Judith Matthes hat am 20. Februar ihren Ordinationsgottesdienst in Seckenhausen

„Ich wollte immer Pastorin auf dem Dorf werden“

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Judith Matthes in der Seckenhauser Kirche, ihrem künftigen Arbeitsplatz.

Seckenhausen - Von Andreas Hapke. Auch wenn die Räume im Pfarrheim noch etwas verwaist aussehen und der bestellte Schreibtisch auf sich warten lässt: So langsam kommt Judith Matthes an in ihrer neuen Heimat Seckenhausen. Was ihren Berufswunsch angeht, ist sie sogar schon am Ziel: „Ich wollte immer Pastorin auf dem Dorf werden“, sagt sie.

Nach ihrem Studium der Theologie in Göttingen und dem Vikariat in Scharnebeck bei Lüneburg ist Seckenhausen die erste Pfarrstelle für Judith Matthes. Ihre Ordination feiert sie im Gottesdienst am Sonnabend, 20. Februar.

Schon früh ist in Matthes der Wunsch gereift, eine kirchliche Laufbahn einzuschlagen. Sie führt das auf ihr Engagement bei den Pfadfindern in Burgwedel bei Hannover zurück. Dorthin sind die Eltern von Chemnitz aus gezogen, als Judith Matthes sieben Jahre alt war. Schon mit den „Pfadis“ habe sie Andachten und Gottesdienste gefeiert. „Zur Kirchengemeinde zu gehören und mit jungen Leuten unterwegs zu sein, hat mich geprägt“, sagt die 30-Jährige – ebenso wie der christliche Hintergrund ihrer Eltern. Die hatten sich in Chemnitz in der Jungen Gemeinde kennen gelernt. Schon dort besuchte Matthes den Kindergottesdienst.

Nur ein Mal, kurz nach dem Abitur, geriet ihr Berufswunsch ins Wanken. Matthes überlegte, Dolmetscherin zu werden, verwarf dies aber wieder. Die Tätigkeit einer Pastorin erschien ihr kreativer, vielseitiger. „Ich wollte mit Menschen aller Altersklassen arbeiten“, sagt sie. Also fasste sie den Mut und schrieb sich für das „schwere Studium“ der Theologie ein.

„Als ganz normaler Mensch mit ganz normalen Menschen Kirche sein und gestalten“ – das schwebt Matthes als Pastorin in Seckenhausen vor. Der Stuhrer Ortsteil war nicht ihre erste Wahl. Gewünscht hatte sie sich eine Stelle in Osnabrück oder Stade, nun sei sie in der Mitte gelandet. „Stuhr ist auch ein Ort mit Ikea an der Autobahn, wie Burgwedel. Das ist wie nach Hause kommen“, sagt Matthes und lacht. Man ahnt, warum sie sich selbst als lustig, fröhlich, gesellig und umgänglich bezeichnet. „Ich kann aber auch ernst sein.“

Die Kirchengemeinde habe sie bereits als vielfältig und rege, mit toller Kinderarbeit und mit einem großen ehrenamtlichen Engagement wahrgenommen. Für das richtige Kennenlernen hat Matthes ein Jahr veranschlagt. Dann wolle sie sehen, wo sie sich einbringen kann. Ein Gottesdienst zu einer anderen Uhrzeit schwebt ihr vor, zusätzlich zum bereits bestehenden „Go!sieben“-Gottesdienst. „Vieles von dem, was ich mir vorgestellt habe, gibt es aber auch schon“, sagt Matthes und nennt Taizé-Andachten und Gottesdienst auf dem Land als Beispiele. Ein Tauffest im Klosterbach und Pfadfindergottesdienste stehen noch auf ihrer Liste.

Judith Matthes ist ledig und liest in ihrer Freizeit gerne Magazine sowie englische und schwedische Bücher, letztere um ihre Kenntnisse in der Sprache „warm zu halten“. Das Sprachtalent – sie beherrscht auch Französisch und Spanisch – fährt ebenso gerne Rad. Deshalb und weil sie unbedingt im Silbersee baden möchte, sehnt sie den Sommer herbei.

Zunächst einmal freut sich die Pastorin aber auf ihre Tätigkeit in der Seckenhauser Kirche. „Ein hoher und heller Raum, der so viel Weite eröffnet“, sagt sie. Ihrer bevorstehenden Ordination fiebert Matthes nach eigener Auskunft noch nicht entgegen. „Dann müsste ich ja wochenlang aufgeregt sein.“ Viel nervöser sei sie wegen der Ordination ihrer Freundin. Die heißt Mareike Hinrichsen-Mohr und hat morgen in Vilsen ihren großen Tag.

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