Belastetes Brauchwasser?

Verein für Gewässerschutz prüft Wasserproben von 86 Bürgern in Stuhr-Brinkum

Bürger stehen vor dem Labormobil.
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Labormobil: Der Verein VSR-Gewässerschutz nimmt Analyseaufträge von Brunnenwasser entgegen. Pressesprecher Harald Gülzow (r.) freut sich über das rege Interesse über die Brauchwasseruntersuchung. 86 Bürger haben das Angebot am Dienstag wahrgenommen.

Der Verein VSR-Gewässerschutz war mit einem Labormobil auf dem Marktplatz in Stuhr-Brinkum auf der Suche nach unreinen Gewässerproben. 86 Bürger nutzten die Gelegenheit, um Brach- und Trinkwasserproben untersuchen zu lassen. Die Proben stammten hauptsächlich aus privaten Brunnen. 

Stuhr – Ist mein Grundwasser belastet? Diese Frage konnten sich Bürger am Marktplatz in Stuhr-Brinkum am Dienstag von Experten des Vereins VSR-Gewässerschutz beantworten lassen. Der „Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse“, so sein Gründungsname, kommt einmal im Jahr mit einem Labormobil in die Region. Dabei wechselt der Verein turnusgemäß seinen Standort zwischen Stuhr und Weyhe.

86 Leute reichten an diesem Tag Proben ein und machten von der kostenpflichtigen Prüf-Gelegenheit Gebrauch. Dabei konnten Interessierte entweder eine Schnelluntersuchung an Ort und Stelle durchführen lassen oder eine weitergehende Testung der Gewässerprobe einreichen, die später in einem Labor untersucht und ausgewertet wird. Das dauere laut Verein hingegen rund zwei Wochen Bearbeitungszeit. Das Ergebnis des Analyseauftrags komme anschließend per Post zum Kunden.

Taugt das Teichwasser zum Angeln?

Auch Heiko Prigge nutzte die Gelegenheit. Der Rentner aus Heiligenloh besitzt einen See in der Region und will die Wasserqualität überprüfen lassen, um zu erfahren, ob der Ort zum Fischen geeignet ist. Prigge nutzt das Angebot der Umweltschützer zum ersten Mal.

Und wo ist das Wasser am bedenklichsten? „Das kann man so pauschal nicht sagen“, sagt Harald Gülzow. Der Diplom-Physiker ist Pressesprecher des Vereins. Er sagt: „Jeder Brunnen hat seine Besonderheiten.“ Da mache es keinen Unterschied, ob die Bohrstelle zwei oder sieben Meter tief liege. Die meisten Brunnen-Bohrlöcher seien jedoch rund sieben Meter tief. Je nach Beschaffenheit des Untergrunds reichten aber mancherorts schon zwei Meter.

Das große Problem in Niedersachsen sei derweil die starke Nitrat-Belastung durch die Landwirtschaft. Laut Gülzow sei dieser Umstand bereits seit den 1990er-Jahren bekannt. „Die Nitrat-Verordnung der EU stammt aus dem Jahr 1991 und das Problem gibt es heute noch“, ärgert sich der Experte.

Wir raten alle drei Jahre und nach neuen Baustellen in der Nähe oder der Verlegung von Abwasserrohren zur Wasserprüfung.

Diplom-Physiker Harald Gülzow, Pressesprecher VSR-Gewässerschutz

Einen langjährigen Trend hin zu eher besserer oder schlechterer Wasserqualität privater Brunnen sieht Gülzow nicht. Seit Mitte der 1980er-Jahre beschäftigt er sich mit dem Thema Gewässer-Verunreinigung, und ebenso lange gibt es die mobilen Untersuchungen. „Lokale Verunreinigungen wird man wohl auch in 20 Jahren noch haben“, sagt er. In der Regel gebe es Belastungen von Brunnenwasser mit Coli-Bakterien. Das komme immer wieder vor, so der Experte. Häufigste Ursache dafür seien undichte Abwasserrohre. Das entweichende Abwasser verunreinige dann das Grundwasser. „Jeder Brunnen-Besitzer sollte regelmäßig sein Wasser kontrollieren“, sagt Gülzow. „Wir raten alle drei Jahre und nach neuen Baustellen in der Nähe oder der Verlegung von Abwasserrohren zur Wasserprüfung.“

Leitungswasser brauche grundsätzlich niemand selbst überprüfen lassen, so Gülzow. Alle Stadtwerke seien gesetzlich dazu verpflichtet, das Trinkwasser regelmäßig zu überprüfen.

Über den Andrang und die positive Resonanz freut sich Gülzow. „Die letzten Wochen kam ja viel Wasser von oben“, scherzt der Pressesprecher, „da brauchte man gar nicht wässern.“

Das Ziel: Sauberes Grundwasser

Das Grundwasser in Deutschland weist laut VSR-Gewässerschutz in vielen Regionen durch intensive Landwirtschaft hohe Belastungen auf und stellt damit keine Trinkwasserreserve mehr für künftige Generationen dar. Der Verein will diese Verunreinigungen durch seine Messungen aufdecken und fordert anschließend Maßnahmen dagegen von der Politik. So bedürfe es eines flächendeckenden Grundwasserschutzes.

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