430 Kunden zeitgleich erlaubt

Ikea Brinkum wieder geöffnet - aber nicht alle Produkte sind zu haben

„Hej, hej, wir freuen uns, dich wiederzusehen“ – so werden die Besucher in den Einrichtungshäusern von Ikea nach einer etwa siebenwöchigen, coronabedingten Schließung begrüßt. Seit dem 11. Mai ist die Ikea-Niederlassung in Brinkum unter Einhaltung eines umfassenden Sicherheits- und Hygienekonzeptes wieder geöffnet. Zwei Tage später folgten auch die anderen Häuser außerhalb von Niedersachsen. „Hamburg und Bremerhaven sind mittlerweile auch dazu gekommen“, erzählt Daniela Seidlich, kaufmännische Leiterin der Brinkumer Filiale.

  • Ikea in Stuhr-Brinkum ist seit dem 11. Mai wieder geöffnet
  • Geschlossen bleiben vorerst Restaurant, Kinderland, Schweden-Shop und Bistro
  • 430 Personen dürfen Einrichtungshaus gleichzeitig betreten

Brinkum - Von zentraler Stelle aus hat Ikea Kurzarbeit für alle 13.000 Mitarbeiter in Deutschland beantragt. In Brinkum arbeiten aktuell 330 Beschäftigte. Seit 1976 gibt es das Möbelhaus in Stuhr. Damals war es erst der dritte Standort in Deutschland.

„Deine Gesundheit ist uns wichtig“, spricht das Unternehmen seine Kunden im betont skandinavisch-lockeren Ton an. Alles andere als locker sind allerdings die Vorkehrungen, die Ikea zur Einhaltung der Corona-Auflagen eingeführt hat. „Wir haben die behördlichen Maßnahmen sogar noch verschärft“, erklärt Seidlich. So ist die maximal zulässige Zahl an Kunden, die sich gleichzeitig im Haus aufhalten dürfen, auf 430 begrenzt. Das ist etwa ein Drittel der Besucher, die sich normalerweise auf den knapp 22.000 Quadratmetern Verkaufsfläche nach Billy, Ivar & Co. umschauen.

Aufkleber am Boden erinnern die Ikea-Besucher daran, mindestens 1,5 Meter Abstand zu halten.

Neue Kunden dürfen in Zehnergruppen das Geschäft mit Nasen- und Mundschutz betreten, nachdem die gleiche Anzahl das Gebäude verlassen hat. Security-Mitarbeiter stehen an Ein- und Ausgang in Funkverbindung und regeln den Kundenstrom. „Die längste Wartezeit waren etwa 20 Minuten“, hat Seidlich am Tag der Wiedereröffnung beobachtet. „Wir haben mit einem noch größeren Ansturm gerechnet und uns entsprechend vorbereitet.“

Ikea Brinkum: Aufkleber auf dem Fußboden

So werden die Kaufwilligen bei Bedarf in markierten Schlangenlinien über die Erdgeschossfläche des Parkhauses zum Haupteingang dirigiert. Überall da, wo Kunden sich im Einrichtungshaus begegnen, werden sie durch Aufkleber auf dem Fußboden und Hinweisen auf Acrylglaswänden der Beratungsstände und Kassen an die Abstandsregeln erinnert. Lautsprecherdurchsagen vom Band weisen ab und an darauf hin, Mund und Nase zu bedecken und auf Distanz zu gehen.

Für den Besucheransturm gerüstet ist das Erdgeschoss des Parkhauses neben Ikea. In markierten Schlangenlinien werden die Kunden zum Eingang geleitet.

Berührungsintensive Bereiche wie Touchscreen und Küchenberatungsplätze haben die Mitarbeiter teilweise abgesperrt. Das Probeliegen auf Matratzen bedingt das vorherige Abdecken mit bereitgestelltem Papier, das danach in der Mülltonne zu entsorgen ist. In der Kinderabteilung wurden offen liegende Spielwaren und Kuscheltiere vorübergehend entfernt.

Mehr Reinigungspersonal im Ikea Brinkum

„Wir haben auch unser Reinigungspersonal verstärkt“, sagt Daniela Seidlich. Alle 90 Minuten werden die Kundentoiletten geputzt und desinfiziert; Handläufe und andere Flächen, die einer Berührung ausgesetzt sind, noch häufiger. „Einkaufskörbe und Flachwagen, die nach jeder Nutzung desinfiziert werden, erhalten unsere Kunden erst im Haus“, so Seidlich.

Andrea und Hans-Dieter aus der Nähe von Soltau tragen Mundschutz und schieben einen Einkaufswagen durch die Gänge. „Wir haben nur schnell noch eine Lampe gekauft. Das lag hier gerade auf dem Weg“, berichten sie. Das Ehepaar war auf dem Rückweg von einer Tagestour nach Bremen. Dort hatten sie enttäuscht festgestellt, dass die Restaurants noch geschlossen sind, sodass nur ein Museumsbesuch übrig blieb. „Es ist so, wie es ist“, kommentiert Andrea das Tragen der ihr lästigen Maske.

Kunde Percy (39) aus Bremen trägt noch Mundschutz, obwohl er mit seinem Gitterwagen bereits wieder draußen auf dem Parkplatz steht. Die Hygienemaßnahmen scheinen ihn nicht weiter zu stören. Zusammen mit seinem Kumpel Marco (36) hatte er sich spontan zu einem Ikea-Besuch entschlossen. „Ich bin eigentlich nur mitgekommen, habe aber dann doch etwas gekauft“, sagt er und verweist auf Geschirr, Spiegel und Regal in seinem Einkaufswagen.

Aufkleber am Boden erinnern die Ikea-Besucher daran, mindestens 1,5 Meter Abstand zu halten.

Nicht erst seit der Corona-Schließung bietet Ikea einen Online-Handel mit Abholung oder Versand an. Seidlich: „Das wurde während der Schließung natürlich besonders gerne genutzt, und wir haben die Kapazitäten im Abhollager deutlich erhöht.“

Sehr hohe Akzeptanz für Sicherheits- und Hygienekonzept

Insgesamt habe sie eine sehr hohe Akzeptanz für das Sicherheits- und Hygienekonzept festgestellt, „auch wenn es am ersten Tag mal zu Wartezeiten kam. Es sind ja letztlich auch alles behördliche Auflagen, die wir hier erfüllen.“ Die Öffnungszeiten von Montag bis Samstag wurden aktuell auf 10 bis 19 Uhr geändert. „Wer kurz vor 19 Uhr kommt, kann auch noch eine Stunde lang in Ruhe einkaufen und sich beraten lassen.“

Das Restaurant, die Kinderbetreuung im Småland, das Bistro und der Schweden-Shop bleiben bis auf Weiteres geschlossen. „In dieser und in der nächsten Woche wird daraus noch nichts“, verrät Seidlich. „Wir arbeiten aktuell an einem Konzept, wie eine Wiedereröffnung aussehen könnte.“

Rubriklistenbild: © Jysch

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