Holger Nöhrnberg will mit seiner Idee Tierhaltern das Leben erleichtern

Mobiler Hühnerstall mit zahlreichen Raffinessen

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Holger Nöhrnberg baut die Nippeltränken in seinem mobilen Hühnerstall an.

Stuhr - Von Sandra Bischoff. 225 neue Mitbewohner erwartet Holger Nöhrnberg in Kürze. Damit es den Legehennen an nichts mangelt, hat der Landwirt ordentlich getüftelt. Nächste Woche sollen die Tiere in den selbst konzipierten und gebauten mobilen Stall einziehen.

Seit rund einem Jahr lebt auf dem Hof an der Kladdinger Straße bereits Federvieh in einem mobilen Hühnerstall, den der Stuhrer gebraucht gekauft hatte (wir berichteten).

Im Laufe der Zeit machte sich laut Nöhrnberg jedoch die eine oder andere Schwachstelle bemerkbar. Dazu gehörte zum Beispiel, dass es nicht ganz einfach sei, die Tiere zu versorgen. „Wenn man mit fast 40 Kilogramm Futter in den Stall geht, muss man gut aufpassen, dass man keinem Huhn auf die Krallen tritt.“ Der neue Stall soll Abhilfe schaffen: Über eine an der Decke befestigte Schiene fällt das Futter in dafür vorgesehene Trichter.

Vor etwa einem halben Jahr hat Nöhrnberg nach und nach angefangen, den Stall nach seinen Vorstellungen zu planen und mit alten Teilen vom Hof zu bauen. Nur die Legenester, die Nippeltränken, den Kunstststoffboden und die Futterschalen hat er neu gekauft.

Eine ausrangierte Radladerschaufel dient beispielsweise als Auffangschale für die Hinterlassenschaften der Hennen. Der Kot wird über ein sogenanntes Mistband abtransportiert, das wie ein Förderband läuft. Um es zu aktivieren, hat Nöhrnberg eine Antriebswelle für einen kleinen Trecker an eine Außenwand montiert. „Man schaltet die Zapfwellen ein, und das Band befördert den Mist in die Auffangschale.“

Zum Eierlegen können sich die Tiere in Einzelboxen zurückziehen. „Das sind Abrolllegenester. Diese sind mit Kunststoffeinlagen ausgestattet, die wie handelsübliche Fußmatten aussehen“, sagt Nöhrnberg. Die Tiere hätten in ihren Boxen einen geschützten Bereich. Stress durch ihre Mitbewohner werde dadurch vermieden.

Zudem rollten die Eier nach dem Legen in eine Rinne, die durch eine Klappe nach vorne geschützt ist. „Dadurch verhindern wir, dass andere Hennen die Eier ihrer Artgenossen anpicken“, sagt der Landwirt. Die Kunststoffmatten in den Nestern seien von Vorteil, weil sie relativ einfach zu säubern seien. „In Kokosmatten, die man sonst häufig verwendet, nisten sich oft Bakterien ein. Die Kunststoffmatten kann man einfach mit einem Hochdruckreiniger abspritzen und desinfizieren.“

Ein Fenster sorgt für Helligkeit in dem mobilen Stall. „Die Tiere brauchen mindestens 16 Stunden Licht am Tag, um zu legen“, sagt der Stuhrer. Im Winter steuert eine elektrische Anlage die LED-Leisten im Inneren.

Sein Stall erleichtere Hühnerhaltern das Leben, sagt Nöhrnberg. „So, wie ich ihn gebaut habe, gibt es ihn nicht auf dem Markt“, berichtet er und überlegt, sich seine Idee patentieren zu lassen. Die Bio-Eier verkauft Nöhrnberg direkt am Hof. Direkt neben dem Regiomaten, aus dem Kunden rund um die Uhr Milch, Honig aus der Region, Saft von Äpfeln aus eigenem Anbau, Öko-Kartoffeln und Amaranth-Müsli bekommen.

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