Hohe Kosten: Jugendliche streichen selbst ihren ersten Entwurf zusammen

Funsportanlage kommt als abgespeckte Variante

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So stellen sich die Jugendlichen die neue Variante für die Funsportanlage am Brunnenweg vor.

Brinkum - Von Andreas Hapke. Knapp 400000 Euro würde die Gemeinde für eine Funsportanlage am Brunnenweg ausgeben. Dabei handelt es sich bereits um eine abgespeckte Variante, die laut Hans Schüler vom Team Jugendarbeit im Einvernehmen mit den beteiligten Jugendlichen erstellt wurde. Ob sich auch die Politiker mit dem Entwurf anfreunden können, wird sich am Dienstag, 17. November, im Ausschuss für Jugend, Freizeit und Kultur zeigen.

Eigentlich können die Ratsleute nicht mehr zurückrudern – das stellte SPD-Mann Peter Strohmeyer bereits im Mai fest, nachdem der Nachwuchs seine Vorschläge zur Funsportanlage in Form von Modellen vorgestellt hatte. Es waren die Ergebnisse mehrerer Treffen einer Zukunftswerkstatt. Fraktionsübergreifend wurden die Jugendlichen mit Lob überschüttet.

Schlucken mussten später selbst die beteiligten Mädchen und Jungen, als das Büro „Kilian Frenz Landschaftsarchitekten“ für das favorisierte Modell Kosten von 480000 Euro zuzüglich Ausgaben für Honorare ermittelte. „Das ist aber ganz schön teuer“, entfuhr es den Jugendlichen laut Schüler. „Also sind wir gemeinsam jeden Punkt durchgegangen und haben überlegt, was man einsparen kann.“

Herausgekommen ist ein Konzept, das gegenüber dem ursprünglichen Entwurf (zunächst) auf eine Skateranlage verzichtet. Aktive Skater seien ohnehin nicht an der Planung beteiligt gewesen, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Außerdem würden durch die Zusammenlegung der Parcours- und Fitnessanlage (Calisthenics) auf 50 Quadratmetern weniger Kosten für den weichen, als Fallschutz dienenden Untergrund anfallen. Der Schwerpunkt des Funparks liegt demnach auf Fußball, Volleyball, Parcours, Calistehnics und Chillen.

Für die neue Variante berechneten die Landschaftsarchitekten „nur“ noch 413000 Euro inklusive Honorarkosten – für die Umsetzung in einem Rutsch immer noch zu teuer. Um trotzdem Signale in Richtung der jungen Planer zu senden, schlägt die Verwaltung eine Aufteilung des Projekts in „sinnvolle Bauabschnitte“ vor, gestreckt auf drei Jahre, beginnend mit 2016.

Im ersten Abschnitt ist neben der Erschließung und Herrichtung des Grundstücks vorgesehen, Rasenflächen für die Ballspiele anzulegen, inklusive Tore und Volleyballnetz. Weitere Elemente sind ein Ballfangzaun, ein Lärmschutzwall hin zur Brunnenstraße, ein Unterstand mit Umpflasterung, Leitungsanschlüsse für Wasser und Strom, zwei Mastleuchten, ein Schotterparkplatz sowie ein Grillplatz und Papierkörbe. Kosten: 150000 Euro.

Im darauf folgenden Jahr ist die Anlage für Parcours und Calisthenics vorgesehen, ebenso zusätzliche Mastleuchten, Sitzbänke, Hängematten und gegebenenfalls der Tausch des Fußballrasens gegen ein Kunststoffspielfeld. Alles in allem fallen im zweiten Abschnitt 165000 Euro an. Weitere 98000 Euro sollen 2018 für das Herrichten von Pflasterflächen, Baumpflanzungen und – bei Bedarf – einer Skateranlage zur Verfügung stehen. Toiletten soll es auf der Funsportanlage nicht geben. Bei größeren Veranstaltungen böten sich mobile WCs an, heißt es in der Vorlage.

„Wenn es die Finanzen hergeben, wäre es schön, bald mit dem Projekt zu beginnen“, sagt Schüler. Auch in diesem Punkt waren im Mai schon forsche Aussagen zu vernehmen: „Es sollte nicht viel Zeit vergehen, bis die Jugendlichen etwas in Anspruch nehmen können“, sagte etwa FDP-Fraktionschef Jürgen Timm. Worte, die am Dienstagabend auf dem Prüfstand stehen. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr in Raum 145/46 des Rathauses.

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