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Spiel.Raum probt nach Corona-Pause wieder im Kleinen Theater in Stuhr

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Von: Gregor Hühne

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Schauspiel-Proben.
Proben für die „Ehe auf Zeit“: Shaline Rassek (v.l.), Stefan Gerding, Tim Rassek, Rena Hambsch genannt Müller und Dirk Beckmann. Nicht auf dem Bild: Korinna Wilkening. © Gregor Hühne

Im Spielraum brennt wieder Licht. Nach zwei Jahren Corona-Pause probt die Theatergruppe im Kleinen Theater in Stuhr-Seckenhausen. Das neue Stück heißt „Ehe auf Zeit“. Dabei nagten die Lockdowns am Verein Spiel.Raum. Mitglieder hätten sich umorientiert, doch nun wollen sie durchstarten.

Stuhr-Seckenhausen – Die Corona-Pause nagt auch am Verein Spiel.Raum Stuhr. Rund zwei Jahre gab es wegen der Corona-Maßnahmen keine Auftritte mehr, Mitglieder hätten sich neu orientiert und die Finanzmittel schmelzen weg. Doch die Hobby-Schauspieler hegen wieder Hoffnung und proben für die nächste Theateraufführung, die da heißt: „Ehe auf Zeit“.

In der Komödie geht es um ein fiktives Beziehungsmodell und das Miteinander der Protagonisten. So muss in dem Stück nach der dort geltenden Gesellschaftsordnung die Ehe – eigentlich ein Bund fürs Leben – alle fünf Jahre erneuert werden. Ein rein formaler Akt, möchte zumindest Ehemann Lennert (Tim Rassek) meinen. Doch seine Frau Charlotte (Shaline Rassek) sieht das anders. Die Routine langweilt sie und daher stellt sie die Verlängerung der verbindlichen Zweisamkeit infrage.

Damit zur Premiere im Juni/Juli alles glatt läuft, treffen sich die sechs Theaterschauspieler wieder regelmäßig im Stuhrer Spiel.Raum. Tim und Shaline Rassek sowie Stefan Gerding, Rena Hambsch genannt Müller und Dirk Beckmann, Korinna Wilkening haben sich zwei feste Zeiten im Monat zum Proben vorgenommen, um die Abläufe einzuüben.

Momentan sind die einzelnen Akte dran. Etwa Ende April wollen sie das Stück das erste Mal „komplett durchstellen“, wie man in der Theatersprache sagt.

Erst, wenn man weiß, wer man ist, kann man derjenige wirklich sein.

Tim Rassek über die Rollenfindung im Theater

Dabei ist die Rollenfindung in das Stück sehr wichtig, erklärt Tim Rassek: „Erst, wenn man weiß, wer man ist, kann man derjenige wirklich sein.“ Das helfe auch, den Text einer Rolle zu lernen. Erst, wer sich richtig in die Rolle einfindet, könne auch mal improvisieren und müsse den Text nicht auf das Komma genau auswendig lernen. „Das Reinfinden ist aber nicht von Anfang an gegeben, da muss man erst reinkommen und schauen, wie was funktioniert“, sagt Tim Rassek. Darüber hinaus stünden die Choreografie und das Einüben der Mimik auf der Tagesordnung. „Das Stück wächst mit der Zeit“, ergänzt er.

Die Gruppe bespricht miteinander, die gegenseitigen Beobachtungen während der Probe. An diesem Tag üben die Schausteller den zweiten Akt. Dabei beobachten die, die nicht auf der Bühne stehen, ihre Kollegen und geben im Anschluss ein Feedback. Das sei wichtig, um besser zu werden. „Man tendiert beispielsweise, in die gleichen Verhaltensmuster zu verfallen“, ist Stefan Gerding selbstkritisch. Außerdem gelte grundsätzlich beim Spielen: Laut, deutlich und nicht zu schnell zu sprechen, zählt er auf. Dirk Beckmann ergänzt: „Es muss auch beim Zuhörer ankommen, der in der letzten Reihe sitzt.“ Zur Besprechung gehören laut Rena Hambsch genannt Müller auch grundsätzliche Dinge. Passt die Körpersprache zur gespielten Szene? „Manchmal macht man sich da gar nicht so Gedanken.“ Dann gehe es um Positionsfragen: Spiele sich zu viel links ab? Steht jemand zu weit rechts?

„Wir machen das alle als Hobby“, sagt Tim Rassek. Er selbst sei vor rund 16 Jahren zum Verein gekommen. Nebenbei sind die Schauspieler alle berufstätig. „Wir haben viel Spaß gemeinsam auf der Bühne“, betont Dirk Beckmann. Die Aussage unterstreicht auch Stefan Gerding: „Wir haben Lust, machen wieder was im Spiel.Raum und freuen uns, das Stück auf die Bühne zu bringen.“

Abschließend soll das Bühnenbild überarbeitet werden. Noch besteht es aus zusammengeworfenen Resten aus dem Fundus.

Neumitglieder sind derweil jederzeit willkommen, betont Shaline Rassek. Dirk Beckmann erzählt, dass er beispielsweise auf einer Party angesprochen wurde und dazu kam. „Man sagt mir nicht, dass ich Singen musste. Daraus wurde dann eine Sprechrolle“, scherzt er.

Mitglied werden

Wer den Verein Spiel.Raum Stuhr als Mitglied unterstützen möchte oder selbst am Schauspiel interessiert ist, kann Anfragen per E-Mail schicken an: info@spielraum.de

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