Jacobskreuzkraut verbreitet sich schnell

Kampf David gegen Goliath

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Marc Plitzko, Rita Wolff und Hilmer Schumacher (v.l.) haben ihren Blick für das Jakobskreuzkraut geschärft.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Was zurzeit knallgelb am Wegesrand oder auf der Weide blüht, könnte das Jacobskreuzkraut sein. Und damit ist nicht zu spaßen, wie Marc Plitzko, Umweltbeauftragter der Gemeinde Stuhr, weiß. „Die Pflanze ist giftig für das Vieh und indirekt auch für den Menschen.“

Laut einem Faltblatt des Julius-Kühn-Instituts, einer Bundesforschungseinrichtung für Kulturpflanzen, geht die Gefahr von verschiedenen sogenannten Pyrrolizidinalkaloiden aus. Sie werden im Körper zu Schadstoffen und können zu irreversiblen Leberschäden führen. Pferde sind besonders gefährdet, Rinder etwas unempfindlicher. Die höchsten Giftmengen vertragen Schafe und Ziegen.

„Wenn die Pflanze ins Heu kommt, schmeckt sie nicht mehr bitter und ist für die Tiere nicht mehr zu erkennen“, weiß Landwirt Hilmer Schumacher, der Galloway-Rinder züchtet und Mitglied im örtlichen Naturschutzbund (Nabu) ist.

Letzteres trifft auch auf Rita Wolff zu, die sich dem Kampf gegen das Jacobskreuzkraut verschrieben hat. „Es ist ein “, sagt Wolff, denn: „Die Pflanze hat sich in den vergangenen fünf Jahren unglaublich ausgebreitet.“

Nach eigener Auskunft hat sie das Kraut vor zehn Jahren kennengelernt und zunächst hier und da einzelne Pflanzen herausgerissen, etwa in den Biotopen des Nabu und auf dem Kinderspielplatz an der Masurenstraße. „Dort tauchen sie immer wieder auf. Sobald das Kraut Gelegenheit hat, sich auszubreiten, tut es das und verdrängt auf diese Weise heimische Pflanzen.“

Inzwischen füllt Wolff ganze Säcke mit dem Gewächs, das sie über die grüne und schwarze Tonne entsorgt. Wenn sie mit dem Fahrrad unterwegs sei, habe sie immer einen Beutel dabei – und Handschuhe. „Das Gift wird auch über die Haut aufgenommen.“

Schumacher bleibt ebenfalls nichts anderes übrig, als das Kraut aus dem Boden zu reißen: „Als Bio-Betrieb dürfen wir nicht sprühen.“ Umso wichtiger ist die Prävention. „Landwirte sollten bis Ende Juni mähen, wenn das Kraut noch nicht blüht“, sagt Plitzko. „Und es wäre schön, wenn alle Bürger wachsam sind und Pflanzen in ihrem Umfeld entfernen.“ Für Wolff ist Aufklärung Teil ihres Kampfes: „Ich klingele bei Leuten privat an, wenn mir auf deren Grundstücken etwas auffällt.“

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