Gefährdete Art

Sportfischerverein Bremen-Stuhr stößt beim Reinigen auf Flussneunaugen

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Ungewöhnlich früh sind die Flussneunaugen nach Angaben der Sportfischer in der Varreler Bäke aufgetaucht. 

Stuhr - Hunderte von Flussneunaugen haben Anfang Januar versucht, in der Fischaufstiegsanlage am Gut Varrel die oberen Gewässerabschnitte der Varreler Bäke und des Klosterbachs zu erreichen, teilt Rolf Libertin, Vorsitzender des Sportfischervereins Bremen-Stuhr mit. „Nur wenige Tage dauert dieses Schauspiel.

Wie auf ein geheimes Zeichen versammeln sich die Fische, um in ihre Laichgebiete zu wandern“, berichtet er. Der Sportfischerverein hat ihm zufolge die Patenschaft für den Fischaufstieg übernommen und reinigt regelmäßig die einzelnen Staustufen.

Als Sportwart Bernd Schmidt die Staustufen von Laub und Strauchwerk befreite, befanden sich dort zahlreiche Flussneunaugen. In der Varreler Bäke sind sie ungewöhnlich früh erschienen, so Libertin. „Während des Laichaufstiegs konnte man das Flussneunauge früher in unseren Stromgebieten massenhaft sehen. Durch den Bau zahlreicher Stauwehre wurden die Wanderwege dieser Tiere versperrt und somit der Zugang zu den Laichgewässern verwehrt. Weitere Beeinträchtigungen wie Gewässerverschmutzung, Veränderung des Gewässerverlaufs und der Uferstrukturen haben zu einem starken Rückgang in unseren Gebieten geführt“, so Libertin weiter.

Ein Zeichen für die gute Qualität der Gemeindegewässer

Für Niedersachsen gelte ein ganzjähriges Fangverbot. Flussneunaugen sind nach Angaben der Sportfischer Rundmäuler und entwicklungsgeschichtlich die Vorgänger der Fische, die sich seit 500 Millionen Jahren kaum verändert haben. Sie sind geschützt nach der Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Richtlinie und nach der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft. Das nun nach langer Zeit erneute zahlreiche Auftreten der Flussneunaugen ist laut dem Vorsitzenden ein Zeichen für die gute Qualität der Gemeindegewässer.

 „Die stetige Hege und Pflege der Fischaufstiegsanlage am Gut Varrel und die kontinuierliche Uferpflege durch den Gewässerschutz des Vereins tragen sicherlich zu diesem positiven Verlauf bei.“ Die Flussneunaugen seien auf gute Wasserqualität und einen sandigen Untergrund ohne Belastungen angewiesen. Gewässerverschmutzungen sind im wahrsten Sinn des Wortes „tödlich“ für die Larven. Das Weibchen legt innerhalb weniger Tage bis zu 40 000 Eier in Laichlöcher, in denen die Eier vom Männchen befruchtet werden.

Die Eltern sterben nach dem Ablaichen. „Die Larven leben drei bis vier Jahre in unseren Gewässern, bevor sie Richtung Küste wandern. Nur ein geringer Teil der Eier wird zu geschlechtsreifen Flussneunaugen heranwachsen und hoffentlich wieder in das alte Laichgebiet zurückkehren“, so Libertin. 

 ps/sb

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