Hotel Bremer Tor seit 111 Jahren im Besitz der Brinkumer Familie Gefken

Geflügelausstellung und Theater auf dem Saal

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Das Gasthaus Gefken in den 1930er-Jahren.

Brinkum - Von Sandra Bischoff. „Uns wird es immer in der Gastronomie geben. Ob an diesem Standort oder anderswo“, sagt Sabine Gefken. Gemeinsam mit ihrem Sohn Jörn führt sie seit dem Tod ihres Mannes Heinz im vergangenen Jahr das Hotel Bremer Tor. Das ist seit 111 Jahren in Familienbesitz. Am Freitag soll der Geburtstag gefeiert werden.

1902 errichtet ein Kaufmann das Gebäude und gibt ihm den Namen „Gasthaus zum kühlen Grunde“. 1904 übernimmt Johann Hinrich Gefken das Wirtshaus und nennt es Ratskeller. Es etabliert sich zum Versammlungslokal für die örtlichen Vereine. 1912 steigen Heinrich Gefken und seine Frau Margarete in den Betrieb ein. Der Name ändert sich ein weiteres Mal in Gefkens Gasthaus. Sohn Heinrich Cord Johann übernimmt das Gasthaus nach dem Krieg.

Die Polizei- und Poststation ziehen bald darauf ins Haus, dahinter steht eine öffentliche Fuhrwerks- und Schweinewaage für Spediteure und Viehhändler. 1953 will ein Unternehmer aus Schleswig-Holstein auf dem Restaurantgelände eine Tankstelle errichten und kommt auf die Idee, das Gasthaus in „Bremer Tor“ umzubenennen. Schließlich sei Brinkum das Eingangstor zu Bremen.

Nach einigen räumlichen Veränderungen Ende der 1950er-Jahre wird das Haus 1968 zum Hotel umgebaut. Neben einem Frühstücksraum sowie dem Empfang entstehen 18 Zimmer mit eigenem Bad. „Das war für die damalige Zeit schon sehr modern“, sagt Sabine Gefken.

Nach dem Tod des Vaters 1976 übernimmt Sohn Heinz den Betrieb. Anfang der 1980er-Jahre erweitert er das Haus um 20 weitere Zimmer, Tagungsräume und die Bierstube. Bis heute renovierte und sanierte die Familie den Betrieb immer wieder. Zurzeit bekommt das Restaurant ein neues Aussehen.

Früher, als Brinkum noch eigenständig war, tagte der Gemeinderat bei Gefken, die Feuerwehr kehrte dort ein, auf dem Saal wurde Theater gespielt, Geflügel ausgestellt und geturnt. „Ganze Generationen haben bei uns ihre Feste gefeiert: von der Konfirmation über die Verlobung bis zur grünen, silbernen und goldenen Hochzeit“, sagt die 56-Jährige. Heute werde das Haus noch immer für Familienfeiern aller Art gebucht, aber der Trend gehe seit Jahren zur Feier in den eigenen vier Wänden. Das Unternehmerpaar Heinz und Sabine Gefken erkannte dies und etablierte einen Cateringservice.

Im vergangenen Jahr verkauften die Betreiber Hotel und Grundstück an die Gemeinde. Nun führt die Familie den Betrieb als Pächterin, mit Sohn Jörn mittlerweile in der fünften Generation.

„Wir haben immer von der günstigen Lage zwischen Bremen und Osnabrück profitiert“, sagen der 24-jährige Jörn Gefken und seine Mutter. Als es die A1 noch nicht gab und die Autofahrer über Land fahren mussten, kamen sie zwangsläufig am Bremer Tor vorbei. „Dadurch kannte man uns, auch wenn man nicht aus der Gegend war.“

Die Gewerbegebiete mit ihren vielen Firmen bescheren dem Bremer Tor heute in erster Linie Gäste. „Viele Geschäftsreisende, die auf der Durchfahrt sind, steigen hier ab, ebenso Auswärtige, die berufliche Termine in den ortsansässigen Unternehmen wahrnehmen.“

Ein wenig sorgenvoll blickt Familie Gefken auf die geplante Umgestaltung des Brinkumer Ortskerns. Speziell die angedachte Umlegung des ZOB und die dabei bevorzugte Variante zwei bereite Bauschschmerzen, so die 56-Jährige. „Der Busbahnhof ist für unseren Geschmack zu dicht am Hotel“, sagt sie. Sollte sich die Politik für diese Variante entscheiden, befürchtet die Familie Geschäftseinbußen. „Ein Busbahnhof beinhaltet immer auch ein bisschen mehr Leben und das ist mit Geräuschen verbunden“, sagt Jörn Gefken.

Der Ausschusssitzung am Donnerstag, wenn die Politik die Planungen diskutiert, will Sabine Gefken beiwohnen. „Ich hoffe, dass sich die Politiker auch Gedanken darüber machen, wie man die negativen Einflüsse dieser Planung verhindern kann.“

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