Kandidaten-Check in Stuhr

Verein lädt Bewerber für den Bundestags-Wahlkreis zur Podiumsdiskussion

Auf einem Notizblock sind die zwei Geschlechter auf einer Waage abgebildet.
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Wie stehen die Direktkandidaten zur Bundestagswahl 2021 zu Fragen der Gleichberechtigung?

Vier Bewerber um das Direktmandat zur Bundestagswahl stellen sich am 19. Juni den Fragen der Moderatorinnen und des Publikums in einer kurzweiligen Fragerunde zu Themen rund um Gleichstellung und Region.

Stuhr – Podiumsdiskussion in Stuhr: Das Team des Fördervereins Gleichstellungstreffpunkt „Sie(h)da“ hat die Direktkandidaten des hiesigen Wahlkreises zur Bundestagswahl 2021 von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP zu einem virtuellen Schlagabtausch am Samstag, 19. Juni, eingeladen. Alle vier Politiker sagten sofort zu, teilt der Verein mit. AfD und Die Linke stellen im Wahlkreis Diepholz – Nienburg I keinen Kandidaten für die Wahl und nehmen daher nicht an der Diskussion teil.

Vor vier Jahren gewann Axel Knoerig von den Christdemokraten den Wahlkreis 33 mit 44,6 Prozent der abgegebenen Stimmen. Er tritt erneut an. Für die Grünen geht Sylvia Holste-Hagen ins Rennen, Peggy Schierenbeck für die Sozialdemokraten und Andreas Hinderks für die Liberalen.

Amrei Runte-Laue, zweite Vorsitzende des Fördervereins, wird die Veranstaltung voraussichtlich mit Gründungsmitglied Patricia Veigel-Runte moderieren. „Wir wollen von den Bundestagskandidaten einen anderen Blick einfangen“, so Veigel-Runte. „Was wissen die Kandidaten über ihren Wahlkreis? Wie stehen sie zu den Themen Gleichstellung, Gewaltprävention, Rollenbildern und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf?“ Es soll zudem ein Quiz geben sowie einen Zeitstrahl, bei dem die Politiker historische Ereignisse einordnen müssen, die in Deutschland passiert sind. Ebenfalls seien Fragen aus dem Publikum ausdrücklich erwünscht, so Veigel-Runte. Die Veranstalter wollen dabei schauen, was die Kandidaten im Bundestag ausrichten können und welche Auswirkungen das auf den Landkreis Diepholz habe. Runte-Laue und Veigel-Runte koordinieren die Veranstaltung ehrenamtlich.

Welchen der zwei weiblichen und zwei männlichen Direktkandidaten wird der Förderverein unterstützen? „Wir sind themengebunden und politisch neutral“, sagt Amrei Runte-Laue. Generell stehe die Frage der Gleichstellung im Mittelpunkt und ob die Kandidaten das Thema auf ihrer Agenda haben. „In erster Linie wollen wir nicht werten, sondern gegenüberstellen“, so Moderatorin Runte-Laue.

Bereits vor rund zwei Jahren dachte sich der Förderverein Fragen für die damaligen Bürgermeisterkandidaten der Gemeinde Stuhr zu den Themen Gleichstellung, Kita-Plätze, Kinderbetreuung und Frauenquote aus und stellte sie den Bewerbern damals. „Die Fragen zur Kommunalwahl wurden sehr positiv aufgenommen“, sagt Patricia Veigel-Runte. „Mehr als 2 600-mal wurde das Video zur Bürgermeister-Wahl angeklickt“, ergänzt Runte-Laue. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl der Gemeinde Stuhr (33 200 Einwohner, Stand 2008) sei das „sehr ordentlich“, sagt sie. Wie die Kandidaten mit Catcalling (Nachpfeifen) umgehen und andere Verhaltensfragen seien spannend gewesen und seien bei der anstehenden Podiumsdiskussion wieder zu erwarten, so die zweite Vorsitzende.

Nicole Feldmann-Paske, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Stuhr, betonte die Neutralität der Gemeinde bei der Veranstaltung und dass die Kandidaten die Möglichkeit haben, ihre Positionen „auf die Region runtergebrochen ganz konkret“ darzustellen. „Die Wähler können so gute Ideen erhalten und welche Positionen die Direktkandidaten vertreten, auch zur Gleichstellung.“ Damit würden die Bewerber „nahbar für die Menschen der Gemeinde Stuhr“, so Feldmann-Paske. Außerdem lobt sie die Institution des Vereins. „Nicht jede Gemeinde hat solche Konstrukte wie den Förderverein, um breit gefächert Gleichstellungsthemen anzugehen“, lobt Feldmann-Paske.

Wann und wo?

Die virtuelle Podiumsveranstaltung ist am Samstag, 19.  Juni, von 16 bis 17.30 Uhr. Eine kostenfreie Anmeldung ist für alle Interessierten – mit Hauptaugenmerk auf den Landkreis Diepholz – im Internet auch für Kurzentschlossene unter bit.ly/3g8O1x2 möglich.

Förderverein Sie(h)da

In der Gemeinde Stuhr gibt es seit Juni 1997 den Treffpunkt Sie(h)da. Dort treffen sich laut Vereinsangaben Frauen jedes Alters und jeder Kultur, die schon lange in der Gemeinde leben oder neu zugezogen sind, mit anderen Frauen, die gleiche Interessen oder Hobbys haben – sei es in Literatur, Musik oder Körpererfahrungen durch Bewegung, Tanz und vieles mehr. Diese Frauen probieren neue Wege aus, ihr Leben zu gestalten. Die Frauen, die sich beim Treffpunkt Sie(h)da engagieren, wollen für sich und andere bessere Lebensbedingungen schaffen und arbeiten an gesellschaftlichen Veränderungen mit. Sie wollen sich gleichermaßen mit aktuellen frauenpolitischen Themen auseinandersetzen und auch einfach nur Spaß miteinander haben. Seit 2007 gibt es den „Förderverein Frauentreffpunkt Sie(h)da Stuhr“ (www.siehda-stuhr.de). Ziel und Zweck des Vereins ist die finanzielle und ideelle Unterstützung des Stuhrer Frauentreffpunktes. Die Mitgliedschaft bleibt laut Satzung allein Frauen vorbehalten. Fördermitglied könne jeder werden.

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