Kommentar

Ikea-Besuch: Warum der Möbelhaus-Wahnsinn im Lockdown schön ist

Der Ikea-Besuch – eine Hass-Liebe. Man will unbedingt hin, aber eigentlich will man so gar nicht. Denn Ikea bedeutet Stress. Im Lockdown ist es dort aber so entspannt wie nie.

Brinkum - Für einen Ikea-Besuch braucht man Nerven aus Stahl und eine gewisse Vorlaufzeit, um sich körperlich und mental auf die bevorstehenden Stunden im Einrichtungshaus vorzubereiten. Denn „mal eben schnell“ was bei Ikea rausholen gibt‘s nicht.

KonzernIkea
GründerIngvar Kamprad
Gründung28. Juli 1943, Älmhult, Schweden
Umsatz41,3 Milliarden EUR

Ein Samstag bei Ikea? Der Horror!

Bei Ikea ist es immer voll. Wirklich immer. Zeitfenster, in denen nicht so viele Kunden auf den Gängen rumschwirren, scheint es im schwedischen Möbelhaus-Universum nicht zu geben. „Ich fahre einfach Montagmorgen, dann ist es nicht so voll“. Denkste. Du irrst dich. Der Endzeit-Horror wartet bei Ikea aber vor allem an Samstagen. Schon bei der Anfahrt beschleicht einen das ungute Gefühl, dass jeder Mensch seinen Samstag bei Ikea verbringen möchte. Auf dem Parkplatz und im Parkhaus herrschen Zustände, die der Apokalypse gleichkommen. Es ist ein Albtraum.

Ikea-Besuch: Ich sehe überall Menschen

Drinnen angekommen entspannt sich die Lage nicht. Im Gegenteil. Menschenmassen, wohin das Auge blickt. In jeder Abteilung, in jedem Gang. Menschen, die auf Betten Probeliegen. Menschen, die mit ihren Einkaufswagen die Gänge versperren, Menschen, die mit ihrem Notizblock und Ikea-Bleistift verträumt im Weg rumstehen, Menschen, die sich nicht zwischen den 125 verschiedenen Duftkerzen entscheiden können. Menschen, die sich verlaufen haben. Menschen, die sich benehmen, als würden sie bei Ikea wohnen.

Im Lockdown ist es bei Ikea so entspannt wie nie.

Ikea-Klassiker: Streitende Pärchen vor den Billy-Regalen

Aber sie alle sind harmlos im Gegensatz zu den Pärchen, die einen „entspannten Ausflug“ zu Ikea machen wollten, um sich mal Inspiration für die erste gemeinsame Wohnung zu holen. Aber von Inspiration keine Spur. Stattdessen: Wut in der Schlafzimmer-Abteilung, Tränen zwischen Teelichtern, Verzweiflung vor den Billy-Regalen und eine eventuelle Trennung bei den Hot Dogs. Ausflüge zu Ikea sind DIE Bestandsprobe für jede Beziehung. Überlebt die Liebe einen Samstag bei Ikea und die schmerzliche Uneinigkeit bei der Wohnungseinrichtung – dann ist in dieser Liebe wirklich alles möglich!

Besuch bei Ikea: auf der Suche nach dem gewünschten Produkt

Hat man all diese Ikea-Level durchlebt, ist man noch lange nicht in Sicherheit. Denn irgendetwas wird am Ende des Einkaufs nicht verfügbar sein. Irgendein Stuhlbein, irgendeine Schraube. Einen vollständigen Ikea-Einkauf zu erleben, grenzt an Hokuspokus. Auch auf der Suche nach den verfügbaren Wunschprodukten in den 3 Millionen Hochregalen fühlt man sich etwas wie Indiana Jones, der den verlorenen Schatz jagt. Vor allem, wenn man kaum was sehen kann, weil man den ganzen Einkaufswagen mit meterhohen Ikea-Pflanzen vollgeladen hat.

Bevor es zur Kasse geht, heißt es nochmal tief durchatmen, um nicht den Verstand zu verlieren, denn dort wartet an jeder Kasse eine drei Kilometer lange Schlange und Kunden, die 20 Minuten nach ihrer „Ikea-Family-Card“ wühlen. Puuuuh!

Einkauf bei Ikea: Hot Dog oder doch lieber Ikea-Bier?

Nach dieser Tortur hat man sich das Hot Dog auch wirklich verdient. Nur so als Tipp: In der Hot-Dog-Ecke, wo es auch den ganzen anderen Esskram zu kaufen gibt, gibt es auch Ikea-Bier. Das kann nach so einem Besuch auch nicht schaden.

So viel zu den Normal-Zuständen bei Ikea, die mir schon beim Schreiben wieder einen Schauer über den Rücken jagen. Nun kommen wir zu der guten Nachricht: Seitdem aufgrund des Corona-Lockdowns zeitweise nur noch Termin-Shopping bei Ikea möglich ist (teilweise mit Vorlage eines negativen Tests und mit begrenztem Zeitfenster) ist es bei Ikea so schön wie noch nie. Reibungslose Abwicklung mit QR-Code am Eingang, fast leere Gänge, tiefenentspannte Kunden, kurzes Anstehen an den Kassen. Fast schon eine Atmosphäre wie im Wellness-Tempel. Ruhe, Entspannung, keine Hektik, kein Lärm – einfach nur wundervoll.

Begrenzte Kundenanzahl bei Ikea auch nach Corona wünschenswert

Wer hätte das gedacht. Ausgerechnet Ikea, wo im „normalem Leben“ ohne Corona fast immer Chaos herrscht, bekommt das Termin-Shopping so vorbildlich auf die Reihe, dass man einen Ausflug ins schwedische Möbelhaus tatsächlich schon als Highlight inmitten der Corona-Pandemie bezeichnen kann. Wäre im Grunde wünschenswert, dass Ikea auch nach der Pandemie nur eine begrenzte Anzahl an Kunden reinlässt, damit keiner mehr mit einem riesigen Stresslevel wieder rausgehen muss. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © A. Farnsworth via www.imago-imag

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Brütende Hitze in Deutschland - Zum Wochenstart Abkühlung

Brütende Hitze in Deutschland - Zum Wochenstart Abkühlung

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Meistgelesene Artikel

Asendorf: Biker (24) prallt gegen Baum – schwer verletzt

Asendorf: Biker (24) prallt gegen Baum – schwer verletzt

Asendorf: Biker (24) prallt gegen Baum – schwer verletzt
Gemeinschaftspraxis Both/Könenkamp eröffnet im Juli in Sulingen

Gemeinschaftspraxis Both/Könenkamp eröffnet im Juli in Sulingen

Gemeinschaftspraxis Both/Könenkamp eröffnet im Juli in Sulingen
Die Filter funktionieren noch –Wiehe-Bad in Bruchhausen-Vilsen gerettet

Die Filter funktionieren noch –Wiehe-Bad in Bruchhausen-Vilsen gerettet

Die Filter funktionieren noch –Wiehe-Bad in Bruchhausen-Vilsen gerettet

Kommentare