

Kein Respekt vor ehrenamtlichem Engagement

Günther Kuttruf betrachtet einen Schaden am Backhaus.  
Foto: Andreas Hapke
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Günther Kuttruf betrachtet einen Schaden am Backhaus. Foto: Andreas Hapke
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Varrel – Günther Kuttruf und Jürgen Schneider vom Förderverein Gut Varrel sind sauer. Erneut ist das Gut in der vergangenen Woche zur Zielscheibe von Vandalismus geworden. Diesmal haben Unbekannte im hinteren Teil des Backhauses Steine auf das Dach geworfen und so mehrere Schindeln zerstört. „Diese Pfannen sind mehr als 100 Jahre alt und unwiederbringlich“, sagt Vereinsvorsitzender Frank Schröder. Nach Einschätzung Schneiders muss sich der Vorfall bereits am Mittwoch ereignet haben.

Die Förderer verfügen zwar noch über in paar Ersatzschindeln. Doch sollten die aufgebraucht sein, könnte es teuer werden. „Ein Händler in Brake hat sich darauf spezialisiert und lässt sich das entsprechend bezahlen“, sagt Schneider.

Er und Kuttruf sind Mitglieder der Arbeitsgruppe des Fördervereins, die sich an den Wochenenden trifft. Mehr noch als über den finanziellen Schaden ereifern sich die beiden Männer über die Sinnlosigkeit der Beschädigung – und über den mangelnden Respekt für ihren ehrenamtlichen Einsatz. So sieht es auch Schröder. „Es ist für die Mitglieder, die jeden Samstag für den Erhalt und der Pflege auf dem Gut arbeiten, unverständlich, dass ihre Leistung derart missachtet wird. Anerkennung sieht anders aus“, stellt er fest. Das Gut Varrel sei ein Kleinod in der Gemeinde Stuhr und solle den Besuchern Freude und Erholung bieten.

„Wir krabbeln den Tätern immer hinterher. Was in der Woche kaputtgemacht wird, müssen wir am Samstag reparieren“, schimpft Schneider. Einige Mitglieder der Arbeitsgruppe hätten aus diesem Grund keine Lust mehr und bereits die Brocken geschmissen. „Wir machen aber weiter“, kündigt Kuttruf an.

Nach acht Wochen corona-bedingter Auszeit sind die Helfer inzwischen wieder im Einsatz. „Maximal zu zehnt und nur in Zweiergruppen“, berichtet Kuttruf. „Da achtet der Vorsitzende drauf.“ Zurzeit stünden diverse Instandsetzungs-, Renovierungs- und Pflasterarbeiten an. Außerdem baut die Arbeitsgruppe gerade einen neuen Werkzeugschrank aus altem Holz.

Immer wieder kommt es im Bereich des Guts zu Sachbeschädigungen, auch der benachbarte Tennisclub Blau-Weiss Varrel war bereits mehrfach davon betroffen. Zuletzt hatten Unbekannte ihrer Zerstörungswut auf dem Boule- und dem Sportplatz des TuS Varrel freien Lauf gelassen.

Von Andreas Hapke

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