Feier am Freitag

Behinderten-Wohnheimat Stuhr feiert ihr 25-jähriges Jubiläum

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Gemeinsamer Blick in die Historie der Behinderten-Wohnheimat Stuhr (v.l.): Rudolf Hesekamp (Beisitzer), Editha Landsiedel (Schatzmeisterin), Frank Rönz (Stellvertretender Vorsitzender), Feodor Wiese (Vorsitzender).

Stuhr - Was einst als Vision im Garten des ehemaligen Seckenhausener Grundschulrektors Emil Pracht begann, feiert nun als Verein „Behinderten-Wohnheimat Stuhr“ 25-jähriges Jubiläum. Bevor die Feierlichkeiten am kommenden Freitag mit vielen Mitgliedern, Freunden, Vertretern der Wohnheimat und der Gemeinde beginnen, galt es, Rückschau zu halten.

Am morgendlichen Kaffeetisch versammelten sich der Vorsitzende Feodor Wiese, Editha Landsiedel (Schatzmeisterin), Frank Rönz (stellvertretender Vorsitzender) und der Heiligenroder Apotheker Rudolf Hesekamp (Beisitzer). Griffbereit standen dicke Aktenordner mit Belegen von damals und heute. Als Beleg für den Start des Vereins gibt es indes nur das Gedächtnis von Wiese.

Im Sommer 1994 erhielt der ehemalige Seckenhausener Bäckermeister einen Anruf von Emil Pracht, er solle „mal eben vorbeischauen“. Er schwang sich auf sein Rennrad und düste nach Wulfhoop, wo ihn Pracht von seiner Idee eines Vereins zugunsten einer Wohnheimat für geistig behinderte Menschen überzeugte. Hintergrund waren seine eigenen Kinder mit Handicap – und die Sorge um deren Zukunft. Pracht träumte davon, ein Haus zu bauen. Der Traum wurde Realität.

Bereits nach den ersten Plänen im Wulfhooper Garten wurde am 27. Oktober 1994 der Verein „Behinderten-Wohnheimat-Stuhr“ ins Leben gerufen. Die Versammlungen wurden zwecks fehlender eigener Räumlichkeiten in den seinerzeit noch zahlreichen Heiligenroder Gaststätten und sogar im Gemeindesaal der Kirche abgehalten. Da sich Feodor Wiese nicht auf den Vorstandsplatz setzen wollte, übernahm die Führungsrolle Emil Pracht, die er bis zu seinem Tod im Jahre 2004 innehielt, gefolgt von Heinrich Lüllmann bis zu dessen Ausscheiden 2012.

„Es gibt tatsächlich noch das Gründungsprotokoll mit der Anwesenheitsliste“, bemerkte Editha Landsiedel bei Sichtung der Ordner. Die Vereinsmitglieder stellten damals einen Bauantrag für ein Wohnheim in der Gemeinde Stuhr. Bis zur Genehmigung sollten fünfeinhalb Jahre vergehen, die effektiv genutzt wurden. Dank Prachts Netzwerks aus Freunden und Bekannten quer durch Deutschland wurde die Werbetrommel für das anstehende Objekt perfekt gerührt. Fast eine Million D-Mark kamen bis zum Baubeginn zusammen, eine Summe, die Wiese noch heute etwas sprachlos macht.

Der ehemalige Heiligenroder Dorfpolizist Wittenberg vermachte der Gemeinde für soziale Zwecke die Hälfte seines riesigen Grundstücks. Diese kaufte die andere dazu und stellte das Areal dem Verein für das mittlerweile bewilligte Bauobjekt zur Verfügung. Im Jahre 2001 zogen die ersten der noch immer 30 Bewohner ein. Die Trägerschaft übernahm die Lebenshilfe Syke.

Ein großer Teil des gesammelten Geldes wanderte in die Baukosten, der andere Teil diente zum Kauf der ehemaligen Post in Heiligenrode. Diese wurde damals geschlossen und lag gegenüber der neuen Wohnheimat. Die Immobilie war ein Glückstreffer für den Verein. Etliche Umbauten erfolgten, Anbauten und ein von der Sparkasse gesponsertes Carport folgten. Die obere Etage konnte vermietet werden. Unten gab es Platz für ein Vereinsbüro.

Für die Zukunft wünscht sich der Verein nicht nur eine wieder ansteigende Mitgliederzahl – derzeit ist man bei der Talsohle von 128 angekommen – sondern aktive Verjüngung in der Vorstandsarbeit. „Wir sind alle nicht mehr die Jüngsten, haben uns aber überreden lassen, nochmals für drei Jahre mitzumachen“, merkt Editha Landsiedel an.

Hinsichtlich der allgemeinen Finanzlage ruhe die Stiftung „Vergissmeinnicht“, denn Zinserträge seien versiegt. „Wir sind auf Spenden angewiesen“, sagt Rönz. Doch er hofft nicht nur auf Spenden, sondern auch auf Mitstreiter. „Bitte machen Sie mit“, sagt er. Denn nicht nur Emil Prachts 93-jähriger Witwe würde es das Herz brechen, wenn „sein“ Verein sich eines Tages hinsichtlich fehlender Vorstandsmitglieder auflösen müsste.

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