Jean-Paul Gasparian brilliert im Stuhrer Rathaus / Junger Pianist, große Zukunft

Mit hohem Tempound kraftvoller Intensität

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Virtuos: Pianist Jean-Paul Gasparian gibt in Stuhr ein Konzert auf hohem Niveau.

Stuhr - Von Rainer Jysch. Als Zwölfjähriger gab Jean-Paul Gasparian aus Paris sein Deutschland-Debüt. Am Sonntagnachmittag war der bereits mehrfach ausgezeichnete Pianist erstmals zu Gast im Stuhrer Rathaus. Mit seinem eleganten, grandiosen Klavierspiel begeisterte der 20-Jährige die Zuhörer von der ersten bis zur letzten Minute.

Konzentriert startete Gasparian mit der „Sonate 28 Op. 101“ von Ludwig van Beethoven. Beeindruckend präzise lieferte der Künstler die vier Sätze ab. Mit hohem Tempo und kraftvoller Intensität folgte die „Sonate 2 Op. 22“ von Robert Schumann, deren zweiten Satz der Pianist zart und überaus melodiös präsentierte.

Jean-Paul Gasparian ging nach der Pause mit einem Stück von Achille-Claude Debussy in den zweiten Teil des Konzerts: „Images I“, das erste und wohl populärste Klavierstück aus Debussys Images-Sammlung. Moderne, fast avantgardistische Züge tragend, vermochte der 20-Jährige das Stück mit Bravour vorzustellen.

Das letzte Stück, „Sonata BB 88“, stammt aus der Feder des Ungarn Béla Bartók. Der hatte es im Juni 1926 geschrieben. Das Jahr gilt in der Musikgeschichte als Bartóks „Klavierjahr“. Hart, dabei rhythmisch und mit exzellentem Fingerspiel brachte Gasparian die Komposition zu Gehör. Die aufwühlende, expressionistisch anmutende Sonate erinnerte an Filmmusik.

Jean-Paul Gasparian wurde 1995 in seiner Heimatstadt Paris in einem musikalischen Elternhaus geboren. Die Mutter ist selbst Pianistin, der Vater Gérard gefeierter Pianist und Komponist. Bereits mit 15 Jahren wurde Jean-Paul als jüngster Kandidat Student in der Meisterklasse von Jacques Rouvier am Conservatoire National Supérieur in Paris. Schon in den Jahren davor hatte er für seine ausgezeichneten Leistungen höchste Anerkennung namhafter Jurys erhalten. Im Frühjahr 2014 gehörte der Künstler zu den zwei Gewinnern des 14. Internationalen Europäischen Klavierwettbewerbs in Bremen.

Unter den großen Applaus der Zuhörer im Ratssaal mischten sich diverse „Bravo“-Rufe dankbarer Musikkenner. Jean-Paul Gasparian beschenkte sein Publikum dafür mit drei Zugaben: mit Frédéric Chopins „Mazurka“ sowie zwei Sätzen aus Sergei Rachmaninoffs „Etude-Tableau Op. 39“. Ein wunderbares Konzert auf hohem Niveau von einem virtuosen Pianisten, der sicher eine glänzende Karriere vor sich hat.

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