17 junge Migranten lernen deutsche Sprache und Kultur an der KGS Brinkum

„Laafu“ und „Danke“

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Das syrische Wort „Laafu“ heißt „Bitte“. Diesen und andere alltägliche Begriffe lernen die Jungen und Mädchen aus Syrien, Griechenland, Pakistan, Portugal sowie der Ukraine in der einjährigen Sprachlernklasse an der KGS Brinkum. Betreut werden sie vor allem von Schülern des Kurses „Soziales und Gesundheit“ aus der zehnten Klasse.

Stuhr - Von Katrin Köster. Deutsche Sprache, schwere Sprache: Diese Erfahrung machen derzeit 17 junge Migranten im Rahmen einer Sprachlernklasse an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Brinkum. Sie wollen Deutsch lernen und sich auf den Unterricht in den Regelklassen vorbereiten. Auch ihre Betreuer stellen immer wieder fest, dass es für ihre Schützlinge aus anderen Kulturkreisen ein hartes Stück Arbeit ist, sich auf Deutsch und in Deutschland zurechtzufinden.

Lebhafte Stimmen und Gelächter dringen aus dem Raum im Erdgeschoss der KGS. Dort üben 17 Jungen und Mädchen aus Griechenland, Portugal, Syrien, Afghanistan und dem Iran die deutsche Sprache. Arbeitsblätter liegen vor ihnen. Ein Lückentext, viele Bilder. Die Themen heute: Hobbys, der menschliche Körper und Kleidungsstücke. Seit November verfügt die KGS über diese Sprachlernklasse, in der Migranten bis 15 Jahre die deutsche Sprache und Kultur kennen lernen sollen, berichtet Schulleiter Michael Triebs. Er vertritt seinen Kollegen Dieter Meyer, der die Gruppe organisiert. Entstanden ist sie auf Anregung von KGS-Schülern der zehnten Klasse aus dem Kurs „Gesellschaft und Soziales“ sowie Daniela Gräf vom Mehrgenerationenhaus.

Auf dem Stundenplan steht neben dem Spracherwerb vor allem das Vertrautmachen mit der hiesigen Kultur. „Das reicht von der Begrüßung bis hin zu Alltagsdingen wie das Äußern von Wünschen oder jemandem mitteilen zu können, wo etwas wehtut“, nennt der Schulleiter Beispiele. „Die Kinder sind ein Jahr in dieser Klasse, danach gehen sie in die Regelklassen“, so Triebs. Eine Ausnahme bilden Schüler, die bei ihrer Ankunft weder lesen noch schreiben können. Sie bleiben zwei Jahre in der Sprachlernklasse. „Derzeit haben wir aber solche Kinder nicht bei uns“, sagt Triebs.

Die Kursdauer ist recht knapp gehalten, gibt er zu. Aber: „Die alphabetisierten Kinder sind nach dem Jahr so fit, dass sie sich in der Regelklasse bewegen und verständigen können“, so die Erfahrung des Pädagogen. Allerdings müssen diese Schüler zusätzlichen Förderunterricht bekommen. „Das geht nach den Sommerferien los“, sagt Triebs.

Der Schulleiter und seine Kollegen möchten das Programm ausbauen und hoffen auf die Bewilligung weiterer Lehrerstunden durch die Behörden. Zudem setzen sie auf ambitionierte Helfer von außen. „Ich bin dabei, Pädagogen ranzuholen, die Erfahrung haben, aber keine Lehrer sind“, so Triebs. So möchte er das Problem der Verständigung noch mehr in den Griff bekommen, da im Kollegium zum Beispiel niemand Arabisch spricht. „Da hilft uns jemand von der Gemeinde“, so Triebs.

Auch Fabienne Ahlers unterstützt die Klasse. Sie hat 2015 ihr Abitur gemacht. Sie arbeitet mit den Flüchtlingen Fragebögen durch und spricht mit ihnen über Themen des Alltags. Eine Win-win-Situation, findet auch Triebs Kollegin Heidrun Meier, die die Klasse an diesem Tag betreut. „Die Flüchtlingskinder profitieren von den Gesprächen mit fast Gleichaltrigen. Sie trauen sich mehr. Und meinen Schülern macht es Spaß“, bilanziert sie.

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