Christdemokrat Bernd-Artin Wessels kandidiert für den Rat

„Ich bin auch mal unbequem“

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Mit 75 Jahren will es Bernd-Artin Wessels noch einmal wissen und kandidiert für die CDU.

Brinkum - Von Sandra Bischoff. „Wenn ich mich engagiere, dann muss ich das tun, was dem Bürger gut tut“, sagt Bernd-Artin Wessels. Das ist einer der Gründe, warum der 75-Jährige erstmals für den Gemeinderat kandidiert. Und extra deswegen ist er nach über 20 Jahren ohne Parteibuch wieder in die CDU eingetreten.

„Ich stand der CDU immer nahe, weil sie für mich die Partei ist, die am stärksten mit der Wirtschaft verbunden ist“, erklärt Wessels. Er verstehe sich als Vertreter der Bürger, „er steht bei mir immer vorne an“, sagt der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Bremer Fruchthandels Atlanta und jahrelanges Beiratsmitglied der Deutschen Bank, und der Allianz Versicherungen, um nur einige Funktionen zu nennen, die der Brinkumer ausgeübt hat.

Er sei angesprochen worden, ob er sich nicht in der christdemokratischen Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) einbringen wolle, erzählt er. Also trat er der Partei bei , der er Anfang der 1990er-Jahre in Bremen kurz angehört hatte. Er bekleidet nun den Vorsitz des MIT-Ortsverbands, den er vor wenigen Wochen mitgegründet hatte. Die Stuhrer Christdemokraten hätten ihn daraufhin angeschrieben und gefragt, ob er Lust hätte, sich für den Gemeinderat aufstellen zu lassen.

Und Wessels hatte Lust. „Ich denke, die Leute hören mir ganz gut zu und mögen mich, aber ich bin auch mal unbequem. Außerdem bin ich alt, aber dafür habe ich Erfahrung und dadurch die notwendige Weitsicht für Entscheidungen.“

Seine Ziele formuliert er deutlich: „Ich möchte weiter sehen, nicht nur begrenzt auf eine Legislaturperiode. Man muss Entscheidungen fällen, die noch in zehn Jahren Gültigkeit haben.“ Die Gemeinde müsse sich entwickeln und er habe Befürchtungen, dass sie das nicht tue. „Wir müssen alles daran setzen, das hohe Stuhrer Niveau zu erhalten, zu stabilisieren und möglicherweise zu verbessern, aber keinesfalls rückwärts zu gehen.“ Deshalb plädiert er für mehr Ansiedlung von Gewerbe, auch wenn er sich der Knappheit der Flächen bewusst ist. Eine gute Infrastruktur gehe damit einher. „Stuhr braucht Anbindungen über die Gemeindegrenzen hinaus.“ So benötige die Kommune nicht nur die „B 6 neu“, sondern gleichzeitig auch eine leistungsstarke A 1. „Man muss sich dafür einsetzen, eine übergeordnete Struktur zu schaffen oder sie zu verbessern. Dazu bedarf es auch eines engen Schulterschlusses mit Bremen“, ist sich der Honorarkonsul von Ecuador und Ehrensenator der Hochschule Bremen sicher.

Viele Politiker hielten an Entscheidungen fest, auch wenn sie falsch sind. „Ich revidiere sie, wenn ich erkenne, dass sie nicht richtig sind“, sagt er. Als falsches Signal sieht er beispielsweise die Grund- und Gewerbesteuererhöhungen Anfang des Jahres. Die Politik könne den Haushalt auch auf andere Art und Weise sanieren, glaubt der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann. „Nicht bei den Investitionen sparen, sondern im konsumtiven Bereich wie zum Beispiel in der Verwaltung.“

Mit seinem Listenplatz 14 rechnet er sich allerdings relativ geringe Chancen aus, in den Rat einzuziehen. „Aber ich bringe mich weiterhin ein, auch wenn ich nicht gewählt werde. Allein durch den Vorsitz in der örtlichen Mittelstandsvereinigung.“

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