Jagdpächter: „Das war Vorsatz“

Verstümmeltes Reh in Heiligenrode gefunden

Wildunfall
+
Nach einem Wildunfall wird Hayo Wilken zu einem verendeten Reh gerufen. Es wurde mutwillig verstümmelt.

Für Heiligenrodes Jagdpächter Hayo Wilken sind Wildunfälle normalerweise nichts Ungewöhnliches. Doch dieses Mal war auch er überrascht, als er in seinem Revier zu einem verendeten Reh gerufen wurde.

Heiligenrode – Wie so oft bestätigt die Ausnahme die Regel. Als Hayo Wilken am Mittwochmorgen von einem Anwohner zu einem verendeten Reh in seinem Revier gerufen wurde, musste er feststellen, dass das tote Tier fachmännisch und mutwillig verstümmelt wurde. „Das war Vorsatz“, kommentiert der Jäger.

Tote Ricke war zum Zeitpunkt des Todes säugend

Besonders tragisch an der Sache sei, dass das weibliche Reh, die Ricke, zum Zeitpunkt des Todes säugend war, also auf jeden Fall Nachwuchs hatte. „Wir wissen nicht, ob die Kitze ohne ihre Mutter überleben können. Im Zweifelsfall verhungern sie“, erklärt Wilken. Bislang haben die regionalen Jäger noch keine Jungtiere ohne Mutter gefunden.

Ob die Kitze also noch leben oder bereits tot sind, könne der Heiligenroder nicht sagen. Was er aber eindeutig sagen kann: „Die Ricke hat da schon etwas länger gelegen“, sagt Wilken. Er schätzt, dass das Tier bereits zwei Tage versteckt im Straßenseitenrand war, bevor der direkte Anwohner es fand und den Vorfall meldete.

Um Wilderei handele es sich nach Einschätzung des Jägers nicht. „Das war ein Unfall mit einem Auto. Das erkennt man an den klaren Prellmarken“, sagt er. Der verantwortliche Fahrer habe dem Tier nach dem Unfall das sogenannte Gesäuge herausgeschnitten. „Da wollte jemand gezielt vertuschen, dass es sich um ein Muttertier handelt“, meint Wilken. Außerdem sei der Unbekannte kein Laie. „Das muss einer gewesen sein, der sich auskennt“, ist er sich sicher.

Apell vom Jagdpächter: Wildunfälle immer sofort melden

Hayo Wilken appelliert an alle, die an einem Wildunfall beteiligt sind, sich unverzüglich mit der Polizei in Verbindung zu setzen. Die informiere dann die zuständigen Jagdpächter, „nicht nur, um die Körper zu beseitigen, sondern auch, um im Sinne des Tierschutzes, die Möglichkeit zu haben, sich um die Kitze zu kümmern“.

Man habe nichts zu befürchten, wenn man ein Tier totfährt und es anschließend meldet. Das sei keine Straftat. Doch wieso hat sich der „Täter“ dieses Mal unauffällig vom Staub gemacht? Hayo Wilkens hat eine Vermutung: „Vielleicht hatte er eigene Probleme, die aufgeflogen wären, wenn er den Unfall gemeldet hätte – vielleicht Alkohol oder Drogen.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Landkreis Diepholz: Großbrand vernichtet Scheune – 100 Feuerwehrleute im Einsatz

Landkreis Diepholz: Großbrand vernichtet Scheune – 100 Feuerwehrleute im Einsatz

Landkreis Diepholz: Großbrand vernichtet Scheune – 100 Feuerwehrleute im Einsatz
Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen

Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen

Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen
Eröffnung des Gartenkultur-Musikfestivals 2021 auf dem Hohen Berg in Syke

Eröffnung des Gartenkultur-Musikfestivals 2021 auf dem Hohen Berg in Syke

Eröffnung des Gartenkultur-Musikfestivals 2021 auf dem Hohen Berg in Syke
Lehrer-Ehepaar Wilhelmi nimmt Abschied vom Gymnasium Sulingen

Lehrer-Ehepaar Wilhelmi nimmt Abschied vom Gymnasium Sulingen

Lehrer-Ehepaar Wilhelmi nimmt Abschied vom Gymnasium Sulingen

Kommentare