Berufsbilder haben sich verändert

Begrüßungstag in Stuhr feiert Zehnjähriges: „Immer noch zu wenig Azubis“

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In verschiedenen Branchen gibt es Schwierigkeiten, Auszubildende zu finden.

Stuhr - Von Janna Silinger. In diesem Jahr steht beim Begrüßungstag der Auszubildenden in Stuhr neben den jungen Männern und Frauen die Zahl Zehn im Fokus. Denn die Veranstaltung feierte gestern Geburtstag. „Und ich bin mir ganz sicher, dass wir auch im kommenden Jahr hier stehen und den neuen Auszubildenden in der Gemeinde alles Gute und viel Erfolg wünschen“, meint Bürgermeister Niels Thomsen in seiner Ansprache an die insgesamt 120 Auszubildenden, die mit ihren Betreuern gekommen waren.

36 Firmen aus der Gemeinde haben sich zu der Veranstaltung angemeldet. „Es werden von Jahr zu Jahr mehr“, freut sich Thomsen. Doch trotz dieser erfreulichen Entwicklung lässt sich nach wie vor ein Mangel an Auszubildenden verzeichnen. Wie Lothar Wimmelmeier, Wirtschaftsförderer der Gemeinde, mitteilt, gebe es in den unterschiedlichsten Branchen Probleme: bei den Metallern, in der Elektrotechnik, im Handwerk. Es fehlen Tischer, Maurer, Sanitär- und Heizungstechniker. Auch ein Werbegestalter suche noch einen Azubi. „Ich sehe da leider keine Besserung in diesem Jahr“, bedauert er.

Wichtig sei, dass die Unternehmen es schaffen müssen, die jungen Leute für sich zu gewinnen. Und das funktioniere nicht mehr so wie früher. „Auf der einen Seite nutzen die jungen Menschen heutzutage ganz andere Kanäle, wie die sozialen Medien, und es ist unabdingbar, darüber an sie ran zu treten“, erklärt er weiter. Zum anderen denken viele, in einem großen Unternehmen zu arbeiten, sei attraktiver. „Doch dabei übersieht man schnell, was die Kleinen zu bieten haben“, ist Wimmelmeier überzeugt. Und das sei die Möglichkeit, individuell auf die Bedürfnisse der Auszubildenden einzugehen.

Doch auch das, was Jugendliche sich unter den Stellen an sich vorstellen, entspreche nicht mehr der Realität. Die Berufsbilder hätten sich in fast allen Bereichen in den vergangenen 20 Jahren stark gewandelt. „Was einem etwa der Opa oder die Oma über einen Job erzählen, ist überhaupt nicht mehr aktuell.“ Es gelte, die Firma aktiv nach draußen zu tragen. Das sei der Punkt, an dem Unternehmen ansetzen müssten.

Wer sich darin offenbar schon bewährt hat, ist das Stuhrer Unternehmen Cordes & Graefe. Ausbildungsleiter Sebastian Januszewski zeigt sich in diesem Jahr zufrieden. „Wir haben 23 Leute gefunden. In der Regel liegt die Zahl immer zwischen 20 und 25“, berichtet er. Im vergangenen Jahr seien im gewerblichen Ausbildungsbereich nur die Hälfte der Stellen besetzt worden. Doch Januszewski ist optimistisch, dass es bergauf geht. 

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