Mit neuen Ideen zurück im Heimatort

Graffiti und Thaiboxen: Malte Kasper bringt private Interessen in Jugendarbeit ein

Jugendpfleger Malte Kasper vor dem No Moor
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Jugendpfleger Malte Kasper ist der neue Sozialpädagoge im Jugendtreff No Moor.

Malte Kasper ist der neue Sozialarbeiter im Jugendtreff No Moor in Moordeich. Seine privaten Interessen bringt er dabei mit Gewinn in seine Arbeit ein.

Moordeich – Jung, frisch, dynamisch – mit diesen drei Worten beschreibt Silke Amrhein ihren neuen Kollegen Malte Kasper. Seit Anfang des Jahres gehört der 30-Jährige zum Team des Jugendtreffs No Moor in Moordeich. „Er bringt Fähigkeiten mit, die wir so bei uns noch nicht haben“, meint Leiterin Amrhein. Malte Kasper bringt private Interessen gewinnbringend in der Jugendarbeit ein. Er besetzt eine 25-Stunden-Stelle in der klassischen Jugendarbeit. Zehn weitere Stunde in der Jugendpflege kommen hinzu.

Malte Kasper war in seiner Kindheit auf der Grundschule Moordeich. Sein Abitur hat er an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Stuhr-Brinkum gemacht. „Danach habe ich an der Uni Bremen Erziehungs- und Bildungswissenschaften und Kunst, Medien und ästhetische Bildung studiert“, erzählt er. Während dieser Zeit arbeitete er bereits als selbstständiger Teamleiter im Verband deutscher Jugendherbergen im Großraum Bremen. Danach folgte eine Zeit als Streetworker in Bremen. „Da habe ich hauptsächlich mit und für Geflüchtete gearbeitet“, erinnert sich der Jugendpfleger.

Nun zieht es ihn zumindest beruflich zurück zu den Anfängen nach Moordeich. Warum? „Ich habe hier meine Wurzeln. Meine ganze Familie wohnt hier“, sagt er. „Es ist ein Fleckchen Erde, mit dem ich mich ganz gut identifizieren kann.“ Noch wohnt Malte Kasper zwar in Bremen, aber er kann sich vorstellen, seinen Wohnsitz später zurück in die Gemeinde Stuhr zu verlegen: „Vielleicht ziehe ich – dann im besten Fall mit einer eigenen gegründeten Familie – hierher zurück.“

Graffiti und Streetart in legale Bahnen lenken

Zu den persönlichen Interessen von Malte Kasper zählen Streetart (zu Deutsch: Straßenkunst) und Graffiti. „Aber auch die analoge Fotografie ist mein Steckenpferd“, sagt der 30-Jährige. Seine privaten Interessen lässt er in seine tägliche Arbeit einfließen: „Streetart ist eine Kunstform, die sich Jugendliche selbst aneignen“, meint er. Allerdings ist diese Kunstformen – auch das Graffitisprühen – deswegen oft am Rande der illegalen Szene zu verorten. Dass Stuhrer Jugendliche in diese Szene abrutschen, will der Sozialpädagoge vermeiden. „Ich will da präventiv rangehen. Ich kann eine Ansprechperson sein, die ich früher nie hatte“, erklärt Malte Kasper.

Graffiti und Streetart gehören zu den persönlichen Leidenschaften von Malte Kasper. Der 30-Jährige will jungen Künstlern eine legale Plattform bieten.

Um Streetart in legale Bahnen lenken zu können, hat der Bremer schon Ideen im Kopf: „Für größere Graffiti-Projekte könnte man Räume oder Hallen mieten.“ In Heiligenrode oder in der Funsport-Anlage in Brinkum gebe es zwar bereits Flächen, um diese Kunst legal zu praktizieren, „aber meiner Meinung nach reichen die nicht aus“. Das erste konkrete Projekt ist ein Graffiti-Workshop in der ersten Osterferienwoche am und im Jugendtreff in Moordeich. „Wir wollen das No Moor verschönern“, kündigt der Jugendpfleger an. Darüber hinaus will er Kontakte zu etablierten Graffiti-Künstlern der Region knüpfen, um in Zukunft neue Projekte anschieben zu können.

Thaiboxen vermittelt gesellschaftliche Werte

Malte Kaspers zweite große Leidenschaft ist das Thaiboxen: „Ich bin Trainer in Bremen.“ Dieser Kampfsport vermittelt Werte, die sich auch in seine Arbeit mit Jugendlichen einbauen lassen – zum Beispiel Respekt seinem Trainingspartner gegenüber, ohne ihn jemals ernsthaft verletzen zu wollen. „Das predige ich bei Trainingsstunden immer wieder“, sagt er.

Für den Stuhrer Ferienspaß kündigt Malte Kasper erste Einblicke in seine Lieblingssportart an: „Es ist angedacht, dass wir da kleinere Aktivitäten wie Liegestütze oder Seilspringen anbieten.“ Falls die Corona-Fallzahlen oder der Inzidenzwert im Landkreis runtergehen, „könnte ich mir vorstellen, aktiv Thaiboxen hier anzubieten. In der Planung bin ich aktuell aber wegen Corona sehr vorsichtig“, erklärt er.

Gebaut aus alten Tischtennisplatten: Malte Kasper spielt im No Moor eine Art Mini-Curling auf einem Holzgestell, an dem er selbst mitgearbeitet hat.

In Zeiten von Kontaktbeschränkungen und Corona ist es für Malte Kasper nicht ganz so einfach, die Jugendlichen in Moordeich kennenzulernen. „Quantitativ hält sich der Kontakt zu ihnen tatsächlich in Grenzen“, gibt er zu. Dass das No Moor direkt neben der Lise-Meitner-Schule liegt, kommt ihm allerdings zugute, weil er dem einen oder anderen Jugendlichen dadurch zwangsläufig öfter über den Weg läuft. „Ich habe mich außerdem persönlich in allen Abschlussklassen der KGS vorgestellt“, erzählt Malte Kasper.

Allein das hat geholfen, sich bei den Schülern ins Gespräch zu bringen, weiß die Leiterin vom No Moor, Silke Amrhein: „Jugendliche sind so gut vernetzt, das glaubt man manchmal nicht. Wenn man einmal einen Fuß in der Tür hat, dann wissen die Schüler schnell, dass da ein neuer Kollege im Jugendtreff ist. Das spricht sich einfach rum.“

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