Programme in Kitas und Grundschulen

Initiative Stuhrkopf: Fahrenhorster will gleiche Bildungschancen für alle Kinder

Kai-Uwe Jobst und Maximilian Schrecker bei Jo-Ba in Bremen-Hemelingen.
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Wollen gemeinsame Sache bei der Bildung in Kitas und Grundschulen machen: der Fahrenhorster Kai-Uwe Jobst und Maximilian Schrecker von Impuls.

Der Fahrenhorster Kai-Uwe Jobst setzt sich in Stuhr für gleiche Bildungschancen für alle Kinder ein. Eigens dafür hat er die Initiative Stuhrkopf gegründet. Auf dieser Plattform möchte er Geld aus der örtlichen Wirtschaft einsammeln, um Programme der Stiftung Impuls in Kitas und Schulen umzusetzen. 

Stuhr – Bildung, Bildung, Bildung. Für den Fahrenhorster Kai-Uwe Jobst „fängt alles damit an und hört alles damit auf“. Seiner Ansicht nach wird der Bildungsstandard in Deutschland immer schlechter. Dagegen möchte er etwas unternehmen. In der Gemeinde, in der lebt. Das kommt schon im Namen der Initiative vor, die er ins Leben rufen will: „Stuhrkopf“ hat er sie genannt. In Anlehnung an Kinder, die unbedingt ihren Kopf durchsetzen wollen.

Jobst möchte mit der in Bremen ansässigen und bundesweit tätigen Stiftung Impuls zusammenarbeiten, die sich die frühe Bildung in der Familie auf ihre Fahnen geschrieben hat. „Wir wollen ein entsprechendes Programm in die Kitas und die Grundschulen bringen, und die brauchen dafür Geld“, sagt Jobst. Stuhrkopf soll als Plattform dienen, dieses Geld aus der örtlichen Wirtschaft einzuwerben. Für die Umsetzung ist Impuls zuständig. „Das sind die Profis“, sagt Jobst.

Während der Kita-Karriere seines eigenen Sohns habe er mitbekommen, dass die Erzieherinnen und Erzieher häufig überlastet seien, berichtet Jobst. Weil sie zum einen Aufgaben hinzubekommen hätten, zum anderen aber auch den Erziehungsauftrag von Eltern mit übernehmen müssten. „Da hat sich bei einigen Eltern die Mentalität eingeschlichen: Macht ihr mal“, sagt Jobst. „Fördern und fordern für einen guten Schulstart“ – darum geht es dem Geschäftsführer einer Bremer Firma für Recyclinglösungen. „Oft fehlen die rudimentärsten Fähigkeiten, vom Schuhe binden bis hin zum Zahlenverständnis.“

Für alle Kinder die gleichen Bildungschancen

Die Stiftung verfolgt nach eigener Auskunft das Ziel, dass alle Kinder die gleichen Bildungs- und Lebenschancen erhalten – unabhängig von ihrer Herkunft oder von ihrem sozialen Hintergrund. Ihre Programme stehen allen Familien offen, sie begleiten und unterstützen jedoch auf eine besondere Weise zugewanderte Familien und Familien mit Fluchterfahrung.

Impuls stellt Arbeitsmaterialien zur Verfügung und schult Erzieher und Lehrer im Umgang damit. „Das passiert in einem überschaubaren Rahmen, vielleicht einmal pro Woche“, sagt Maximilian Schrecker, stellvertretender Geschäftsführer von Impuls. „Wichtig ist dann die Kooperation zwischen der Einrichtung und den Eltern.“ Die Erziehungsberechtigten müssten das Material zuhause mit ihrem Nachwuchs durcharbeiten. „Eltern sind die ersten und wichtigsten Lehrer der Kinder“, begründet Schrecker. Die Stiftung wolle sie in dieser Funktion unterstützen. Es gehe um die Vermittlung sogenannter Vorläuferfähigkeiten: das Führen eines Stiftes, das Nachziehen von Linien, das Verständnis von Zahlen und Mengen.

„Jedes Elternteil will das Beste für sein Kind“

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Kitas sagen: Wir brauchen Angebote, mit denen wir die Eltern mitnehmen, sie einbeziehen können“, berichtet Schrecker. Und was die Erziehungsberechtigten angehe: „Das Programm funktioniert, weil jedes Elternteil das Beste für sein Kind will. Wir geben ihnen Methoden und Materialien und damit Sicherheit an die Hand, es selbst zu machen.“ Und so ganz nebenbei werde die Bindung zum Kind besser sowie die Rückkoppelung zur Kita oder zur Schule höher. „Wie läuft das?“ laute die Frage, die sich Kita und Eltern gemeinsam stellen müssten. Schrecker: „Egal, wo wir es machen: Die Zusammenarbeit wird besser.“

Der Kontakt zwischen Jobst und der Stiftung entstand über deren geschäftsführenden Vorstand Peter Weber, einst Nachbar von Jobst in Bremen. Dort hatte der Unternehmer die Stiftung in ihrem Engagement in der Grundschule Gröpelingen unterstützt. Um Stuhrkopf bekannter zu machen, plant Jobst einen Verkauf von T-Shirts für Kinder. Die ersten 100 Exemplare im Gesamtwert von ungefähr 1000 Euro sind von ihm gesponsert und kostenfrei. Anschließend fallen zehn Euro an, davon vier für die Stiftung. „Wer spendet, bekommt eine Bescheinigung, vielleicht auch einen Briefkopf mit der Aufschrift: ,Wir setzen uns für Kinder aus der Region ein.‘“ Über all das möchte Jobst auf seiner für September geplanten Homepage www.stuhrkopf.de informieren.

Von Andreas Hapke

Das Logo für die Initiative Stuhrkopf gibt es schon, der Internetauftritt soll im September folgen.

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