„Initiative für faire Fernwärmepreise“ in Briseck zieht positive Bilanz

Fernwärme ist für 489Kunden günstiger geworden

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Mitglieder der Initiative vor dem Blockheizkraftwerk am Brunnenweg. Archivfoto: Hapke

Brinkum - Von Andreas Hapke. Die „Initiative für faire Fernwärmepreise“ in Briseck hat ein wichtiges Etappenziel erreicht: Nach dem Abschluss neuer Verträge mit dem Energieversorger swb zahlen die Bewohner nun deutlich weniger für Fernwärme. Rüdiger Scheel, ein Sprecher der Initiative, beziffert die Ersparnis des „Briseck-Normkunden“ auf 138 Euro.

Die Rechnung geht von einem Verbrauch von jährlich neun Megawattstunden aus – ein von der swb ermittelte Dreijahresdurchschnitt.

Laut Scheel sind zum September vergangenen Jahres 390 Haushalte auf den neuen Vertrag umgestiegen, inzwischen hätten sich sogar 489 der 530 Haushalte dafür entschieden. „Damit haben wir eine Verbreitung von 86 Prozent erreicht“, rechnet Scheel vor. Als Ziel gibt Mitstreiter Jan-Alfred Meyer-Diekena 90 Prozent an neuen Vertragsabschlüssen aus.

Die Initiative hatte sich Anfang vergangenen Jahres mit dem Ziel gegründet, gegen die damalige swb-Preisbildung vorzugehen. Der Energieversorger hatte die Verbrauchsgebühr für die Fernwärme ausschließlich auf der Basis des Preises für leichtes Heizöl ermittelt. Inzwischen fließt auch der Preis für Erdgas in die Berechnung ein.

„Unsere Kritik, dass wir gegenüber Erdgaskunden draufzahlen, ist nicht mehr aktuell. Die Preise sind alle auf einem Niveau“, sagt Scheel. Vom Tisch seien auch die Überlegungen einiger Bewohner, auf Erdwärme oder Flüssiggas umzusteigen. „Nur der eine oder andere Anlieger der Süderstraße ist ausgestiegen und hat sich ans dortige Erdgasnetz anschließen lassen“, berichtet Meyer-Diekena.

Die swb ist ihren Briseck-Kunden auch bei den Laufzeiten der Verträge entgegengekommen: Diese sind jetzt nur noch auf zwei Jahre angelegt – bei einer automatischen Verlängerung um ein Jahr und einer Kündigungsfrist von drei Monaten. Davor waren die Verträge laut Meyer-Diekena zehn Jahre gültig. Sein Fazit: Die swb habe sich als fairer Vertragspartner erwiesen. „Sie hat offengelegt, was offenzulegen war.“ Der Informationsfluss, etwa was Reparaturen am Netz angeht, sei ebenfalls gut.

Die Gründung der rund 230 Mitglieder starken Initiative hat sich also gelohnt. „Wir haben viel Aufwand betrieben und am Ende alles richtig gemacht. Solange sich der Preis für Fernwärme im Vergleich zum Erdgas gut entwickelt, sind wir zufrieden“, betont Scheel. Der Erfolg zeitige aber nicht das Ende der Bemühungen. „Wir sind im Stand-by-Modus. Wir halten den Kontakt zueinander, haben aus diesem Grund auch einen Stammtisch gegründet.“

Spannend wird es, wenn im Jahr 2019 der Konzessionsvertrag für die Fernwärme ausläuft. Wunsch der Initiative ist es, dass der Betrieb des Blockheizkraftwerks am Brunnenweg und der Verkauf der thermischen Energie in eine Hand übergehen. Zurzeit ist das nicht der Fall. Laut Meyer-Diekena muss Fernwärme „preislich eine Alternative sein, vielleicht sogar günstiger als Öl und Gas“.

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