Alexander Hohmann ist der neue Leiter des Hauses am Wall

„Interkulturelle Haltung ist wichtig“

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Glücklich und zufrieden mit seiner Arbeit in Stuhr: Alexander Hohmann. Foto:

Brinkum – „Ich mag Veränderung“ – mit diesen Worten hatte Jan Aßmann Ende August vergangenen Jahres die Leitung des Jugendtreffs Haus am Wall in Brinkum übernommen. Damit hatte er bei seiner Vorstellung auf seinen abwechslungsreichen Lebenslauf angespielt, in dem allerdings jetzt auch die offene Jugendarbeit in Brinkum als abgeschlossenes Kapitel auftaucht.

„Jan Aßmann hat sich kurzfristig anders beruflich orientiert“, stellt Ann-Kathrin Dannemann, Fachdienstleiterin Bildung, Jugend und Sport, lapidar fest. Schon Anfang des Jahres habe er seinen Dienst quittiert. Sein Nachfolger kommt aus der eigenen Belegschaft: Es ist Alexander Hohmann, der sich bereits seit sechs Jahren um die Jugendlichen im Haus am Wall kümmert. Seine Vita ist vielleicht nicht ganz so bunt wie die von Aßmann, doch auch Hohmann hat eine Vergangenheit außerhalb Norddeutschlands.

Geboren noch zu „DDR“-Zeiten in der Lutherstadt Wittenberg, hätten seine Eltern nach dem Mauerfall „schnell rübergemacht“, erzählt er. Den Großteil seines Lebens habe er in der Region Bielefeld verbracht, sein Abitur in Bünde (Kreis Herford) absolviert. Es folgte eine Ausbildung zum Bürokaufmann in einer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung. „Da muss der Grundstein für meinen späteren Wechsel in die soziale Arbeit gelegt worden sein“, vermutet Hohmann. Die Bürotätigkeit habe ihm aber nicht so gefallen.

Im Zivildienst sei dann der Funke für die soziale Arbeit übergesprungen. Hohmann absolvierte diesen Dienst in einer Sozialpsychiatrie im Bünder Ortsteil Spradow. Schwerpunkt war die Integration von Menschen, die aus einer geschlossenen Einrichtung kamen. – psychisch kranke und/oder depressive Menschen. In seinem Studium der sozialen Arbeit an der Fachhochschule in Münster habe er sich zunächst nicht spezialisiert, berichtet er. „Da waren auch viele Gesundheitsthemen bei.“ Erst das Praxissemester in einem Jugendtreff habe endgültig die Weichen für seine berufliche Zukunft gestellt.

In den Norden hat es Hohmann nach eigener Auskunft „der Liebe wegen“ verschlagen. Er zog nach Hude und sondierte von dort den Arbeitsmarkt. „Unter den diversen Jobangeboten war die Stelle in Stuhr die beste“, sagt er. Im Haus am Wall sei er seit 2014 „glücklich und zufrieden“. Privat wohnt er inzwischen in Rethorn.

Als einen Schwerpunkt seiner Arbeit in dem Jugendtreff nennt Hohmann die Berufsförderung. „Es ist schwierig für junge Menschen, wenn man seine Zukunft planen muss“, weiß der 33-Jährige. Beim Schreiben von Bewerbungen und bei der Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche wolle er dem Nachwuchs mit Rat und Tat zur Seite stehen. Hohmann ist zertifizierter Jungenarbeiter und kümmert sich auch um die „Männer-WG“ des Hauses am Wall. Die Arbeit dürfe aber nicht „zu jungenspezifisch“ sein. Schließlich gehe es darum, die herkömmlichen Rollengedanken aufzubrechen. „Man muss nicht dem Idealbild eines Jungen entsprechen“ – dies möchte Hohmann seinen WG-Mitbewohnern mit auf den Weg geben. Außerdem sei ihm die „interkulturelle Haltung“ wichtig. „Wir sind ein Haus mit verschiedenen Kulturen.“

Mit der Rückkehr zur offenen, wenn auch eingeschränkten Kinder- und Jugendarbeit (wir berichteten) verknüpft Hohmann zwei Ziele: „Wir müssen unser Stammpublikum bei Laune halten. Doch wir sind heterogen und wollen mehr andere Jugendliche ins Haus bekommen.“ Für die Nachwuchswerbung möchte sich Hohmann im kommenden Schuljahr auf den fünften Jahrgang konzentrieren. „Wir bieten eine Rallye im Jugendtreff an und gehen gezielt in die Klassen“, kündigt er an. In Sachen Bindung ans Haus setzt Hohmann auf Partizipation, etwa bei der Gestaltung der Räume und Teilen des Programms. Eine Ideenwand sei bereits aufgestellt.

Bei der Umsetzung künftiger Vorhaben kann sich Hohmann auf die langjährigen Kolleginnen aus dem Ganztag, Michaela Otterstedt und Kirsten Nietzold, sowie auf Sozialpädagogin Anna Köster verlassen. Zudem verstärkt zurzeit Wiebke Frese, Praktikantin im Anerkennungsjahr, das Team. Gemeinsam wollen sie laut Hohmann den Jugendlichen nach dem Neustart einen „sicheren und schönen Aufenthalt“ im Haus am Wall ermöglichen.

Von Andreas Hapke

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