Jahreshauptversammlung des Vereins Pro Dem / „Realismus gepaart mit Idealismus“

Eberhard Hesse übergibt an Frithjof Troue

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Dr. Eberhard Hesse (Mitte) gibt den Vorsitz (und symbolisch die Vorstandsglocke) an Frithjof Troue ab. Mit dabei: (v.l.) Stuhrs Bürgermeister Niels Thomsen, Ina Pundsack-Bleith, Erste Gemeinderätin Weyhes, sowie Landrat Cord Bockhop.

Stuhr - Von Rainer Jysch. Die 15. Jahreshauptversammlung des Vereins Pro Dem am Montagabend im Gasthaus Kreuz-Meyer in Seckenhausen war eine ganz besondere. Das galt vor allem für Dr. Eberhard Hesse, Gründungsvater und langjähriger Vorstandsvorsitzender des Vereins. Er gab an diesem Abend den Vorsitz an Frithjof Troue ab. Bereits im vergangenen Jahr hatte der 75-Jährige angekündigt, nicht weitermachen zu wollen. Für Troue (62), den die Versammlung einstimmig wählte, ist Hesse „nicht eins zu eins zu ersetzen“. Gemeinschaftlich mit den anderen Vorstandsmitgliedern wolle er aber die Aufgaben fortführen. Hesse habe zudem zugesagt, sich als fachlich-wissenschaftlicher Berater weiterhin in die Vereinsarbeit einzubringen.

Vor den Wahlen hatte Hesse das Jahr 2015 Revue passieren lassen. „Eigentlich sollte es ein Jahr der ruhigen Arbeit werden. Dennoch hat mein bevorstehender Weggang einen gewissen Veränderungsdruck ausgelöst.“ Die Zahlen der Mitglieder und der Mitarbeiter seien gleichgeblieben, und auch die Finanzen seien, nicht zuletzt dank großer Spendenfreudigkeit, in Ordnung. „Wir haben dadurch einen kleinen Überschuss erzielen können“, sagte Hesse erfreut.

In seinem Rückblick auf die Vereinsgeschichte verwies er auf die vielen kleinen Schritte und Hilfestellungen, die den 2001 gegründeten Verein zu dem geformt haben, was er heute ist: erste Anlaufstelle für Demenzkranke und ihre Angehörigen in Stuhr und Weyhe sowie inzwischen auch Ansprechpartner für alle Senioren mit Beratungsbedarf. Er sei stolz auf das Büroteam und die vielen ehrenamtlichen Helfer, sagte Hesse. Ziel des Vereins sei weiterhin, eine Entstigmatisierung der Erkrankung in der Bevölkerung zu erreichen. „Demenz ist ein Alterungsprozess und keine vom Himmel gefallene Krankheit“, sagte Hesse.

Eine Veränderung in der Klientel hat Quartiersmanagerin Christin Brümmer in den vergangenen vier Jahren festgestellt. Der Anteil der Demenzkranken habe sich zugunsten hilfe- und pflegebedürftiger Senioren reduziert. Als Ziele für 2016 nannte Brümmer, die Gruppenangebote weiter zu erhöhen sowie das Quartiersmanagement in Stuhr und Weyhe mit neuen Ansprechpartnern der Nachbarschaft auszubauen.

In seiner Laudatio würdigte Vorstandskollege Uwe Mayer die Leistungen Hesses und dessen ausgeprägte, soziale Grundeinstellung. „Nun beginnt eine Ära ohne dich“, sagte Mayer. Allerdings: Die Mitglieder stimmten der Ernennung Hesses zum Ehrenmitglied und Ehrenvorsitzenden zu.

Landrat Cord Bockhop hob in seinen Dankesworten den „mit Realismus gepaarten Idealismus“ von Hesse hervor. Auch die „treibende Kraft“, die dieser bei der Bitte um Unterstützung und Verständnis an den Tag gelegt hatte, habe er sehr positiv in Erinnerung. Stuhrs Bürgermeister Niels Thomsen und die Erste Gemeinderätin Weyhes, Ina Pundsack-Bleith, sprachen Dank und Anerkennung im Namen der beiden Kommunen aus. „Sie haben den Verein so geformt, dass er ihren Weggang verkraften kann“, lobte Thomsen. Pundsack-Bleith: „Die Gemeinde Weyhe hat die Arbeit von Pro Dem stets geschätzt, unterstützt und davon enorm profitiert.“

Troue kündigte interne strukturelle Anpassungen an, „die unabhängig von den handelnden Personen sind“. Als Gründe nannte er neue Gesetze und gesellschaftliche Entwicklungen.

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