Infoabend zu „Hache, Ochtum, Klosterbach, Varreler Bäke“ am 9. Februar

Verordnung soll Schutzgebiet in Stuhr und Weyhe absichern

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Der Klosterbach in Heiligenrode: Auch dieses Gewässer durchqueren Fische auf dem Weg in ihre Laichgebiete.

Stuhr/Weyhe - Von Andreas Hapke. Was haben der Schwermetallrasen bei Lauenthal, die Mausohr-Wochenstube bei Barsinghausen und das Gewässersystem Untere Delme, Hache, Ochtum und Varreler Bäke der Gemeinden Stuhr und Weyhe gemeinsam? Sie sind schon lange als schützenswerte Gebiete ausgewiesen, sollen nun aber auch rechtlich als solche abgesichert werden.

Bislang bildeten die Gewässer zusammengenommen ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH), eines von 459 in Niedersachsen. Sie alle sind Bestandteile eines groß angelegten Schutzgebietsystems in der Europäischen Union (EU). „Die Gebiete sind damals grob abgegrenzt und so nach Brüssel gemeldet worden“, erklärt Detlef Tänzer, Leiter des Fachdienstes Kreisentwicklung beim Landkreis Diepholz. Das war im Jahr 2004. Nun steht die EU-Forderung im Raum, das Schutzgebiet noch nach Landesrecht, also hoheitlich, abzusichern. Dafür hatte Brüssel 2015 eine Frist von fünf Jahren gesetzt. Nach und nach muss die untere Naturschutzbehörde jetzt Verordnungen zum Schutz der Werte in den FFH-Gebieten auf den Weg bringen.

Das Verfahren für Stuhr und Weyhe steht am Anfang, für Dienstag, 9. Februar, 18 Uhr, ist eine Infoveranstaltung im Weyher Rathaus geplant. Noch in diesem Jahr soll die Verordnung laut Tänzer in Kraft treten – für das Landschaftsschutzgebiet „Hache, Ochtum, Klosterbach, Varreler Bäke“, wie es dann heißt.

Ausschlaggebend für die Meldung dieser Gewässer als FFH-Gebiet war seinerzeit der Schutz der sogenannten Rundmäuler, zu denen das Meer- und das Flussneunauge gehören. „Diese Fische sind auf eine Durchgängigkeit des vorhandenen Bachsystems angewiesen, auf eine barrierefreie Wandermöglichkeit vom Meer bis in die Laichgebiete“, erklärt Tänzer. Es gehe darum, Hindernisse wie Sohlabstürze und Stauwehren zu vermeiden. Solche Voraussetzungen benötigt auch der Steinbeißer.

Ebenfalls schützenswert ist die „flutende Wasservegetation“, womit Pflanzen wie das im Wasser vorkommende Kamm-Laichkraut oder der im Uferbereich wachsende einfache Igelkolben gemeint sind.

In Heiligenrode ist sogar das Relikt eines Auenwaldes mit Erle, Esche und Weide vorhanden.

Damit die Gewässer sauber bleiben, also möglichst frei von Nährstoffeinträgen und Pestiziden, zählt ein fünf Meter breiter Puffer rechts und links des Ufers mit zum Landschaftsschutzgebiet. Das war schon bei den FFH-Gebieten der Fall. In Rücksprache mit den Grundstückseigentümern können aber auch zusätzliche Flächen einbezogen werden. Neben dem Verordnungsentwurf stellt die Behörde den Teilnehmern der Infoveranstaltung auch die Gebietsabgrenzungen vor.

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