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Im Projekt Elterntalk sollen Sorgeberechtigte sicherer im Umgang mit dem Nachwuchs werden

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Von: Andreas Hapke

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Die Regionalbeauftragte Amrei Runte-Laue (l.) und die Stuhrer Gleichstellungsbeauftragte Nicole Feldmann-Paske freuen sich über den ersten „Elterntalk“ im Landkreis Diepholz.
Die Regionalbeauftragte Amrei Runte-Laue (l.) und die Stuhrer Gleichstellungsbeauftragte Nicole Feldmann-Paske freuen sich über den ersten „Elterntalk“ im Landkreis Diepholz. © Frank Jaursch

Stuhr – In der Pandemie sind für Eltern viele Angebote weggebrochen. Das wollen die Gemeinde und der Treffpunkt „Sie(da)“ gemeinsam kompensieren: mit dem Elterntalk, bei dem Sorgeberechtigte locker über Erziehungsthemen plaudern können. Das Projekt wird von der Landesstelle Jugendschutz gefördert.

Die Probleme, auf die Eltern bei der Erziehung ihres Nachwuchses stoßen, brechen in der Pandemie nicht weg. Eher im Gegenteil: Mangels Präsenzberatungen oder regelmäßiger Treffen mit Gleichgesinnten nehmen die Sorgen und Nöte mancher Familien zu, ohne dass dies für Außenstehende überhaupt sichtbar wird.

„Wie viel Fernsehen ist sinnvoll für mein Kind, und welche Inhalte können ihm vielleicht auch Angst machen?“ – Zwei von vielen wichtigen Fragen, die sich in Zeiten von Corona mit den damit verbundenen Freizeiteinschränkungen noch mehr aufdrängen. Das Projekt Elterntalk will Erziehungsberechtigte in lockerer Runde zusammenbringen, um sich zu diesem und ähnlichen Themen auszutauschen. Es wird von der Landesstelle Jugendschutz für drei Jahre und mit maximal 5200 Euro pro Jahr gefördert.

Wir haben in den letzten Monaten mitbekommen, wie belastend die Situation für Eltern ist, was alles für sie weggefallen ist.

Nicole Feldmann-Paske, Stuhrer Gleichstellungsbeauftragte

„Wir haben in den letzten Monaten mitbekommen, wie belastend die Situation für Eltern ist, was alles für sie weggefallen ist“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte Nicole Feldmann-Paske. Dazu zählen auch Angebote wie die Krabbelgruppe im Treffpunkt „Sie(h)da“. Quasi als Sofortmaßnahme hätten sie und ihre Mitstreiterinnen Whatsapp-Gruppen gegründet – eine für Eltern von Schul- und eine für Eltern von Kindergartenkindern. Der Bedarf war da: Laut Feldmann-Paske haben sich schnell 70 bis 80 Personen zusammengefunden. „Es war aber schwierig, dort in den Dialog miteinander zu kommen.“ Außerdem sei nicht ganz klar gewesen, wer denn überhaupt teilnehme.

Auf der Suche nach anderen Formaten sei man auf den Elterntalk gestoßen: Gesprächskreise im privaten Rahmen, in denen Eltern über Medien- und Erziehungsthemen plaudern können. Die Treffen richten sich an bis zu sieben Sorgeberechtigte von Kindern bis 14 Jahren und werden von Moderatoren oder Moderatorinnen begleitet. Laut Mitteilung sind diese in „dialogischer Gesprächsführung ausgebildet“ und selbst Eltern. Ihre Ausbildung erfolgt in Kooperation mit dem Förderverein Treffpunkt „Sie(h)da“.

Wir wollen besonders Mütter und Väter erreichen, die in der Regel keine öffentlichen Veranstaltungen wahrnehmen, sondern ein privates Umfeld bevorzugen.

Amrei Runte-Laue, Regionalbeauftragte des Projekts

Auch dessen zweite Vorsitzende Amrei Runte-Laue wird als Moderatorin fungieren. „Wir wollen besonders Mütter und Väter erreichen, die in der Regel keine öffentlichen Veranstaltungen wahrnehmen, sondern ein privates Umfeld bevorzugen“, sagt sie. Dafür werden noch gastgebende Eltern gesucht. Die Talkrunden können auch im „Sie(h)da“ oder digital über einen Link des Fördervereins zustande kommen.

Ziel sei es, möglichst viele Eltern für Themen zu gewinnen, die sich um das gesunde Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen drehen, etwa Medienerziehung und andere Themen des Jugendschutzes. „Wir gehen das mit den Eltern durch, damit sie sich sicherer fühlen und wissen, wie sie in welcher Situation regieren können“, fügt Runte-Laue hinzu. „Sie erfahren auch, wie andere Eltern das erleben.“

Elterntalks hätten nichts mit Frontalunterricht zu tun, betont Feldmann-Paske. Sie seien auch nicht belehrend. „Wir wollen in den Dialog kommen. Was erlaubst du deinem Kind eigentlich mit dem Handy? Um solche Fragen geht es.“ Generell seien die Gespräche auf Deutsch. „Möglich wäre das auch in anderen Sprachen. Da müssen wir sehen, in welchem Rahmen wir das machen können.“ Pro Treffen ein Thema, gibt Runte-Laue den Umfang vor. „Small Talk ist natürlich auch erlaubt.“

Runte-Laue tritt auch als Regionalbeauftragte des Projekts für den Landkreis Diepholz auf, denn der Elterntalk soll in Stuhr starten und dann Stück für Stück ausgeweitet werden. Gemeinsam mit Feldmann-Paske sucht sie deshalb weitere potenzielle Moderatoren und Moderatorinnen. „Die laufen nicht einfach los, sondern bekommen Schulungen. Außerdem können wir die ersten Talks auch gemeinsam machen.“

Moderatoren und Moderatorinnen gesucht

Mit ihren Fragen und interessanten Methoden sollen die Moderatoren die Eltern motivieren, in lockerer Runde und gleichzeitig strukturiert über ihren Erziehungsalltag zu sprechen und ihren Blickwinkel zu erweitern. Erster Termin für eine Schulung ist der 17. Februar. Die Schulungen seien nichts für Leute, die sich einfach weiterbilden wollten. „Sie müssen die Themen schon im Alltag haben“, sagt Runte-Laue. So wie sie selbst als Mutter zweier Sprösslinge im Kindergartenalter.

Durch den Treffpunkt „Sie(h)da“, in dem sie als Leiterin der Krabbelgruppe tätig ist, sei sie immer schon an der Arbeit mit Kindern interessiert gewesen. Darüber hinaus habe sie sich in den vergangenen Jahren viel mit unterschiedlichen Erziehungsmöglichkeiten auseinandergesetzt und Bücher pädagogischer Fachkräfte gelesen. „Diese Erfahrungen kann ich hier einfließen lassen.“

Mitmachen

Wer sich vorstellen kann, als Moderatorin oder Moderator, als Gastgeberin oder Gastgeber beziehungsweise als Teilnehmer oder Teilnehmerin beim Elterntalk dabei zu sein, kann sich per E-Mail an Nicole Feldmann-Paske, gleichstellungsbeauftragte@stuhr.de, oder an Amrei Runte-Laue,

amrei@siehda-stuhr.de, wenden. Weitere Infos:

Instagram: https://www.instagram.com/amrei_macht_ elterntalk/

Facebook: https://www.facebook.com/amrei.macht. elterntalk

Website Elterntalk Niedersachsen: https://elterntalk-niedersachsen.de/

Von Andreas Hapke

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