1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Stuhr

Cord Bockhops Ziel: Landrat für alle

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Anke Seidel

Kommentare

Landrat Cord Bockhop möchte seine Arbeit fortsetzen. Foto: Heinfried Husmann
Landrat Cord Bockhop möchte seine Arbeit fortsetzen. © Heinfried Husmann

Seit acht Jahren steht Cord Bockhop an der Spitze der Kreisverwaltung des Landkreises Diepholz – und stellt sich am Sonntag, 26. Mai, als Landrat erneut zur Wahl. Wie sein beruflicher Alltag zurzeit aussieht und wohin er die Kreisverwaltung weiter entwickeln möchte, das verrät er im Interview. Die Fragen stellte Anke Seidel.

Herr Bockhop, wie fühlen Sie sich als Landratskandidat?

Ich fühle mich gut (lacht), danke der Nachfrage! Wahlkampfzeit ist immer eine besondere Zeit. Jeder kennt das, sich auf eine Stelle zu bewerben. Das mache ich auch gerade. Jeden Tag. Immer wieder. Ohne Datenschutz. Ganz öffentlich. Deshalb ist es auch gut, wenn am 26. Mai die Wahl vorbei ist, die Entscheidung getroffen ist und die Plakate wieder eingesammelt werden – und ich als Kandidat auch wieder entspanne.

Wie sieht Ihr beruflicher Alltag zurzeit aus?

Jeder Tag ist anders, die Tage sind vielfältig. Der größte Teil meiner Arbeit ist Verwaltungsführung. Deshalb bin ich als Landrat auch Hauptverwaltungsbeamter. Ein Haushalt von 350 Millionen Euro, 215.000 Kunden, sprich Bürger, 1000 Mitarbeiter und 62 weitere leitende Mitarbeiter im Kreistag: Das macht eine vielfältige Aufgabe aus. Und auch wenn man es kaum glauben kann: Der geringste Teil meiner Arbeit ist Repräsentation. Aber die sieht man in den Medien. Wenn ich am Schreibtisch sitze, besucht mich selten ein Bürger.

Wohin wollen Sie die Kreisverwaltung weiter entwickeln?

Die Verwaltung hat sich in den letzten 30 bis 40 Jahren gut aufgestellt. Aber auch sie muss sich ständig weiter entwickeln. Das aktuelle Stichwort lautet Digitalisierung. Prozesse müssen weiter optimiert werden. Bedarfsgerechte Verwaltung und Bürgerfreundlichkeit sind ständige Herausforderungen, die immer wieder beantwortet werden müssen – weil sich auch die Vorstellungen der Bürger weiter entwickeln. Ein ganz großes Thema ist der Fachkräftemangel – auch bei uns in der Verwaltung. Aus- und Fortbildungen müssen weiter entwickelt werden. Ganz wichtig ist mir die Vertiefung der Kooperation mit den Städten und Gemeinden – weil viele Bürger bei kommunalen Anliegen nicht prüfen wollen, ob sie ins Kreishaus oder ins Rathaus müssen. Ein bewährtes Beispiel ist das von Landrat Gerd Stötzel eingeführte Konzept der Kfz-Zulassung in den Rathäusern.

Wer unterstützt Sie im Wahlkampf?

Die CDU, die SPD, Bündnis90/Die Grünen, die Freie Wählergemeinschaft und gefühlt auch die Mitglieder der FDP. Dazu kommen viele freundliche Rückmeldungen und Unterstützungen aus der Bevölkerung und auch von Vertretern verschiedenster Organisationen, die mich in den letzten Jahren kennengelernt haben. Alle Unterstützer habe ich zu einer kleinen Wahlparty am Wahlabend eingeladen, um mich für die Unterstützung zu bedanken. Am Ende des Wahlabends werden wir hoffentlich einen Anlass zum Feiern haben.

Was bedeutet für Sie Toleranz?

Toleranz ist für mich, andere Menschen und andere Ideen auch anders sein zu lassen. Jeder nach seiner Facon – das ist für mich Toleranz. Aber dazu gehört auch, sich selbst und die eigene Meinung, die eigenen Ideen, infrage zu stellen. Nur damit ist man auch wirklich tolerant und offen für andere. Neugierde hilft dabei übrigens auch. Toleranz heißt für mich nicht, dass ich alles akzeptiere. Dazwischen muss man auch zuhören und miteinander sprechen – nicht nur, um zu überzeugen, sondern manchmal einfach auch nur, um für Verständnis zu werben. Denn Verständnis kommt von Verstehen – und ohne Verstehen kann es kein Verständnis geben. Aber nicht alles, was ich verstehe, begleite ich mit Verständnis. Der Klügere gibt nach, aber nicht auf!

Wer ist der Mensch hinter dem Landrat Cord Bockhop?

Es gibt nur einen Menschen Cord Bockhop – der ist derselbe. Mir war es immer wichtig, authentisch zu sein. Natürlich nehme ich mich in bestimmten Situationen zurück, aber ich möchte mich privat wie auch beruflich nicht verbiegen. Mir sind Menschen, die aufrecht gehen, lieber – weil sie ein Rückgrat haben und kein dickes Fell! Wer sich verbiegt, der hat Rückenschmerzen und kann nachts nicht schlafen. Wenn mir etwas sehr, sehr schwer fällt, dann suche ich den Rat von mir wichtigen Menschen, um die Frage, die mich bewegt, zu beantworten. Das ist die Idee, wenn man einen Menschen wählt – und nicht ein Programm oder eine Partei.

Und Ihre liebste Freizeitbeschäftigung?

Freizeit? Das kommt doch von freie Zeit, oder? Das findet leider viel zu selten statt. Aber ich habe in den letzten Jahren versucht, einzelne Tage für meine Familie freizuhalten. Im vergangenen Jahr habe ich mit Yoga angefangen.

Können Sie sich vorstellen, als Flüchtlingshelfer zu arbeiten?

Ja, natürlich! Da fällt mir unser Trauspruch ein: „Es ist besser zu zweit als allein. Denn wenn einer hinfällt, hilft ihm der andere wieder auf.“ Und so ist das auch in der Flüchtlingsbegleitung. Das ist Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe.

Haben Sie ein Lebensmotto oder ein Lieblingszitat?

Gott gebe mir die Kraft, Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Lesen Sie auch: Gegenkandidat Harald Wiese im Interview

Zur Person

Cord Bockhop ist 52 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder. Aufgewachsen ist er auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Der Volljurist arbeitete zwei Jahre als Justiziar für die niedersächsische Tierseuchenkasse, war drei Jahre allgemeiner Vertreter des Stadtdirektors in Lohne und zehn Jahre Bürgermeister der Gemeinde Stuhr. Er ist Mitglied der CDU, arbeitet aber parteiübergreifend. Deshalb hatten ihn 2011 sowohl die SPD als auch die CDU und Bündnis 90/Die Grünen zu ihrem Landratskandidaten gemacht. Seit acht Jahren ist Bockhop Landrat.

Auch interessant

Kommentare