Kampagne „Misch dich ein“

Netzwerk ermutigt zur Zivilcourage

Stuhr - Von Andreas Hapke. Das Netzwerk „PrimA – Prävention im Nordwesten“ will Internetnutzer aus ihrer Passivität herausholen und zur Zivilcourage ermutigen. „Misch dich ein“ heißt die Kampagne, die die 21 kommunalen Präventionsräte und die Polizei am 9. Februar starten, am „Safer Internet Day“ also.

Bis zum 9. September können Nutzer unter www.prima-challenge.de für ein besseres Netz eintreten: Sie können Verhaltensregeln für den Umgang miteinander aufstellen. 10000 Teilnehmer will die Kampagne in den sieben Monaten gewinnen. Das Ergebnis wird der Öffentlichkeit vorgestellt. „Im Internet nur mit Leuten verkehren, die man auch im richtigen Leben kennt“ – diese Regel trägt Arno Zumbach, bei der Polizeiinspektion Diepholz für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, während der Pressekonferenz im Rathaus demonstrativ auf www.prima-challenge.de ein. Die Polizei kann sich schließlich jetzt schon dort einloggen.

Generell seien Sachverhalte im Internet so zu handhaben wie in der realen Welt, sagt Zumbach. Oder wie es Niels Thomsen, Bürgermeister und Schirmherr der Präventionsarbeit in Stuhr, formuliert: „Das Internet ist keine Parallelwelt. Doch das ist vielen jungen Menschen, die noch gar nicht im echten Leben stehen, nicht bewusst.“

Hintergrund der Kampagne ist die Zunahme an Hasskommentaren und Bedrohungen im Internet. „Leite ich die weiter, dann ist das genau so, als ob ich das weitererzählen würde“, sagt Zumbach. „Ich mache mich mitschuldig, wenn nicht strafrechtlich, so doch moralisch.“ Jeder sei für die Pflege seines Internetprofils verantwortlich. „Landen Hassbotschaften auf meiner Seite, muss ich die löschen.“

Die Kampagne geht einen Schritt weiter. „Selbst agieren nicht ausgeschlossen“, nennt Zumbach das. Der Nutzer könne auch einen eigenen Kommentar gegen die Hetze schreiben oder eine Diskussion in die positive Richtung auslösen. „Er darf sich nur nicht auf das Niveau des Anderen herablassen.“

Die Nutzer sollten auch nicht davor zurückschrecken, eine Anzeige zu erstatten. Wer etwa sexuelle Darstellungen von Kindern unter 14 Jahren verbreite, mache sich strafbar. Auch Cybermobbing – die Bedrohung, Erpressung und üble Nachrede im Internet – sei eine Straftat und deshalb anzeigewürdig. „Die Anzeige muss jedoch fundiert sein“, fügt Zumbach hinzu. „Anonym erstattet ist sie das nicht.“ Parallel dazu könnten Schüler „auf einfachem Weg“ mit den Eltern betroffener Kinder Kontakt aufnehmen.

Nach der Kampagne zur kompetenten Netz-Nutzung ist „Misch dich ein“ bereits der zweite „PrimA“-Vorstoß. „Wir planen weitere Aktionen“, kündigt Hans Schüler, Sprecher von „Stuhr macht Prävention“, an.

Rubriklistenbild: © dpa

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