Entlassungsfeier für die Schüler des Brinkumer Haupt- und Realschulzweigs

„Ich bin geblendet – ihr seht alle fantastisch aus“

Für ihre Schulentlassung haben sich die Mädchen und Jungen des Haupt- und des Realschulzweigs der KGS Brinkum gestern in Schale geworfen. Das ist nicht nur der stellvertretenden Bürgermeistern Gudrun KLomburg (vorne, l.) aufgefallen. - Foto: Ehlers

Brinkum - Von Andreas Hapke. Keine Rede ohne Pointe, das weiß der Schulleiter der KGS Brinkum, Michael Triebs, aus langjähriger Erfahrung. Daran hielt er sich auch während der gestrigen Entlassungsfeier für die Neunt- und Zehntklässler des Haupt- und des Realschulzweigs in der KGS-Mensa. Er sinnierte über die beiden kürzesten Wörter einer Entscheidung, ja und nein, und stellte fest, dass diesen das meiste Nachdenken vorangehe: ganz gleich ob in der Firma oder auf dem Standesamt.

Zuvor hatte Triebs die Eltern dafür gelobt, dass „sie euch auf den Startplatz gesetzt haben, auf dem ihr jetzt seid“. Er lobte auch die Pädagogen, denn sie hätten die Basis für die weitere Entwicklung der Schüler gelegt. Soziales Verhalten, fachliches Wissen, gesundes Selbstvertrauen und die Ausdauer, Aufgaben zu lösen, nannte Triebs als Beispiele. „Lehrer haben in ihrem Beruf aber den Nachteil, dass sie die Früchte ihrer Arbeit nicht sehen können.“

Jene Mädchen und Jungen, die weiter zur Schule gehen, machte er darauf aufmerksam, dass sie dies nun freiwillig tun würden und demzufolge auch für sich selbst verantwortlich seien. Den Berufseinsteigern riet er, „bitte immer“ neugierig zu bleiben. „Traut euch etwas zu. Ihr könnt etwas. Und macht auch dann weiter, wenn etwas schiefgeht. Ihr selbst entscheidet über euer Leben.“

Die stellvertretende Bürgermeisterin Gudrun Klomburg (SPD) machte den Jugendlichen nicht nur für deren schulischen Leistungen ein Kompliment: „Ich bin geblendet. Ihr seht alle fantastisch aus“, rief sie den Abgängern zu. Sie zitierte ein Grundschullied, wonach Schule mehr ist als „pauken und plagen“, und den chinesischen Philosophen Laozi, der das Lernen als Rudern gegen den Strom begreift. „Hört man auf, treibt man zurück“, sagte Klomburg. Lernen nehme also kein Ende. „Wenn ihr heute geht, wechselt ihr nur das Boot.“ Denjenigen, die keinen Abschluss erlangt hatten, riet sie, nicht zu verzagen, sondern am Ball zu bleiben. „Die Hilfe ist vielfältig.“

Mit einem Geständnis startete Elternvertreter Andre Becker sein Grußwort: Er habe für die insgeamt drei Entlassungsfeiern an der KGS nur eine Rede vorbereitet. Eltern könnten also heute, morgen oder übermorgen getrost schwänzen.

„Eltern dürfen ruhig meine Rede schwänzen“

Den Schülern bedeutete er, dass es jetzt vorbei sei mit den freien Tagen zum Chillen, die es schließlich auch in der Schulzeit gegeben habe. „Aber keine Angst, ihr kennt euch ja jetzt aus mit Winkelfunktionen und Gedichtinterpretationen. Ihr seid Universaltalente, die zu allem zu gebrauchen sind – außer zum Zimmer aufräumen und zum Wäsche waschen.“

Die beiden Zehntklässlerinnen Svea Haesloop und Ariana Vuthaj moderierten die Entlassungsfeier. Für die musikalischen Beiträge war die Bläserklasse des sechsten Schuljahrs zuständig. Für ihre Darbietungen ernteten sie einen tosenden Applaus – überboten nur von dem für die Schulabgänger.

Laut Triebs schafften 33 Schüler des Realschulzweigs den erweiterten Sekundarstufe-I-Abschluss, 44 den Realschul- und einer den Hauptschulabschluss. Damit hätten 42 Prozent der Jugendlichen ein besseres Ergebnis erreicht, als der Realschulzweig vorsehe. Im Hauptschulzweig gab es 14 Real- und 18 Hauptschulabschlüsse.

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