Ein pragmatischer Mann

Johannes Südkamp ist neuer Vorsitzender des FDP-Ortsvereins Stuhr: „Meckern kann jeder“

Für ein eigenes Haus mit Garten ist Johannes Südkamp im Dezember 2017 von Bremen nach Fahrenhorst gezogen. Kurz danach hat er angefangen, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren.
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Für ein eigenes Haus mit Garten ist Johannes Südkamp im Dezember 2017 von Bremen nach Fahrenhorst gezogen. Kurz danach hat er angefangen, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren.

Johannes Südkamp ist neuer Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes Stuhr. Im Gespräch mit der Kreiszeitung spricht er über das, was ihn politisch und privat ausmacht.

Stuhr / Fahrenhorst – Pragmatisch – ein Wort, das Johannes Südkamp gern und häufig verwendet. Der Fahrenhorster ist ein Freund des Pragmatischen. Das zeigt sich bei ihm in vielen Lebenslagen – seit Kurzem auch in der Kommunalpolitik: Er ist vom FDP-Ortsverband Stuhr zum neuen Vorsitzenden gewählt worden (wir berichteten). „Am Rand stehen und meckern kann jeder“, sagt der 35-Jährige, „aber man muss sich auch engagieren, um etwas zu ändern.“

In der Politik engagiert sich Südkamp erst seit wenigen Jahren: „2018 bin ich in die FDP eingetreten. Davor war ich nicht aktiv.“ Ihn habe seinerzeit die Gesamtsituation in Deutschland so sehr gestört, dass er den Weg aus der Passivität wählte. Als er sich dann für eine Partei entscheiden wollte, sei er pragmatisch vorgegangen: „Ich habe mir die Parteien angeguckt und mich für die entschieden, die am besten zu mir passt.“ Die Wahl fiel auf die FDP. „Da habe ich die meiste Übereinstimmung gesehen.“ Seitdem geht es innerhalb der Partei für ihn schnell vorwärts: vor drei Jahren der Eintritt, 2019 die Wahl zum Beisitzer im Vorstand, und bereits zwei Jahre später sitzt er dem Ortsverband Stuhr vor.

Generationenwechsel durch Wahl von Johannes Südkamp

Durch seine Wahl vollziehe die FDP in seiner Wahlheimat einen Generationenwechsel, der laut Südkamp sehr harmonisch verlaufen sei. „Die Idee war, den Vorstand jünger zu machen. Das haben wir gut hingekriegt“, meint der 35-Jährige. „Mein Vorgänger Jan-Alfred Meyer-Diekena unterstützt das total.“ Deswegen sei die Neuwahl zu jeder Zeit transparent und offen mit allen Beteiligten kommuniziert worden. „Jetzt haben wir eine gute Mischung aus Jung und Alt“, sagt Südkamp. In dieser Konstellation würden beide Lager Vorteile ziehen: „Wir Jungen profitieren von der Erfahrung der Älteren. Im Gegenzug bringen die Jungen frische Ideen ein.“

Zu den frischen Ideen von Johannes Südkamp zählt sein Pragmatismus. Im Hinblick auf die Impfstrategie sagt er: „Wir können stolz auf unsere Bürokratie sein, aber manchmal verschlafen wir dadurch Dinge. Wir schränken uns durch Vorgaben selbst ein. Der Fokus sollte darauf liegen, erst einmal etwas zu schaffen.“ Er wisse zwar, dass auf kommunaler Ebene wenig hinsichtlich der Thematik erwirkt werden kann, „aber es gibt viele Dinge, wo es ähnliche bürokratische Probleme gibt wie beim Impfen“, ist sich Südkamp sicher. Dazu zähle für ihn auch die seit mehr als 15 Jahre andauernde Ortskernentwicklung in Brinkum. „Dieses Thema habe ich sozusagen geerbt“, sagt er. „Hier muss etwas passieren. Wir müssen einen pragmatischen Weg finden, das Projekt zu Ende zu bringen.“ Wie es besser und vor allem pragmatischer laufen kann, zeige laut Südkamp das Verfahren zur Ortskernentwicklung Stuhr: „Da läuft gerade eine Online-Umfrage der Gemeinde. Das halten wir von der FDP für einen super Weg. Fehler, die in Brinkum gemacht wurden, dürfen wir nicht wieder machen.“

Johannes Südkamp begeistert sich privat für Sport

Nach Fahrenhorst zu ziehen, war für den neuen FDP-Vorsitzenden und seine Familie ebenfalls eine pragmatische Entscheidung. „Es war nicht so, dass ich von Anfang an unbedingt hier hinziehen wollte“, sagt Südkamp. „Es hat sich für uns einfach angeboten.“ Das Zusammenspiel vieler Faktoren habe das Pendel nämlich in Richtung des Stuhrer Ortsteils ausschlagen lassen. „Meine Frau und ich wollten aus der Großstadt raus. Wir wollten ein freistehendes Haus mit Garten“, erinnert er sich. Deswegen habe er im Dezember 2017 Bremen gegen Fahrenhorst eingetauscht. Auch die räumliche Nähe zu seinen Eltern habe eine Rolle gespielt. „Ich komme gebürtig aus Vechta, meine Eltern wohnen noch immer dort“, sagt Südkamp. Mittlerweile ist er Vater von zwei Mädchen. „2018 haben wir uns erweitert“, kommentiert er lachend. „In Fahrenhorst sind meine Kinder ihren Großeltern näher.“

Die Gemeinde Stuhr ist trotzdem nicht zu weit von Johannes Südkamps Herzensverein entfernt: Er ist Anhänger von Werder Bremen. „Ich teile mir mit einem Kumpel eine Dauerkarte für das Weserstadion“, sagt er. Ohnehin sei er ein sehr sportaffiner Mensch – „auch wenn man mir das heute nicht mehr so ansieht“, meint er lachend und ergänzt: „Ich bin begeisterter Basketballspieler.“ In früheren Jahren sogar recht erfolgreich. „Ich habe bis zur Regionalliga bei Rasta Vechta gespielt“, sagt er. Darüber hinaus interessiert sich Johannes Südkamp neben dem Beruf – er arbeitet beim Computer- und Softwarehersteller Dell Technologies – auch im Privaten für die neuesten Technologien. „Das ist mein Hobby“, sagt er. Wenn es die Zeit zulässt, dann entwickelt er für sich und sein Zuhause Methoden, um beispielsweise den Trockner über eine App zu steuern. Er meint selbst: „Da sind viele Dinge dabei, die man nicht unbedingt braucht.“ Aber Hauptsache pragmatisch.

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