Jagdpächter: Kein Wolf beteiligt

„Hund ist verantwortlich für totes Reh in der Steller Heide“

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Recht so! Außerhalb der Freilauffläche gehören Hunde in der Steller Heide ganzjährig an die Leine. Gustav jedenfalls findet das auch überhaupt nicht tragisch. 

Stelle - Von Andreas Hapke. Dass sich der Wolf nach Stuhr verirrt, ist nicht ausgeschlossen. Im Gegenteil: In Groß Mackenstedt, im Bereich der Windenergieanlagen an der Siekstraße, ist er bereits gesichtet worden. Fakt ist aber auch: Wer ihn für das jüngst gerissene Reh in der Steller Heide verantwortlich macht, schießt wohl über das Ziel hinaus – auch wenn auf Facebook einige Nutzer der Meinung sind, dass er es gewesen sein könnte. Jagdpächter Gerd Pleus, der das Reh gefunden hat, macht den Deckel auf die Diskussion: „Das war kein Wolf. Davon bin ich felsenfest überzeugt.“

Die Fundstelle des Kadavers unweit des Soldatenwegs gehört zum Revier Mackenstedt-Nord, in dem Pleus auf Jagd geht. Einen Wolf hat er dort bislang weder gesehen noch gefährtet. Und auch diesmal deuten seiner Ansicht nach keinerlei Spuren darauf hin, dass das Reh von dem Raubtier gerissen wurde. „Nur ein Biss durch Hals und Luftröhre – das ist völlig untypisch für einen Wolf. Wenn der ein Stück reißt, dann tut er das, weil er Hunger hat. Er würde dann an den Keulen anfangen, wo er vernünftiges Fleisch vorfindet. Doch außer an der Kehle hatte das Tier keinerlei Verletzungen“, erklärt Pleus und kommt zu dem Schluss: „Es war ein Hund, der das schwache Reh am Hals heruntergezogen hat.“

Eine genauere Untersuchung erachtet der Jagdpächter nicht als notwendig: „Wenn uns nichts Außergewöhnliches an dem Stück auffällt, dann lassen wir es auch nicht untersuchen.“

Laut Pleus hat sich der Vorfall nicht in der Hundefreilaufzone ereignet, die knapp ein Drittel der Steller Heide ausmacht. Außerhalb dieser Fläche gilt in dem sogenannten Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Gebiet nicht nur während der Brut- und Setzzeit, sondern das ganze Jahr über Leinenzwang für Vierbeiner.

Doch das scheint den einen oder anderen Hundehalter nicht zu interessieren. „Ich beobachte immer wieder, dass Hunde Rehwild hetzen“, sagt Pleus.

„Mehrheit der Halter hält sich an Spielregeln“

Viele Halter würden das Schild missachten, das auf den ganzjährigen Leinenzwang aufmerksam macht, sagt Pleus. „Da geht die Autotür auf, und der Hund wird rausgelassen.“ Doch auch darüber gehen auf Facebook die Meinungen auseinander. Der eine ist dort jeden Tag unterwegs und hat noch nie herrenlose Hunde gesehen, ein anderer hat nach eigener Auskunft gemeinsam mit der Gemeinde an einem einzigen Sonntag 47 nicht angeleinte Vierbeiner dokumentiert.

Wegen der oft patzigen Antworten hat Pleus es sich abgewöhnt, die Halter auf ihr Fehlverhalten anzusprechen. Es als Ordnungswidrigkeit konsequent zu verfolgen, würde der Sache am meisten dienen. „Das würde sich rumsprechen“, glaubt er.

„Die Mehrheit der Hundebesitzer hält sich an die Spielregeln. Dass es nicht alle tun, wissen wir“, sagt Sigrid Hägedorn, Leiterin des Fachdienstes Öffentliche Ordnung. Die Gemeinde kontrolliere stichprobenartig die bei den Haltern beliebten Gebiete wie die Steller Heide, die Osterbruchwiesen in Brinkum und den Bereich am Gut Varrel. Dies binde jedoch stets zwei Mitarbeiter. „Für einen Einzelnen wäre es zum Beispiel schwierig, sich gegenüber einer Gruppe Gehör zu verschaffen. Da gibt es einige, die uneinsichtig sind.“

„Eklatant viele Fälle“, in denen Halter gegen den Leinenzwang verstoßen, hat die Gemeinde laut Hägedorn im vergangenen Jahr nicht registriert. Bußgeldbescheide habe es auch „nicht so häufig“ gegeben. „Wir müssen die Leute schon auf frischer Tat ertappen“, sagt Hägedorn.

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