Sohn sehr gut versorgt

Nach Badeunfall am Silbersee: Mutter dankt dem DLRG-Ortsverein Stuhr

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Lukas Roddewig (Mitte) bedankt sich bei Aliyah Barnickel (15) und Melvin Schlopath (16) für seine Versorgung nach dem Badeunfall am Silbersee.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Ines Roddewig ist dankbar. Dankbar dafür, dass ihr Sohn Lukas nach seinem Badeunfall am Silbersee am letzten Maisonntag wieder weitgehend genesen ist – und dass sich die Ortsgruppe Stuhr der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) so professionell um ihn gekümmert hatte.

Für diesen Einsatz hat Lukas jetzt zwei jugendlichen DLRG-Mitgliedern stellvertretend für die gesamte Gruppe eine Tüte mit Gebäck und Kaffee überreicht. Laut Ines Roddewig war dem Elfjährigen im Silbersee jemand in den Nacken gesprungen. 

„Er wurde unter die Wasseroberfläche gedrückt, und nur mit letzter Kraft gelang es ihm, sich selbst an Land zu ziehen.“ Lukas habe unter Schock gestanden und geweint. In diesem Zustand fand ihn Lutz Graupner, technischer Leiter der DLRG-Ortsgruppe, vor.

„Lukas klagte über Nackenschmerzen und Schwindel“, berichtet Graupner. Da eine schwerwiegende Verletzung im Halswirbelbereich nicht auszuschließen war, entschied er, den Jungen zu fixieren. Lukas erhielt einen Stifneck, einen starren Halsverband, und wurde zusätzlich mit mehreren Gurten auf einem Spineboard festgezurrt. 

Notarzt fliegt mit Hubschrauber ein

Der mit dem Hubschrauber eingeflogene Notarzt ordnete an, Lukas genauso in die Klinik einzuliefern. „Das allein zeigt, dass unsere Leute vor Ort 1A-Arbeit geleistet haben“, lobt der Ortsgruppenvorsitzende Uwe Schweers.

Der Transport des Jungen ins Bremer Krankenhaus Mitte geschah mit dem Rettungswagen, „weil das nicht so ruckelt wie im Hubschrauber“, berichtet Graupner. Nach Auskunft von Ines Roddewig ergab die Untersuchung, dass Lukas ein schmerzhaftes Schleudertrauma davongetragen hatte. Noch am selben Abend konnte er die Klinik wieder verlassen. 

„Er hat immer noch leichte Nackenschmerzen, doch das ist erträglich, wenn man bedenkt, wie es hätte ausgehen können.“ Als Polizistin habe sie selbst Erfahrung im Abarbeiten von Notfällen. „Aber wenn man als Mutter involviert ist, ist das etwas anderes. Ich wäre mit der korrekten Versorgung der Verletzung völlig überfordert gewesen. Die DLRG hat mir alles abgenommen.“

Sohn sei sehr guter Schwimmer

Ihr Sohn sei ein sehr guter Schwimmer. „Er hat alle Abzeichen. Doch es hat sich gezeigt, dass trotzdem etwas passieren kann.“

Es sei ihr wichtig, mit dieser Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen, sagt Ines Roddewig. Speziell nach der Kritik, die nach dem tödlichen Badeunfall am Steller See (wir berichteten) aus den sozialen Netzwerken auf das DLRG Weyhe niedergeprasselt war. „Das habe ich als gemein empfunden. Es stehen immer so schnell Vorwürfe im Raum, ohne dass die Leute das objektiv beurteilen können. Da waren Tausende am Steller See, und man kann nicht alles im Blick haben.“

Lob hat Ines Roddewig auch für die Gruppe Kinder parat, mit denen Lukas unterwegs war. „Sie haben seinem großen Bruder bei der Beaufsichtigung der kleinen Schwester geholfen, sodass ich sofort in die Klinik aufbrechen konnte.“ Dafür will Lukas demnächst eine Runde Eis springen lassen.

Pause am Sonntag nicht drin

Eine Pause war der Stuhrer DLRG an jenem Maisonntag nach der Hilfe für Lukas nicht vergönnt. Per Codewort „Adler 100“ musste Graupner noch einmal alle Mitglieder zusammenrufen, um nach einem fünfjährigen Jungen zu suchen. Dessen Mutter hatte ihn in dem Trubel als vermisst gemeldet. Die Helfer fanden den Kleinen auf der Toilette, wo er sich vor lauter Angst vor dem Hubschrauber versteckt hatte.

„Das war ein harter Tag“, sagt Graupner. „Wir finden den See schöner, ohne dass solche Dinge passieren.“

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